Unsere neue Blogovela „Mitten im LandLeben“ – Teil II

Im zweiten Teil unserer neuen Blogovela „Mitten im LandLeben“, geht MeinWohn-Bloggerin Tine ihrem neuen Hobby nach und arbeitet eine alte Holzbank für den Vorgarten auf – DIY wird ab sofort groß geschrieben. Außerdem treffen der neue Tierarzt und Tines beste Freundin aufeinander… Viel Spaß mit „Mitten im LandLeben“.

Nachdem ich mit dem ursprünglichen Plan – unseren Vorgarten in ein Wildblumenbeet zu verwandeln – grandios gescheitert war, habe ich dort Rasen ausgesät und es dürfen sich Klee, Gänseblümchen und Butterblumen nach Herzenslust ausbreiten. Passend dazu wollte ich neben der Eingangstür noch eine dekorative Holzbank platzieren, auf der man sich auch mal mit einem Kaffee niederlassen und Nachbars Schafe beobachten kann.

Nichts einfacher als das, dachte ich mir und musste dann aber feststellen, dass eine massive Holz-Bank direkt mehrere hundert Euro kostet. Und das war mir dann für „Deko“ doch ein bisschen zu viel. Als ich das meiner Freundin Lise erzählt hab, begannen ihre Augen sofort zu leuchten. Lise ist passionierte Online-Annoncen-Käuferin. Nichts, was sie nicht schon bei den einschlägigen Internetportalen in der Umgebung gefunden hat. Gesagt und nachgeschaut: 10 km entfernt gab es eine gebrauchte Teakholzbank für 50 Euro. Wir haben der Besitzerin also eine Nachricht geschickt und eine Stunde später war ich auf dem Weg, um die Bank zu inspizieren. Sie war zwar nicht mehr neu, aber soweit in einem guten Zustand und nach einem netten Gespräch mit der Vorbesitzerin hab ich das gute Stück eingeladen und mein neues Projekt konnte starten.

Den alten Wetterschutzlack wollte ich „mal eben schnell“ entfernen und durch eine Schicht Öko-Holzschutzöl ersetzen. Wie passend, dachte ich, dass ich mit einem handwerklich begabten Herzblatt verheiratet bin… In meiner Vorstellung erklärte mir das Herzblatt kurz die Nutzung des passenden technischen Geräts und dann hätte ich – genau wie die YouTube-Stars – mein DIY-Projekt so nebenbei abgeschliffen, geölt und dann innerhalb von drei Stunden fertig strahlend aufgestellt. Anschließend wäre noch ein neues – am besten natürlich selbstgenähtes Kissen platziert worden und ich hätte es mir mit einem Latte Macchiato gemütlich gemacht. 🙂 Die Realität sah dann so aus, dass das Herzblatt mir erst mal SEHR ausführlich drei verschiedene Schleifmaschinen zeigte und ich bereits nach zwanzig Sekunden Schwing-, Winkel- und Exzenterschleifer verwechselt hab.

Das wiederum führte dazu, dass das Herzblatt und ich ausfechten mussten, ob die korrekte Bezeichnung einer Maschine auch Voraussetzung für deren Nutzung darstellt und am Ende verging der erste Nachmittag des „DIY-Projekts“ mit einem Streit darüber, welche Schleifmaschine was tut und warum wir überhaupt so viele unterschiedliche besitzen. Da zu meinen größten Schwächen das Schmollen gehört, hab ich die Bank erst mal in die Garage gestellt und beschlossen, dass Upcycling auch im nächsten Frühjahr noch ein schönes Hobby sein kann.

Ein paar Wochen später hat Lise dann nachgefragt, was eigentlich aus der Bank geworden sei und so haben wir uns dann zu zweit erneut an die Arbeit gemacht und den blöden Wetterschutzlack runtergeholt. Und zwar ganz oldschool mit einem einfachen Stück Schleifpapier: Grobe Körnung auf Holzklotz! Zwar hat mein Dickkopf dafür gesorgt, dass das „Projekt Bank“ nicht an einem Nachmittag fertig wurde, aber zusammen mit Lise hat die Arbeit tatsächlich noch mehr Spaß gemacht. Und nachdem wir dann auch noch mit dicken Pinseln das Holzschutzöl aufgetragen hatten und die Bank neben der Eingangstür platziert hatten, war auch das Herzblatt ganz begeistert. So sehr, dass er Lise und mir ein Glas Prosecco gebracht hat. Und das war dann tatsächlich wie bei den YouTube-Stars. 🙂

Und während wir gerade feststellten, dass ein kleines Tischchen oder eine andere Abstellmöglichkeit für die Gläser das Ganze noch bereichern würde, kam Jan vorbei. Jan ist unser neuer Tierarzt, der vor kurzem einen großen alten Hof bei uns im Dorf gekauft hat und jetzt dabei ist, diesem mit viel Herz, Mühe und noch mehr Geld zu neuem Glanz zu verhelfen. Jan war maximal unzufrieden, da es schon wieder Probleme auf seiner Baustelle gab und auch die Handwerker keine schnelle Lösung anbieten konnten, sondern achselzuckend dastanden und an den abwesenden Chef verwiesen. Und gerade bei der Heizungsanlage für das altes Backstein-Ensemble, das aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht von außen gedämmt werden darf, wäre ein kompetenter und ANWESENDER Fachmann für den noch in Hamburg lebenden Jan von Vorteil gewesen. Und wieder mal war Lise die Rettung in der Not: Ihr Bruder ist Heizungsbauer und hatte sich vor einiger Zeit selbstständig gemacht. Einen Anruf und eine Einladung zu unserem nächsten Gartenfest später, hatte der Bruder versprochen, sich mit Jan zusammenzusetzen und sich die bisherigen Pläne der Heizung mal näher anzusehen. Auch bei uns war Jans Großprojekt mittlerweile ein Thema, da er viele seiner Ideen mit dem Herzblatt diskutierte und einmal nach einem langen Tag, der mit einem Besuch auf seiner Großbaustelle endete, auch in unserem Gästezimmer eingeschlafen ist.

Meine stille Hoffnung in diesen Wochen, dass Lises Hilfsbereitschaft und Jans geschundenes Herz vielleicht eine ganz gute Kombination abgeben könnten, wurde von Lise, nach dem Kennenlernen auf der Holzbank, jedoch zerstört. „Diesem arroganten Städter hab ich nur geholfen, weil das ja offensichtlich ein Freund von Euch ist“, polterte sie los, nachdem Jan in seinem großen Jeep wieder davongefahren war. So richtig widersprechen konnte ich ihr nach dem Auftritt nicht – Jan war über den Handwerker ziemlich erbost gewesen und gab mit seiner teuren Tierarzt-Kluft und dem dicken Auto schon ein verzerrtes Bild ab. Das Herzblatt und ich kennen Ihn halt mittlerweile ganz anders Aber Lise, blieb vorerst dabei: „Arroganter Schnösel“.

Wie sich unsere Freundschaften auf dem Land entwickelt haben und wie das mit Lise und dem „arroganten Schnösel“ so weitergeht, das könnt Ihr bald lesen…

Über diesen Autor

Tine, 39, lebt mit ihrem Herzblatt und zwei Kindern auf dem Land! In unregelmäßigen Abständen schreibt sie die Blogovela `Mitten im LandLeben´

Fotos: Udo Kruse – stock.adobe.com; contrastwerkstatt – stock.adobe.com; aopsan – stock.adobe.com

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