Tannenbaum und Heizung: Leise rieseln die Nadeln…

Tannenbaum und Heizung mögen sich nicht wirklich. Blogger Nico kennt ein paar Kniffe und Tricks, mit denen ihr euren Weihnachtsbaum aber bis zum Fest in seiner vollen Nadelpracht erhalten könnt.

Heja, seid ihr (noch) im Weihnachtsstress? Bei mir überwiegt mittlerweile eindeutig die Vorfreude auf das Fest. Ein wichtiger Punkt auf meiner Weihnachtsliste war der Tannenbaum, und der ist seit dem letzten Wochenende abgehakt. Dazu sind wir zu einer nachhaltig betriebenen Plantage vor den Toren Hamburgs gefahren und haben ihn selbst geschlagen. Das hat nicht nur riesig viel Spaß gemacht, sondern auch ganz praktische Vorteile: Man sieht genau, was man bekommt, und weiß genau, wann der Baum – in unserem Fall eine Nordmanntanne – geschlagen wurde.

Der Förster auf der Plantage hat uns außerdem ein paar praktische Tipps mit auf den Weg gegeben, wie wir den Weihnachtsbaum am besten transportieren, lagern und aufstellen sollen, ohne dass er seine Nadeln verliert. Diese überaus hilfreichen Informationen will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Vermeintliche Schnäppchen: Tannenbäume aus dem Baumarkt werden teilweise Wochen vorher geschlagen und trocknen deshalb schnell aus

Tipp 1: Augen auf beim Baumkauf

Eine wichtige Entscheidung für ein nadelfreies Weihnachtsfest trefft ihr bereits mit der Auswahl des Baums. Der sollte nämlich möglichst frisch geschlagen sein. Wenn ihr euren Tannenbaum im Baummarkt oder auf einem lokalen Weihnachtsmarkt kauft, achtet darauf, dass die Schnittfläche noch hell ist und die Nadeln so weich sind, dass ihre Spitzen bei einer Berührung mit der Fingerspitze nicht in die Haut piksen. Für Last-Minute-Käufer hatte der Förster eine schlechte Nachricht: Viele Bäume, die von Händlern auf Märkten verkauft werden, wurden oft schon Wochen vorher geschlagen und können kurz vor Weihnachten dementsprechend ausgetrocknet sein.

Tipp 2: Von Beginn an aufpassen, dass der Baum nicht austrocknet

Denn die größte Gefahr für die Lebensdauer eures Tannenbaums ist sein Austrocknen. Deshalb solltet ihr alles dafür tun, dass der Baum nicht zu schnell seine Feuchtigkeit verliert. Das beginnt schon nach dem Kauf: Wenn ihr den Baum über längere Zeit auf eurem Autodach transportieren müsst, empfiehlt es sich, ihn in eine Folie oder Plane einzuschlagen, damit ihm der Fahrtwind nicht das Wasser entzieht. Zuhause angekommen lagert ihr den Baum nach Möglichkeit an einem kühlen Ort – zum Beispiel im Garten, Keller oder auf der Terrasse oder dem Balkon – und stellt ihn in einen Eimer Wasser. Das hält ihn lange frisch. Wurde der Baum schon vor längerer Zeit geschlagen, sägt ihr den Stamm noch etwas nach, ohne ihn anzuspitzen oder abzuschälen, weil so das Wasser durch die frische Schnittstelle unter der Rinde am besten in den Baum zirkulieren kann.

Tipp 3: Den Tannenbaum nicht direkt an der Heizung aufstellen

Bei uns wird der Baum erst an Heiligabend ins Wohnzimmer geholt und geschmückt. Diese Tradition hat zugleich den Vorteil, dass der Weihnachtsbaum erst zu den Festtagen ins Warme kommt und somit länger frisch bleibt. Denn in der Wohnung angekommen droht den Nadeln eures Tannenbaums ein übermächtiger Feind: Wärmequellen wie die Heizung oder ein Kaminofen. Dagegen hilft nur ein mit Bedacht ausgewählter Ort zum Aufstellen. Jetzt sagt ihr: „Okay, also nicht direkt vor dem Heizkörper. Kein Problem, neben der Balkontür ist auch ein hervorragendes Plätzchen frei, da bekommt der Baum außerdem ab und zu Frischluft.“ Laut dem Herren Förster macht auch Zugluft die Nadeln trocken. Also auch keine ganz gute Entscheidung.

Tipp 4: Tannenbaum ist nicht gleich Tannenbaum

Es kann aber noch vertrackter werden: Und zwar dann, wenn ihr eine Fußbodenheizung habt. In diesem Fall ist es egal, wo der Tannenbaum steht, die Heizung trocknet ihn unweigerlich aus. Hossa, ist es so kompliziert einen Weihnachtsbaum aufzustellen? Nicht unbedingt. Wenn euer Baum in der Wohnung warmer Heizungsluft ausgesetzt ist, entscheidet euch einfach für einen Christbaum, der nicht so stark zum Nadeln neigt. Das sind Nordmann- und Nobilistannen. Die etwas günstigeren Rot- und Blaufichten haben hingegen wesentlich empfindlichere Nadeln.

Tipp 5: Den Baum auch während der Festtage feucht halten

Um ganz sicher zu gehen, dass sich euer liebevoll geschmückter Baum über die Weihnachtstage von seiner schönsten Seite zeigt, könnt ihr zudem das Stammende in ein Wasserbad stellen und die Nadeln regelmäßig mit Wasser besprühen. Und wenn ihr zwischendurch auf Familienbesuch seid, dreht ihr in dem Raum, in dem der Tannenbaum steht, am besten die Heizung runter. Das spart Energie und bewahrt den Baum in seiner ganzen Pracht.

Kurz & knapp:

  • Auch bei Weihnachtsbäumen gibt es Zertifizierungen für besonders hohe Umweltstandards:
  • Die höchsten Standards versprechen Biosiegel wie Naturland, Bioland oder Demeter, die ihr auch aus der Lebensmittelproduktion kennt.
  • Daneben steht aber auch eine Zertifizierung nach dem FSC-Standard und das dänische „Fair Trees“-Label für eine umweltgerechte Aufzucht der Bäume.

Über diesen Autor

Nico, 29, ist vor zwei Jahren mit seiner Freundin aus Süddeutschland an den Stadtrand von Hamburg gezogen. Ihren Weihnachtsbaum haben die beiden in diesem Jahr selbst geschlagen.

Fotos: JenkoAtaman – stock.adobe.com; prostooleh – stock.adobe.com

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