Wie heize ich mit einem Kamin oder Kachelofen?

Eine Frau sitzt mit einem Glas Rotwein in der Hand vor dem brennenden Kamin.

Kaminöfen heizen mit loderndem Feuer und sind ein gemütlicher Blickfang in jeder Wohnung. Unter Umständen können sie jedoch zur Gefährdung für Gesundheit und Umwelt werden. Unser Blogger Nico gibt euch Tipps, woran ihr einen guten Kamin erkennt, was das richtige Holz ist und wie ihr fachgemäß mit ihm heizen könnt.

„Ein Haus mit Kamin – ach, wie schön“, sagte meine Freundin direkt bei der ersten Hausbesichtigung unseres jetzigen Eigenheims. Wir stellten uns gemütliche Winterabende mit einem Glas Wein vor dem Kamin vor und träumten von der wohligen Wärme, mit der das brennende Holz unser ganzes Haus heizen würde. Bis wir realisierten, dass wir den Ofen – in dem Zustand, in dem er war – gar nicht benutzen durften. Deshalb habe ich recherchiert, was wir alles beachten müssen, um den Ofen wieder richtig zum Glühen zu bringen und inwiefern sich das Heizen mit dem Kamin lohnt.

Die Deutschen lieben ihren Kamin

11,7 Millionen Haushalte in Deutschland verfügen über eine sogenannte „Einzelraumfeuerungsanlage“, die in der Regel nicht die eigentliche Heizung ersetzt. Der Kaminofen ist heutzutage eher ein Luxus, der mit knisternden Holzscheiten mollige Wärme in der Stube verspricht. Dazu macht er in der Regel optisch einiges her – zumindest, wenn man ihn regelmäßig reinigt. Dazu ist Heizen mit Holz auch noch klimaneutral. Jedoch ist das kein Freibrief, wenn man bei alten Öfen oder falscher Handhabung zum Beispiel an mögliche Feinstaubemissionen denkt.

Nichtsdestotrotz haben wir uns dafür entschieden, den Kamin in unserem Haus wieder zum Laufen zu bringen. Zwar ersetzt der Ofen nicht unsere eigentliche Heizung, aber auf den zusätzlichen Wohnluxus wollten wir einfach nicht verzichten. Dazu habe ich mir ein paar Tipps von Instagram eingeholt. Seht nur, wie gemütlich dieser altmodische Kachelofen ist:

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Ein intakter, fachgerecht installierter Kaminofen ist oft kein günstiges Vergnügen, wenn man auch auf Qualität achtet. Schließlich braucht so ein Kaminofen auch eine sichere Luftzufuhr und einen richtigen Schornstein. Aber Kosten hin oder her – ich kann schon diesen Winter sagen, dass diese Luxus-Heizung jeden Cent wert ist.

Richtig und sicher mit dem Kamin heizen

Wenn ihr erst einmal einen neuen Kaminofen habt, solltet ihr beachten, dass ihr den richtigen Brennstoff verwendet. Das Holz zum Heizen muss ausreichend abgelagert und trocken sein. Außerdem benötigen Kaminöfen die richtige Luftzufuhr – sonst fängt das Holz kein Feuer. Dadurch wird eine ordentliche Wärmeleistung gewährleistet, die den Schadstoffausstoß minimiert.

Damit ihr lange Freude an dem Kaminofen habt, muss er regelmäßig von euch gereinigt und von Fachkräften gewartet werden – nur so könnt ihr damit sicher und effektiv heizen. Daher darf auch die Reinigung durch den Schornsteinfeger nicht vergessen werden. Dieser kommt – je nachdem, wie oft mit dem Kamin geheizt wird – ein bis drei Mal im Jahr vorbei, um den Schornstein zu kehren und zu überprüfen. Alle zwei bis drei Jahre muss er nachsehen, ob sich die Abgaswerte verändert haben. Wenn der Kamin richtig betrieben wird, fällt dank einer „guten“ Verbrennung weniger Asche an und die Glasscheiben sowie der Ofen verrußen weniger. Trotzdem solltet ihr regelmäßig die Asche entnehmen. Einer meiner Lieblings-Tipps: Die Scheiben könnt ihr wunderbar mit Zeitungspapier und Asche reinigen. Ein ins Bauwerk eingelassener Kamin kann, wenn er schön sauber ist, ein richtiges Schmuckstück sein:

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Ein paar Schattenseiten gibt es leider auch …

Ein Kamin kann leider nicht an jeder Stelle im Haus stehen. Ohne Schornstein, der vom Erdgeschoss bis zum Dach führt, geht es nicht. Andernfalls können Schornsteine auch nachträglich an der Außenwand des Hauses installiert werden. Auch dafür muss genügend Platz da sein. Auch muss der Dachabstand des Schornsteins hoch genug sein, damit kein schädlicher Rauch ins Haus gelangt. Apropos schädlicher Rauch: Viele Kaminöfen dürfen aufgrund der hohen Feinstaubbelastung schon jetzt oder in naher Zukunft gar nicht mehr betrieben werden. Dementsprechend dürfen Holzöfen nur zum Heizen verwendet werden, wenn sie den Abgasvorschriften der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) entsprechen. Das ist gerade bei älteren Kaminen oft nicht der Fall. Übrigens: Antike Öfen und Küchenherde, die vor dem 22. März 2010 bereits im Haus installiert und in Betrieb genommen wurden, unterliegen dem Bestandsschutz. Dieser erlischt allerdings, wenn du mit der Antiquität umziehst oder sie verkaufst

Abgasgrenzwerte für den Kaminofen

Abgesehen von der Feinstaubbelastung bergen Kaminöfen noch ein viel größeres Risiko. Wenn ein Ofen nicht mehr einwandfrei funktioniert, besteht die Gefahr, dass Kohlenmonoxid ausströmt – und das kann tödlich enden. Wichtig ist also: Das Gerät muss herstellerseitig den neuesten Anforderungen entsprechen. Vor dem Einbau muss mit dem Schornsteinfeger über den richtigen Einbau gesprochen und die baulichen Gegebenheiten gecheckt werden. Außerdem sollte der Ofen immer vom Fachhandwerker installiert werden.

Meine Freundin und ich haben uns durchgerungen, diese Umstände für den gemütlichen Luxus eines Kamins in Kauf zu nehmen – und wir bereuen nichts. Natürlich feuern wir ihn nicht jeden Tag an und ein Ersatz für unsere Heizung ist der Kaminofen auch nicht. Dafür genießen wir die Romantik, die der Kamin an kalten Winterabenden in unser Haus zaubert.

Kurz & knapp:
Ein Kamin sieht schön aus und wärmt vergleichsweise kostengünstig das Haus. Dafür ist er mit hohen Installations- und Wartungskosten verbunden. Aufgrund der Feinstaubbelastung durch das Verbrennen von Holz ist der Kaminofen auch keine umweltfreundliche Alternative zur konventionellen Heizung. Darüber hinaus besteht ein gesundheitliches Risiko für die Bewohner, sollte der Kamin einmal nicht intakt sein.

ÜBER DIESEN AUTOR


Nico, 31, ist vor kurzem mit seiner Freundin in ein kleines Häuschen mit Kamin gezogen. Nach langen Recherchen hat er überlegt, ob er dem alten Ofen neues Feuer einhauchen soll.

 
 
 

Foto: Rasulov – stock.adobe.com

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