Zuhause gesund leben – Schimmel in der Wohnung beseitigen und vorbeugen

Grüne und schwarze Punkte an der Tapete – für viele der reinste Albtraum. Beim Kochen, Duschen und Waschen entsteht eine Menge Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf und der begünstigt die Entstehung von Schimmel in der Wohnung. Auch unser Autor Nico hat bereits schlechte Erfahrung mit den hässlichen Flecken gemacht und sich für euch zu den Themen Schimmelentfernung und -prävention schlau gelesen.

Er ist irgendwann einfach da: Schimmel in der Wohnung. Und kaum einer weiß, wie, wann und warum er entstanden ist. Auch ich schaute eines Tages gedankenverloren an die Wand und entdeckte den muffig-riechenden Übeltäter, über den ich so wenig wusste. Die ersten Fragen, die mir im Kopf herumschwirrten: Beschädigt der Schimmel die Substanz meines Hauses und viel wichtiger noch, gefährdet er meine Gesundheit? Unmittelbar nach der erschreckenden Entdeckung machte ich mich auf den Weg in einen Baumarkt und ließ mich ausführlich beraten. Was ich alles herausgefunden hab? Das verrate ich euch gern!

Wie entsteht Schimmel in der Wohnung eigentlich?

Schimmel ist ein Pilz und ein Mikroorganismus, der entsteht, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Sauerstoff, Feuchtigkeit, Wärme. Zudem braucht Schimmel einen geeigneten Nährboden, auf dem er gedeihen kann. Das können Kleidungsstücke, Lebensmittel und weitere Stoffe wie eben die Gebäudesubstanz sein.

Maßgeblich beteiligt an der Entstehung von Schimmel ist Kondenswasser. Dieses setzt sich an der Tapete oder am Fenster ab und kühlt sich dann herunter. Je kälter das Mauerwerk, desto höher die Chance, dass sich die Feuchtigkeit absetzt. Habt ihr schon einmal Möbel verrückt und erschreckenderweise Schimmel in rauen Mengen entdeckt? Ursache ist, dass an diese Stellen wenig Wärme und Durchzug kommt. Ein perfekter Nährboden für die Schimmelfäden. In den meisten Fällen allerdings ist ein Befall auf Baumängel zurückzuführen: Eine unzureichende Bautrocknung, Risse im Mauerwerk, Wasserschäden, defekte Dächer und Dachrinnen. Ihr solltet vor Einzug also immer auch auf den „äußeren“ Zustand eures Hauses achten.

Wie gefährlich Schimmel in der Wohnung wirklich ist

Ähnlich Heuschnupfen kann auch Schimmelpilz allergische Reaktionen wie Augenreizungen, Niesen und Schnupfen hervorrufen. Insbesondere wenn Schimmelsporen eine größere Fläche bedecken und dementsprechend Sporen in großen Mengen eingeatmet werden, können Atemwegserkrankungen und -infektionen die unerwünschte Folge sein. Wenn ihr in einer schimmeligen Wohnung lebt, könnt ihr auch an Asthma erkranken. Damit das nicht passiert, solltet ihr handeln, denn von allein wird der Schimmel leider nicht verschwinden.

Bei großflächigem Schimmelbefall muss ein Experte die Beseitigung übernehmen

Dem Schimmel den Kampf ansagen: was wirklich hilft

Bevor ihr starke Reinigungsmittel zur Hand nehmt, um dem Schimmel an den Kragen zu gehen, solltet ihr herausfinden, mit welchem Schimmel ihr es überhaupt zu tun habt. Bei großflächigem Schimmelbefall kommt ihr nicht umhin, einen Experten zu beauftragen. Sind hingegen nur kleinere Stellen betroffen, wie beispielsweise Silikondichtungen oder die Fugen im Bad, könnt ihr den Schimmel meist eigenständig entfernen. Die Basis vieler Schimmelentferner ist Benzalkoniumchlorid. Dieses aggressive Desinfektionsmittel bricht die Zellwände des Schimmelpilzes auf und trägt sie vom befallenen Untergrund ab. Allerdings kann der Wirkstoff Allergien auslösen und eure Haut reizen. Tragt Schutzkleidung wie Handschuhe und Schutzbrille, denn weder Haut noch Auge sollten mit dem Mittel in Kontakt kommen.

