Total real: Die neue Technik-Revolution findet im Wohnzimmer statt

Pokémon Go war 2016 der Anfang. Jetzt erobert Augmented Reality unsere Wohnzimmer. Aber was ist „AR“ überhaupt? Welche Produkte gibt es und welche Vorteile bieten sie? Mein.Wohn-Blogger Marc verrät euch alles, was ihr über die neue Technologie wissen solltet.

Im Sommer 2016 liefen uns andauernd Pokémon-Sammler über den Weg, die unentwegt auf ihr Smartphone starrten und dort Pikachu und Co jagten. Damals dachte ich nur: Was für ein Kinderkram! Dabei war das der erste Moment, in dem die Augmented Reality (AR) in mein Leben trat. Die virtuellen Fantasiewesen waren zwar nur auf dem Smartphone-Bildschirm zu sehen. Doch zugleich scannten die Fans mit der Handykamera ihre reale Umgebung – und machten sie damit zum Spielfeld. Die Folge: Pokémon „bevölkerten“ Marktplätze, Stadtparks und entlegene Seitenstraßen.

So verschwammen im Spiel die Grenzen zwischen virtueller und tatsächlicher Realität. Diese Verschiebung ist das Neue und Revolutionäre an der AR-Technologie. Im Gegensatz zur Virtual-Reality, in die man komplett abtaucht, befindet sich der AR-Nutzer immer noch im Hier und Jetzt. Aber diese Wirklichkeit wird „erweitert“ durch virtuell herbeigezauberte Informationen, Grafiken und Bewegtbilder.

Virtuelles Möbelrücken per App

Früher noch als die Spiele-Industrie erkannte der Onlinehandel das Potenzial der neuen Technologie. Bereits 2013 brachte beispielsweise Ikea die App „Place“ auf den Markt. Mit dieser könnt ihr auf dem Smartphone ausprobieren, ob beispielsweise ein Sessel optisch und größentechnisch in euer Wohnzimmer passt. Wie das funktioniert? Einfach den virtuellen Sessel aus dem Online-Katalog des Unternehmens herunterladen, den anvisierten Stellplatz mit der Handy-Kamera einscannen und das Sitzmöbel im Bild platzieren.

Renovieren ohne Reue

Augmented Reality bietet jedoch nicht nur beim Möbelkauf Vorteile, sondern auch beim Renovieren: Mit Apps wie dem „Amikasa 3D Designer“ (kostet euch etwa einen Euro) könnt ihr euch ansehen, welcher Bodenbelag und welche Tapete am ehesten in euer Wohnzimmer passt. Parkett oder Teppichboden? Weiße Wand oder doch lieber neongelbes Blümchenmuster? Dank der AR-Technik könnt ihr zuerst alle möglichen Optionen am Bildschirm durchspielen, bevor ihr euch für eine entscheidet. Das erspart mitunter viel Ärger im Nachhinein – siehe neongelbe Blümchentapete.

Geht es dann an die Arbeit, ist absolute Präzision gefragt: Der neue Parkettboden muss passgenau zugeschnitten werden, das Gleiche gilt für die Tapete. Dafür müsst ihr aber natürlich erst einmal die Länge und Breite der einzelnen Wand- oder Bodenabschnitte abmessen. Das funktioniert ganz klassisch mit einem Meterstab – oder ihr nutzt eine sogenannte Measure-App, die es von Apple und Google, aber auch von kleineren Anbietern gibt.

Die AR-Maßbänder erledigen den Großteil der Arbeit für euch. Einfach das Smartphone zur Hand und den Bereich, von dem aus der Abstand bestimmt werden soll, ins Sichtfeld der Kamera nehmen. Auf dem Display könnt ihr dann den Startpunkt markieren und eine Linie entlang der zu messenden Strecke ziehen. Seid ihr beim Ende angelangt, genügt ein zusätzlicher Touch auf den Bildschirm, schon wird euch der Abstand in Zahlen angezeigt. Danach könnt ihr die Tapete oder den Boden passgenau zuschneiden – nie war Ausmessen einfacher.

Über diesen Autor

Marc, 45, lebt in Hamburg in Hafennähe. Und das leidenschaftlich gern. In seiner Mietwohnung gibt es jede Menge Design und Hightech. Seine einstige Scheu vor smarten Gadgets hat er mittlerweile abgelegt – und ist begeistert von der neuen Technik.

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