Wohnung putzen: auf die Plätze, fertig, sauber!

Vor Funkeln kommt Fluchen: Die Wohnung zu putzen ist nicht unbedingt eine Lieblingsarbeit. Mit diesen Tipps und Tricks wird es einfacher – und du sparst noch dazu.

Putzen. Was in WGs häufig zum Streit führt, wird auch später in den eigenen vier Wänden oft nicht besser. Unsere Omas hatten noch beinharte Prinzipien: Freitags wurde überall feucht gewischt und die Fenster wurden regelmäßig auf Hochglanz gebracht – ohne Kompromisse. Heute jonglieren wir mit Vollzeitjob, Kinderbetreuung und Selbstverwirklichung und wollen ab und zu auch einfach mal die Füße hochlegen. Dabei fällt unser Blick dann auf die Wollmäuse unter dem Sofatisch. Und was dann?

Tipps fürs Reinigen der Wohnung: Etappenziele und Musik

Wer sich vornimmt, gleich die ganze Wohnung oder das komplette Haus zu putzen, fängt nie an oder hört frustriert auf. Die Motivation für einen stundenlangen Großputz muss man erst mal aufbringen. Einfacher ist: Etappenziele setzen, die sich auch in kurzer Zeit nach Feierabend oder sonntags vor dem Tatort noch schnell erreichen lassen – eben Mini-Schritte statt Meister-Proper-Mentalität. Solche Ziele können ein geputztes Zimmer oder ein Wohnbereich sein: heute im Flur staubsaugen, morgen im Wohnzimmer. Das Ganze geht auch minutenweise: Zehn Minuten Dinge an den Platz bringen, an den sie gehören. Oder einfach drei Lieder lang: mit der richtigen Musik putzt es sich sowieso viel besser.

Richtig Reinigen: weniger ist mehr

Weniger ist mehr und ist Trend: Wir wollen in Tiny Houses wohnen, kaufen Lebensmittel gern unverpackt und wollen uns trennen von allem, was unnützer Ballast ist. Gilt das auch beim Putzen? Absolut: teure Spezialmittel braucht kein Mensch. Für ein richtig blitzblankes Zuhause reichen ein Allzweckreiniger, Geschirrspülmittel, vielleicht noch Scheuermilch – und diese simplen Hausmittel: Zitronensäure oder Essig und Soda.

Soda (quasi: Backpulver) ist ein echter Alleskönner im Haushalt und kann Verschmutzungen aller Art entfernen, auch Fettrückstände oder Angebranntes in Töpfen. Sodawasser eignet sich bestens zum Reinigen von Flächen oder Auswaschen von Schubladen und Kühlschrank, hellt im Bad schmuddelige Fugen wieder auf und wird mit Essig zu einem Team, das vor Putzlust richtig schäumt. Das macht sogar verstopfte Abflüsse wieder frei: Eingießen, warten, noch etwas heißes Wasser hinterher – fertig. So eine kleine Entschlackungskur beugt vor, damit sich Abflüsse in Spüle oder Dusche gar nicht erst massiv zusetzen. Teure Rohrfrei-Mittel, von denen Installateure übrigens sowieso entsetzt abraten, sind damit nicht mehr nötig. Wen der Geruch von Essig stört, der kann auch gut auf Zitronensäure ausweichen.

Hausmittel helfen: Tipps gegen Kalk

Essig oder die geruchsneutralere Zitronensäure sind auch exzellente Helfer gegen Kalk im Bad und in der Küche. Die saure Lösung einfach aufsprühen (nur nicht auf Marmor und andere säureempfindliche Flächen!), kurz einwirken lassen und nachwischen. Das Gute: alle diese Mittel kommen ohne zugesetzte Farbstoffe, Parfüm oder Mikroplastik aus. Das macht sie umweltfreundlicher und billiger als teure Putzmittel. Zu beachten ist trotz der Ungiftigkeit: Die Dämpfe von Soda und Zitronensäure sollten trotzdem nicht eingeatmet werden, weil sie die Atemwege reizen. Es empfiehlt sich, Handschuhe anziehen, wenn man sie zum Reinigen in hoher Konzentration verwendet.

