Tipps gegen Kabelsalat in der Wohnung

Ob Hi-Fi, TV, Internet oder Ladestationen – elektronische Geräte brauchen Strom und müssen häufig auch noch untereinander verkabelt werden. Das sieht unschön aus und wird schnell unübersichtlich. Blogger Marc hat nach intelligenten DIY-Lösungen gesucht und sagt euch, worauf ihr bei der Verlängerung von Elektrokabeln achten solltet.

Wie sicherlich viele von euch habe ich in den letzten Wochen einige Zeit damit zugebracht, meine vier Wände etwas in Ordnung zu bringen. Ich habe zwar kein so krasses „Death Cleaning“ durchgezogen wie meine Wohnblog-Kollegin Nina, aber schon einiges entrümpelt, durchsortiert und umgestaltet. Ganz oben auf meiner To-do-Liste standen einige Ecken und Nischen in meiner Wohnung, die im Lauf der Zeit von einem Ärgernis heimgesucht wurden, das – nicht nur, aber besonders – technikverliebte Männer im Lauf der Zeit in ihrer Wohnung ergreift: Kabelsalat. Vom Telefonanschluss mit Router und Smart-Home-Hub über die obligatorische TV- und Hi-Fi-Ecke bis hin zu meinem PC-Schreibtisch (ich weiß schon, PC sind heutzutage etwas für Dinosaurier, aber da bin ich oldschool) – das Kabelchaos knäulte und verdrehte sich in so mancher Ecke.

Das schlimme daran: ist der Kabelsalat erst einmal an einem Ort in der Wohnung eingezogen, bekommt ihr ihn so einfach nicht wieder weg. Da man zumeist keine Lust hat, den alten Kabelwust zu entwirren, gesellen sich neue Geräte mit ihren Kabeln wild dazu und verwursteln sich in Windeseile mit den Altbeständen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern nervt auch beim Saubermachen. Ganz davon zu schweigen, was los ist, wenn man dann doch einmal an die ominösen Kabel ranmuss: „Wozu gehört dasjetzt? Wo geht das Kabel hin, wo kommt es her?“ Damit diese Frustrationserlebnisse der Vergangenheit angehören, gibt es nur eine Lösung: Kabelsalat frühzeitig vermeiden! Wie das am besten geht, zeige ich euch hier anhand von ein paar cleveren Lösungen.

Auch beim Vermeiden von Kabelsalat gilt: Ordnung ist das halbe Leben

Die ultimative Kabel-Weisheit stelle ich gleich an den Anfang: Kabelsalat könnt ihr am besten vermeiden, wenn ihr ihn erst gar nicht entstehen lasst. Was dagegen hilft? Ordnung in die Kabel bringen – und zwar am besten von Grund auf. Ich habe dazu bei mir vier Maßnahmen ergriffen, die ich hier gerne als Tipps an euch weitergebe:

Erstens habe ich überall dort, wo mehr als drei Kabel verlaufen, damit begonnen, alle Kabel – so weit das möglich ist – farblich unterscheidbar zu machen. Das funktioniert besonders einfach bei USB-Kabeln. Zum Beispiel an meinem PC: Die USB-Verbindungen zum Drucker, zur Tastatur, zur externen Festplatte und so weiter haben jetzt alle eine andere Farbe. Alternativ markiert ihr jedes Kabel auf beiden Seiten mit zwei gleichfarbigen Foldbackklammern – die gibt es für relativ kleines Geld im Schreibwarenhandel.

Zweitens werden alle Kabel, die in einem Gerät mit mehreren Anschlüssen – wie Computer, Router, Fernseher oder Hi-Fi-Anlage – stecken, mit einem Klebestreifen versehen und gut leserlich beschriftet. Mein Tipp dazu: Einfach ein circa acht Zentimeter langes helles Klebeband gegen sich selbst mittig um das Kabel kleben und auf einem Ende beschriften.

Meine dritte Methode, um Kabelsalat effektiv zu vermeiden: Alle Kabel werden, so weit das möglich ist, zusammen verlegt und so befestigt, dass sie aus dem Sichtfeld verschwinden und beim Saubermachen nicht stören. Dafür könnt ihr – das ist am preiswertesten – entweder Kabelbinder mit Klettverschluss verwenden oder bei nicht allzu vielen und allzu dicken Kabeln ebenfalls wieder die Foldbackklammern zweckentfremden. Diese lassen sich wie Kabelbinder übrigens auch sehr gut dazu verwenden, die zusammengebundenen Kabelstränge an Gegenständen wie Regalen, Tischbeinen oder Arbeitsplatten zu befestigen, um sie auf diese Weise zu verstecken. Die elegantere Alternative sind flexible Spiral-Kabelschläuche. Sie empfehlen sich besonders dann, wenn ihr es mit sehr dicken, widerspenstigen Kabeln zu tun habt oder es keine Möglichkeit gibt, die Kabel, wie das oft bei aufgehängten Fernsehern der Fall ist, hinter Möbeln verschwinden zu lassen.