Hat es sich der Schimmel auf euren Tapeten gemütlich gemacht, ist Vorsicht geboten. Wenn der Pilz nur auf der Wandverkleidung nistet, kann die betroffene Stelle großzügig entfernt werden. Ist zusätzlich die Bausubstanz von Schimmel bedeckt, hilft meist nur noch der Fachmann. Allgemein gilt die Faustregel: je älter und großflächiger der Schimmel, desto arbeitsintensiver die Entfernung.

Wie Schimmel gar nicht erst entsteht: Richtiges Lüften und Heizen

Wie bereits beschrieben, braucht der Schimmel drei Voraussetzungen zum Gedeihen: Wärme, Sauerstoff und Feuchtigkeit. Besonders im Winter möchte kaum jemand auf eine mollig-warme Wohnung verzichten und auch frische Luft braucht der Mensch zum Wohlfühlen. Beim Heizen und Lüften solltet ihr aber einiges beachten.

Fenster für eine längere Zeit auf Kipp zu stellen, gewährleistet nicht nur keinen Luftaustausch, so wird die Schimmelbildung gar begünstigt. Heizt ihr währenddessen, kühlen die Bauteile am Fenster aus und es entsteht Kondenswasser. Leichter könnt ihr es dem Schimmel also nicht machen. Das Zauberwort heißt Stoßlüften. Nur so wird die verbrauchte Luft erneuert und die Luftfeuchtigkeit reduziert. Mindestens zwei Mal am Tag solltet ihr durch Lüften für einen Durchzug sorgen. Fünf bis zehn Minuten – in den Wintermonaten zwei bis drei Minuten – reichen aus, um die Gefahr der Schimmelbildung zu reduzieren. Nach dem Lüften kann das Aufheizen der Wohnung ebenfalls dazu beitragen, die Luftfeuchtigkeit auf einem konstanten Level zu halten. Eine weitere Möglichkeit, den Schimmelpilz zu umgehen: Hängt Wäsche am besten nicht in eurer Wohnung auf, denn jeder Waschgang bedeutet einen hohen Wasseranteil, der an die Luft abgegeben wird.

 

Kurz & knapp:

– Seid euch bewusst, mit wem ihr es zu tun habt: Wenn möglich, entfernt oberflächliche Schimmelspuren mit alkoholhaltigen Wirkstoffen. Gesteht euch aber auch ein, dass ihr unter Umständen fachliche Hilfe braucht
– Richtig Lüften und Heizen: Indem ihr stoßlüftet, dämmt ihr die Gefahr eines möglichen Schimmelbefalls ein. Die Außenwände sollten im Winter nicht auskühlen, seid also nicht zu geizig und heizt eure Wohnung
– Feuchtigkeit vermeiden: Lasst das Kondenswasser, das während des Kochens, Duschens, Waschens entsteht, gar nicht erst in die Wände einziehen – regelmäßiges Lüften ist also angesagt

 

Über diesen Autor

Nico, 30, wohnt erst seit Kurzem mit seiner Freundin zusammen in einem kleinen Häuschen. Er versucht möglichst viel in Eigenregie zu managen, so auch in Sachen Schimmelbeseitigung.

 

Fotos: Martina Andrey Popov – stock.adobe.com; amixstudio – stock.adobe.com

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1 Kommentar

  1. Danke für die tollen und nützlichen Tipps. Wir hatte kürzlich durch Fachmänner eine Schimmelsanierung vornehmen lassen. Nun möchten wir darauf achten, dass das nie wieder passiert. Gerade, dass man täglich lüften sollte, haben wir bisher nicht gewusst.

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