Voll ausbaufähig: Schritt für Schritt zum renovierten Dachboden

Gerümpel, so weit das Auge reicht: Häufig ist der Dachboden vor allem Rumpelkammer. Dabei könnte er als schickes Gästezimmer, gemütlicher Hobbyraum oder Home Office dienen – vorausgesetzt, das Dachgeschoss ist dementsprechend ausgebaut. MeinWohn-Bloggerin Tine erklärt, wie ihr dabei am besten vorgeht.

1. Vorüberlegung: Wie sieht das Dach aus?

Am Anfang solltet ihr eine Bestandsaufnahme machen: Welche Baumaßnahmen sind in eurem Dachgeschoss möglich – und eignet es sich überhaupt für einen Ausbau? Eine wichtige Voraussetzung ist dabei die Neigung des Dachs. Dabei gilt: Je steiler das Dach, desto mehr Wohnraum bleibt und desto eher lohnt sich der Ausbau. Die Dachneigung sollte daher mindestens 30, am besten über 35 Grad betragen. Nur so habt ihr genügend Platz, um euer neues Dachzimmer zu genießen, ohne dabei immer den Kopf einziehen zu müssen.

Außerdem solltet ihr euch frühzeitig darüber informieren, welche Vorschriften generell für eure gewünschten Baumaßnahmen gelten. Was erlaubt und gefordert ist, unterscheidet sich häufig von Region zu Region. Grundsätzlich gilt jedoch: Da der Dachausbau in den meisten Fällen dazu dient, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, ist eine Baugenehmigung erforderlich. Geht also unbedingt auf Nummer sicher und fragt vor dem Umbau bei der zuständigen Behörde nach.

Heimwerker steht auf einer Leiter und bringt Holzplatten am Innendach an.
Ein Fest für passionierte Heimwerker: Der Dachausbau in Eigenregie.

2. Dach-Check: Lasst das mal den Profi machen

Nächster Schritt: den Fachmann holen. Der überprüft, ob euer Dach noch gut in Schuss ist: Ob Bauschäden vorliegen, das Dachgeschoss schädlingsfrei ist, die Deckung hundertprozentig dichthält oder der Dachstuhl erneuert werden muss. Auf letzteren kommt es zukünftig besonders an. Der Grund: Beim Ausbau muss der Dachboden häufig zusätzlich gedämmt und neue Wände eingesetzt werden – damit hat der Dachstuhl mehr Gewicht zu tragen.

3. Finanzierung: Gut gedämmt = Geld gespart

Durchschnittlich kostet ein Dachausbau etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter – da kann man jeden Zuschuss gut gebrauchen. Grundsätzlich könnt ihr natürlich die Handwerkerkosten auch in diesem Fall von der Steuer absetzen – eine gute Nachricht für all diejenigen unter euch, die statt eines praktischen Händchens gleich zwei linke Hände haben.

Zudem wird auch der Dachausbau vom Staat gefördert. So verleiht die Kreditanstalt für Wiederaufbau zum Beispiel einen Förderkredit. Zentrale Voraussetzung: Der umgebaute Dachboden muss energetisch saniert werden.

4. Wärmesanierung: Gut informieren statt böse erwachen

Wo wir schon beim Thema Wärmedämmung sind: Sie spielt eine ganz wichtige Rolle beim Dachausbau – nicht nur der Förderung wegen. Eine gute Dämmung hilft euch dabei, Energie zu sparen und beugt zugleich Schimmel vor. Um zu verhindern, dass Wasserdampf in das Dämmmaterial und die Innenverkleidung gelangt und diese feucht werden, solltet ihr zudem eine sogenannte Dampfbremsfolie auf der Innenseite des Dachs anbringen.

Zimmer mit Schreibtisch unter dem Dach
Alles unter einem Dach: Ein Ausbau schafft zusätzlichen Wohnraum.

5. Fensterwahl: Gaube oder Himmelblick?

Wenn die Grundlagen geklärt sind, könnt ihr euch um die schöneren Dinge kümmern – zum Beispiel darum, dass es immer schön hell ist im Dachgeschoss. Am meisten Licht strömt natürlich hinein, wenn ihr möglichst großflächige Fenster einsetzt. Sie ermöglichen euch zudem einen schönen Blick in den – hoffentlich wolkenlosen – Himmel.

Eine andere Option ist der Einbau einer Dachgaube. Durch die habt ihr zwar keinen Himmelblick, schafft dafür aber etwas mehr Platz, da man direkt unter der Gaube stehen kann. Dachgauben eignen sich daher besonders gut für kleinere Räume. Wichtig: Ihr Einbau kann die Statik des Hauses verändern und muss daher behördlich genehmigt werden. Außerdem ist sie recht aufwendig und kostspielig und sollte daher am besten durch einen Architekten geplant werden.

 

Wenn ihr mehr zum Thema erfahren wollt, habe ich ein paar Lesetipps für euch:

  • Jeni, Kurt: Dachausbau. Schöner wohnen unterm Dach. Lösungen und Beispiele (Blottner Verlag)
  • Kottjé, Johannes: Dachausbauten und Aufstockungen. Attraktive Räume zum Wohlfühlen (DVA)

 

 

Fotos: Mike Fouque – stock.adobe.com; atursfoto – stock.adobe.com; Johannes Kottjé (2) – Eberhard Blottner Verlag GmbH

Über diesen Autor

Eins nach dem anderen: Um ihren Dachboden umbauen zu können, müsste MeinWohn-Bloggerin Tine dort erst einmal ordentlich aufräumen.

 

2 Kommentare

  1. Wenn der neu geschaffene Raum als Aufenthaltsraum genutzt wird, ist eigentlich immer eine Baugenehmigung notwendig. Es müssen vor allem Brandschutz und Rettungswege gegeben sein! Leider wird dies gern mal vergessen, was im Ernstfall schlimme Folgen haben kann.

  2. Hallo Anna,

    vielen Dank für Deinen guten Hinweis! Wir haben diesen aufgegriffen und unseren Text entsprechend ergänzt.

    Viele Grüße
    Dein meinwohn.blog-Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.