Viertens lohnt es sich von Zeit zu Zeit, die vorhandenen Kabelbestände durchzusehen, zu ordnen und Kabel, die ihr nicht mehr benötigt, auf dem lokalen Recyclinghof zu entsorgen. Offen gestanden kam bei diesem letzten Schritt bei mir so einiges zusammen. Der Blick in die Kiste mit dem ganzen alten Kabelsalat sorgte bei mir für einen kurzen Moment der Melancholie, weil ich darin meine persönliche Technikgeschichte der letzten 20 Jahre erblickte: „Was wollte ich eigentlich jemals mit einem fünf Meter langen Scartkabel?“

Drei Lifehacks gegen Kabelsalat

Ob bei Ikea, im Elektro- oder Schreibwarenhandel oder im Baumarkt: Viele Shops bieten nützliche Helferlein an, die euch dabei unterstützen, Kabelsalat zu vermeiden, indem sie die „Kabellage“ besser organisieren oder schlicht verstecken. Zum Beispiel in einem Kabelsammler mit Deckel. Das ist eine – in der Regel – eher unauffällige Plastikbox mit Löchern zur Durchleitung der Kabel und einem Deckel, über den ihr auf das Innere der Kabelbox zugreifen könnt. Die Dinger kosten kein Vermögen und können mit einem Holzdeckel ganz adrett aussehen. Alternativ könnt ihr euch einen Kabelsammler mit einem simplen DIY-Hack auch selbst basteln: Am einfachsten geht es mit einem gut erhaltenen Schuhkarton, in den ihr ein paar Löcher zur Durchleitung der Kabel schneidet. Vielleicht habt ihr einen schönen Schuhkarton, der sich auch so unter einem Tisch ganz passabel als Kabelsammler macht. Sonst beklebt ihn nach euren individuellen Vorstellungen mit Folie oder Geschenkpapier.

Und was passiert mit den Kabeln, die weiterhin in der Schublade gehortet werden? Auch hier ist es angenehm, den Überblick zu behalten, in dem ihr auch an diesem Ort den Kabelsalat vermeidet. Die einfachste Lösung: wickelt die Kabel auf und steckt sie in eine Toilettenpapierrolle. Durch die Spannung des Kabels bekommt ihr so im Handumdrehen und ohne weitere Kosten kompakte Päckchen, die sich beschriften und, sofern ihr Lust dazu habt, mit einer aufgeklebten Papierhülle verschönern lassen. Ihr könnt dazu natürlich auch Klettbänder verwenden, aber ehrlich gesagt finde ich den Toilettenpapier-Hack nicht nur billiger und – sofern ihr sie verschönert – wesentlich eleganter. Die Toilettenpapierrollen sind zudem äußerst praktisch, weil sich die meisten Kabel mit ihnen sehr einfach entnehmen und wieder verstauen lassen.

Der größte Problembezirk in Sachen Kabelsalat vermeiden lag auf meinem Flur: Unter einem kleinen Sideboard verbarg sich dort ein Sammelsurium aus Dosen und Kabeln für Telefon, Internet und Smarthome. Wohin damit? Die Lösung kam mir an einem Samstag bei Ikea und ihr Name lautet: Skadis. Das ist ein Stecktafelsystem, das aus einer Lochplatte und einer kleinen Armee von Haltern und Behältern besteht. Ich habe die Lochplatte auf dem Flur diskret an die Wand gehängt und zur technischen Leitstelle umfunktioniert: Dort sind jetzt nicht nur fein übersichtlich Router, Telefon und Co. angebracht, auf einer kleinen Ablage fand dort auch gleich eine kleine Aufladestation für mein Telefon und meine Sportuhr Platz.

Sicherheitstipp: Achtung bei der Verlängerung von Stromkabeln

Wo wir beim Thema Kabelsalat vermeiden sind, habe ich noch einen wichtigen Sicherheitstipp für euch. Er betrifft etwas, das ich immer wieder bei Freunden und Bekannten sehe und das mir regelmäßig die Haare zu Berge stehen lässt: hintereinander geschaltete Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen. Gerade dort, wo viele Geräte und wenige Steckdosen sind, behelfen sich viele Leute mit einem Kabelsalat der Marke Steckdosenleiste, um alle Verbraucher komfortabel mit Strom zu versorgen. Das ist aber sehr gefährlich! Denn beim Zusammenstecken können die Stecker beim Stromfluss schnell überhitzen, wenn am Ende der Kette viel Strom verbraucht wird. Das kann bei einer Kombination aus Wasserkocher, Kaffeemaschine und Toaster oder Waschmaschine und Bügeleisen sehr schnell der Fall sein. Dann herrscht akute Schwelbrandgefahr. Aus diesem Grund solltet ihr euch angewöhnen, niemals zwei Steckdosenleisten oder Verlängerungskabel hintereinander zu stecken!

 

Kurz & knapp:Kabelsalat könnt ihr am besten vermeiden, wenn ihr Ordnung in die gesamte Verkabelung in eurer Wohnung bringt. Dabei könnt ihr schon mit ein paar ganz einfachen Tipps und Tricks große Wirkung erzielen.

 

ÜBER DIESEN AUTOR

Marc, 46, lebt leidenschaftlich gern in Hamburg in Hafennähe. In seiner Mietwohnung gibt es jede Menge Hightech und damit auch viele nervige Kabel, für die der Design-Liebhaber immer neue Lösungen finden muss.

Foto: spozzn – stock.adobe.com

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