Wohnung kühlen: So bleibt das Klima zu Hause auch im Hochsommer angenehm

Barfuß laufen und abends Gin Tonic mit Eis auf dem Balkon trinken: Nina liebt den Sommer. Doch wenn die Temperaturen dauerhaft fröhlich über der 30-Grad-Marke herumklettern, wächst die Sehnsucht nach Abkühlung und einer Nacht mit erholsamem Schlaf. Darum bereitet sich die Wohn-Bloggerin jetzt lieber vor – und blickt den heißesten Tagen des Jahres mit diesen Tipps ganz gechillt entgegen.

Mein Blogger-Kollege Marc ist ein echtes Nordlicht. Als Ur-Hamburger ist er nur zufrieden, wenn in seiner Wohnung irgendwo ein Fenster offen ist – am liebsten auch im Winter. Einen Sommer wie 2018 übersteht so ein Frische-Fan nur mit viel Wasser: zum Trinken, zum Füße Reinhängen und am besten gleich als ganze Nordsee mit einer kühlen Brise dazu. Zugegeben hat er das zwar freiwillig nicht, aber nach der zwei Monaten Hochsommer stand ihm das Mimimi richtig ins Gesicht geschrieben. Darum, lieber Marc, sind diese Tipps auch für dich: Simple Life Hacks für ein Wohlfühl-Wohnklima im Sommer – und auf die entsprechenden Gadgets zum Kühlen komme ich dann auch noch zu sprechen.

Kurzfristige Hilfe bei Hitze, aber leider keine Dauerlösung

Heiße Luft muss draußen bleiben

Erste Strategie gegen stickig-schwüle Stimmung in Haus und Wohnung: Die Hitze gar nicht erst reinlassen. Lüften ist wichtig – aber bitte mit Köpfchen. Im Sommer ist die Luft morgens früh oder in der Nacht am kühlsten. Jetzt am besten alle Fenster auf, ordentlich Durchzug machen und so viel frische Luft in die Räume lassen wie möglich. Danach machen wir’s wie beim Kühlschrank: Tür zu, Licht aus! Letzteres bedeutet: Auch das Sonnenlicht sollte tagsüber ausgesperrt werden, so gut es geht. Heruntergelassene Jalousien im Sommer sind zwar nicht besonders stimmungsvoll.

Aber wer in der Wohnung konzentriert arbeiten oder später ruhig schlafen will, tut sich damit einen Gefallen. Wer keine Rollläden hat, kann sich innen mit Rollos oder Vorhängen, die wenig Licht durchlassen, helfen. Speziell für schräge Dachfenster sind Rollos besonders sinnvoll, weil die Sonne hier sonst ungehindert für Saunatemperaturen in der Wohnung sorgt.

Lüften ist übrigens auch im Keller besonders wichtig: Weil die warme Außenluft viel Feuchtigkeit mitbringt, die sich beim Abkühlen drinnen wieder absetzt, droht Schimmelbefall. Am besten immer mal mit dem Hygrometer prüfen, wann die Luft draußen trockener ist, und dann gezielt durch weit offene Fenster lüften.

Notfallmaßnahme: Verdunstungseffekt nutzen

Hat sich die Wohnung schon aufgeheizt und es ist unerträglich warm, hilft der Verdunstungseffekt, um sie zu kühlen: Feuchte Handtücher oder Bettlaken, die vor die Fenster gehängt werden, entziehen der Luft beim Trocknen Wärme. Ein Ventilator beschleunigt den Effekt noch. Allerdings gibt es eine Nebenwirkung: Die Feuchtigkeit geht natürlich auch in die Raumluft über. Deshalb ist zusätzliches Lüften nachts oder morgens früh dann umso wichtiger.

Bringt Schwung in die Wohnung: der Ventilator

Ist die Luft in der Wohnung erst mal aufgeheizt, kann ein schlichter Ventilator sie zwar nicht abkühlen. Er kann sie aber in Bewegung bringen und verteilen – und der leichte Lufthauch auf der Haut wird meistens schon als sehr angenehm empfunden, weil wir die Verdunstungskälte dann stärker wahrnehmen. Ob als individuell aufstellbarer Standventilator oder fest installierter Deckenventilator: So ein Gerät ist deutlich preiswerter zu bekommen als eine Klimaanlage und kann schon eine große Erleichterung sein, um die heißesten Tage des Jahres zu überstehen. Im Winter übrigens hat ein Deckenventilator auch eine wichtige Aufgabe: Dann drückt er die nach oben steigende Wärme wieder nach unten, wo wir sie haben wollen.

Klimaanlagen fürs eigene Zuhause

Die Notlösung: Wenn’s lufttechnisch ganz dicke kommt oder man ein Arbeitszimmer unbedingt runterkühlen muss, kann eine Klimaanlage die Rettung sein. Im Vorteil ist, wer schon beim Bau eine fest installierte Anlage oder Wärmepumpe einplant. Aber auch Nachrüsten ist eine Option. Man unterscheidet dann zwei Typen von Klimaanlagen: Monoblöcke und Splitgeräte. Das Prinzip ist immer gleich: Warme Luft wird am Kältemittel vorbeigeleitet. Das nimmt die Wärme auf. Die kühlere Luft wird zurück ins Zimmer geschickt. Das Kältemittel ist durch die Wärme gasförmig geworden und muss jetzt wieder verdichtet werden, wobei die Wärme wieder frei wird, die dann nach draußen geleitet werden muss.

Ein Vorteil hochwertiger Klimaanlagen ist, dass sie gleichzeitig auch noch die Raumluft filtern und von Pollen, Staub und Keimen befreien. Für Allergiker kann das eine große Erleichterung sein. Das System funktioniert aber auch nur bei umsichtiger Wartung und regelmäßiger Reinigung von Kondenswasserbehälter und Filtern. Sonst sammeln sich die Keime nur und Dreck bremst die Leistung aus und verpulvert unnötig Energie.

Wenn das alles nicht reicht und das Meer zu weit entfernt ist: Lieber Marc, komm notfalls vorbei. Ich stell ein Bier kalt und du darfst bestimmt die Füße in den Gartenteich der Nachbarn hängen.

 

 Zahlen und Fakten

  • 2018 war ein rekordverdächtig heißes Jahr. Aber der Deutsche Wetterdienst hält es für möglich, dass solche extremen Sommer durch den Klimawandel jetzt öfter vorkommen.
  • Unser Körper hat eine eigene Klimaanlage: Verlieren wir normalerweise etwa einen Liter Schweiß am Tag, sind es bei Hitze auch schon mal bis zu sechs Liter. (Immer noch nichts gegen einen Ironman-Wettkampf: Da können es auch mal 16 werden.)

Über diesen Autor

Nina, 38, wohnt im Hamburger Speckgürtel, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Doch auch hier treibt die Hitze das Thermometer steil nach oben.

Fotos: PR Image Factory – stock.adobe.com; unitypix – stock.adobe.com

Diesen Artikel teilen

1 Kommentar

  1. Eine tolle Idee mit dem Verdunstungseffekt! Den Eltern fällt die Hitze recht schwierig, tja, Hochdruck und Kopfschmerzen. Möchte deshalb eine Klimaanlage für sie besorgen. Hoffe, die wird ein tolles Geschenk zu ihrem Jubiläum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.