Es war einmal … die Schallplatte. Lange Jahre fristete sie ein trauriges Dasein, in Kisten verpackt, in dunklen, feuchten Kellern gelagert. Längst hatten wir sie eingetauscht, erst gegen die glitzernde CD und dann gegen praktische Downloads und Streamings. Den Plattenspieler hatten wir entsorgt, zusammen mit dem scheinbar ebenso überflüssigen Kassettenrekorder.

Doch Totgesagte leben bekanntlich länger, und so feiert die Schallplatte ein strahlendes Comeback. Im Wohnzimmer wird wieder Platz geschaffen für die Sammlung – und für den Plattenspieler. Für Retromodelle wie den legendären SL 1200MKII von Technics werden Mondpreise aufgerufen, innovative Tüftler wie die Wiener von Pro-Ject machen mit schrägen Formen und knalligen Farben Lifestyle-Objekte aus den früher eher nüchtern schwarzen oder silbernen Abspielgeräten. Und auch der Audio-Mainstream produziert wieder Plattenspieler – und passt sie an die heutige Zeit an, unter anderem mit USB-Anschlüssen, die es erlauben, die Sammlung zu digitalisieren.

Wobei – warum sollte man das wollen? Den warmen, satten Sound einer gut produzierten Schallplatte (es gibt auch viel Soundmüll!) bekommt ihr mit anderen Abspielgeräten nie hin. Und das Erlebnis, eine Platte aus ihrer Hülle (oft ein kleines Kunstwerk) zu holen, auf den Plattenspieler zu legen und zuzusehen, wie die Nadel sich langsam senkt – so sinnlich kann kein Streaming sein.

Während das Vinyl-Revival in vollem Gange ist, haben Retro-Hipster schon den nächsten Trend ausgerufen: Zurück zum Kassettenrekorder! Und damit zu einer Zeit, als Jungs den Mädchen ihrer Träume noch Mixtapes mit Lieblingssongs aufnahmen. Aber das ist eine andere Geschichte…

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