Auch bei Kalk gilt im Übrigen: Wer richtig vorbeugt, hat nachher weniger Arbeit. Im Bad sind die besten Freunde dafür ein Abzieher und ein trockenes Handtuch: Nasse Kacheln, Duschverkleidungen etc. erst abziehen, dann abtrocknen – so haben Flecken keine Chance. Der Abzieher ist übrigens auch eine lohnende Investition für streifenfreies Fensterputzen: Profis schwören darauf. Ansonsten reicht zum Fensterputzen Spülmittel statt teurem Glasreiniger.

Schwamm oder Tuch? Ein paar Tipps

Wir mögen ja Spongebob, aber im Ernst: Mikrofasertücher sind Schwämmen bei der Reinigung überlegen. Sie lösen Schmutz optimal ab und nehmen ihn auf, ohne Oberflächen zu zerkratzen. Damit helfen sie, Putzmittel zu sparen – das schützt die Umwelt. Doch ob Baumwolltuch oder Kunstfaser: in allen Putztüchern können sich Keime sammeln, die dann von einem zum nächsten Putzbereich in der Wohnung weitergetragen werden. Damit der WC-Lappen nicht versehentlich in der Küche landet, empfehlen sich verschiedene Farben für unterschiedliche Räume und Zwecke. Und dann sollte man die Putztücher regelmäßig gründlich waschen. Heißer Tipp: hat ein Lappen oder Schwamm die Karriereleiter endgültig bis zum Level „Nur noch für Dreckiges“ geschafft, kann man eine Ecke abschneiden – Verwechslung ausgeschlossen.

Saubere Wohnung gewünscht? Etappenziele sind der Trick

Wer in Wohnzimmer und Küche mit einem Rundumschlag loslegt, muss zuerst aufräumen. Alles, was rumsteht, landet dort, wo es hingehört – im Schrank, im Regal, im Keller. Dabei wird immer noch mal Dreck aufgewirbelt. Genug Stauraum zu schaffen ist sowieso der Schlüssel zu einer aufgeräumten Wohnung: Was in Schränken, Schubladen und Boxen verschwindet, sammelt erstens keinen Staub und stört zweitens nicht mehr den Panoramablick auf eine saubere, chaosfreie Wohnlandschaft.

Ist die Bahn in der Wohnung frei, immer von oben nach unten putzen: Zuerst Tische, Arbeitsflächen, Regale, Fensterbänke feucht abwischen – was dabei nach unten krümelt, kommt beim Staubsaugen oder Bodenwischen weg.

Wie wäre es übrigens statt Car-Sharing mal mit Kehr-Sharing? Ein Putz-Tausch ist eine sinnvolle Sache, denn meistens sind die Putz-Vorlieben im Haushalt nicht gleich verteilt. Wer es hasst, den Boden zu wischen, tut sich vielleicht leichter mit Putzen von Bad und Toilette. Also: Lass uns drüber reden und die Aufgaben mit Partnern und Mitbewohnern aufteilen – und warum nicht auch mit Freunden? Ich kann morgen Deine Fenster putzen, Du wischst bei mir durchs Bad – und am Ende legen wir die Füße hoch. Dann kommt nämlich auch der Staubsaug-Roboter überall durch.

Zahlen und Fakten:

  • Der 8. November ist der „Tag der Putzfrau“. (Quelle: Wikipedia)
  • Der Umsatz mit Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln steigt in Deutschland seit Jahren an und betrug 2018 mehr als 4,7 Millionen Euro. (Quelle: Statista.com)
  • An den privaten Endverbraucher gehen dabei etwa 1,3 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel – allein 220.000 Tonnen Weichspüler. (Quelle: Umweltbundesamt)
  • Bestimmte Kennzeichen wie der „Blaue Engel“ sind Wegweiser, um möglichst umweltschonende, nachhaltige Reinigungsmittel zu finden – mehr dazu beim Umweltbundesamt.

Fotos:  Syda Productions– stock.adobe.com; silverkblack– stock.adobe.com

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1 Kommentar

  1. Interessant, dass man bei den Rohren mit Zitronensäure arbeiten kann, wenn man den Geruch von Essig nicht mag. Ich habe gerade ganz neue Amateuren und Rohre von meinem Installeur eingebaut bekommen. Ich will diese unbedingt frei von Kalk halten. Deswegen schrubbe ich sie jetzt regelmäßig ab.

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