Staubwischen: Wie die langweiligste Sache der Welt erträglicher wird

Frau nimmt Staub mit einem Wischtuch auf

Regale, Fenster, Böden – Staub bahnt sich seinen Weg auf jede Oberfläche. Ihn vollständig zu entfernen, ist eine Herausforderung, ihn für längere Zeit fernzuhalten, scheint unmöglich. Unsere Bloggerin Tine gibt den Kampf nicht auf. Mit einigen Tipps und Tricks kann man dem ungebetenen Gast in unseren vier Wänden nämlich eins auswischen!

Der wohl schönste Part des Putzens ist für mich der Moment, in dem ich mich nach getaner Hausarbeit auf die Couch fallen lassen und mein Werk begutachten kann. Bei dem Blick auf die Uhr erschrecke ich mich aber regelmäßig. Es kostet nämlich viel Zeit, klar Schiff zu machen. Erst recht, wenn das ganze Haus vom Staub befreit werden soll. Aus der regelmäßigen Praxis habe ich zumindest gelernt, welche Utensilien sich zum Putzen am besten eignen und mit welchen Tipps Staubwischen effektiv ist – und in einigen Fällen sogar Spaß machen kann.

Beim Staubwischen ist systematisches Vorgehen das A und O

Den wohl besten Tipp zum Thema Staubwischen hat mir meine Mutter immer wieder eingebläut: „Wenn du nicht nachdenkst, bevor du putzt, musst du ein zweites Mal ran.“ Und sie sollte Recht behalten. Ohne systematisches Vorgehen dauert der Hausputz tatsächlich mindestens doppelt so lang. Bevor ich mich ans eigentliche Staubwischen mache, staubsauge ich unsere gesamte Wohnung. So vermeide ich, dass die grauen Wollmäuse im Anschluss aufgewirbelt werden und sich erneut auf die soeben vom Staub befreiten Oberflächen legen. Danach arbeite ich mich von oben nach unten vor. Erst säubere ich Deckenleuchten, Gardinenstangen und Schränke von Staub, dann wage ich mich an Sideboards, Tische, Regale und elektronische Geräte.

Nicht weniger wichtig ist die Wahl der Putzutensilien. Es bedarf keiner teuren und speziellen Produkte, um Möbel effizient zu entstauben. Ein einfaches Baumwoll-Tuch und lauwarmes, klares Wasser reichen völlig aus. An der Frage, ob das Tuch nass oder trocken sein sollte, scheiden sich die Geister. Ich persönlich präferiere die goldene Mitte und rücke dem Staub mit einem nebelfeuchten Tuch auf die Pelle. Ein trockener Lappen würde den Staub aufwirbeln, ein zu nasses Tuch kann auf Holzmöbeln unschöne Wasserflecken hinterlassen. Die Technik der kreisenden Bewegungen fängt die Schmutzpartikel optimal auf. Ich stelle mir immer einen Wassereimer zur Seite und spüle das Tuch regelmäßig aus. Bei besonders hartnäckigen oder verstaubten Stellen ist womöglich ein weiterer Wischvorgang vonnöten. Neben Tüchern aus natürlichen Fasern sind solche aus Mikrofasern beliebt. Die antistatischen Lappen ziehen den Staub wie ein Magnet an. Jedoch ist aus zwei Gründen von Mikrofaser-Tüchern abzuraten. Zum einen können sie auf bestimmten Oberflächen durch ihre leicht raue Beschaffenheit kleine Kratzer hinterlassen. Zum anderen hält die Natur wenig von dem Material. Beim Waschgang verlieren die Tücher Mikroplastik, das biologisch nicht abbaubar ist und in der Umwelt großen Schaden anrichten kann.

Mit einfachen Mitteln neuen Staub vorbeugen

Staub lässt sich leider nicht vermeiden. Mit einigen Präventionsmaßnahmen allerdings kann die Staubbildung hinausgezögert bzw. reduziert werden. Im Kampf gegen den Staub ist eine hohe Luftfeuchtigkeit deine effektivste Hilfe. Ein feuchtes Raumklima bindet den Staub und vermindert das Ausbreiten der Partikel. Hierfür solltest du morgens und abends für fünf bis zehn Minuten stoßlüften. Dann hat der Staub nicht genug Zeit, einzudringen und sich abzusetzen. Bleiben Fenster und Balkontüren länger geöffnet, wird die Staubbildung hingegen begünstigt. So gelangt – insbesondere zur Pollen-Saison im Frühling – noch mehr Staub in die Wohnung. Im Winter können zusätzlich Wasserschalen auf Heizkörper gestellt werden. Die Verdunstung sorgt dann für eine gute Luftfeuchtigkeit.

Pflanzen sind echte Alleskönner. Sie sorgen für ausreichend Sauerstoff, filtern Schadstoffe aus der Luft und befeuchten sie. Zimmerpflanzen mit großen oder vielen Blättern wie Farn oder Efeu sind obendrein wahre Staubfänger. Pflanzen erhöhen nämlich die Luftfeuchtigkeit in ihrem Umfeld. Die Wassermoleküle binden sich an den Staub und machen ihn schwerer. In der Folge sinkt er hinab und lässt sich auf die Blätter nieder. Diese sollten daher häufig vom Staub befreit werden.

Frau gießt Zimmerpflanzen
Pflanzen sind tolle Helfer im Kampf gegen Staub

Ein weiterer Tipp, Möbel weniger staubanfällig zu machen: Ein Gemisch aus einem Drittel Weichspüler und zwei Drittel Wasser macht Oberflächen leicht antistatisch. Fülle die Flüssigkeiten in eine leere und gereinigte Sprühflasche und wische mit einem angefeuchteten Tuch über die Einrichtungsgegenstände. Vorsicht ist bei Möbeln aus echtem Holz und Elektrogeräten geboten, da sie beschädigt werden können.

Nicht nur Oberflächen aus Holz, Plastik und Metall ziehen Staub an. Kissen und Bettdecken sind ebenfalls Staub-Sammelstellen. Sie sollten regelmäßig auf dem Balkon oder im Garten ausgeschüttelt werden. In Gardinen verfangen sich zwar nicht annähernd so viele Staubpartikel, sie sollten aber dennoch mehrmals im Jahr den Weg in die Waschmaschine finden. Bei größeren Stoffmöbeln wie Couch und Matratze darf der Staubsauger zum Einsatz kommen. Geeignete Aufsätze wie Polsterdüsen entfernen Schmutz, ohne ihn durch die Gegend zu wirbeln. Apropos Staubsauger: Staubsaugerbeutel und Filter sollten regelmäßig gewechselt bzw. gereinigt werden. Ansonsten verteilst du den Staub mehr, als dass du ihn aufnimmst.

Tipps für mehr Motivation beim Staubwischen

Es gibt wahrlich schönere Beschäftigungen als Putzen. Wenn ich meinen inneren Schweinehund aber erst einmal überwunden habe, geht die Arbeit besser von der Hand als gedacht. Dabei hilft mir meine Putz-Playlist, die mich sofort in die richtige Stimmung versetzt. Tanzend und singend vergeht die Zeit wie im Flug. Wenn mein Mann und ich gemeinsam saubermachen und die Aufgaben untereinander aufteilen, geht alles noch einfacher und schneller von der Hand. Bei uns wird meistens freitags oder samstags Staub gewischt. Ist alles erledigt, fühlen wir uns wieder richtig wohl in unserem Häuschen.

Es gibt aber auch Tage, an denen ich mich zum Staubwischen überhaupt nicht motivieren kann. Dann führe ich mir einen Fun Fact vor Augen: Staub enthält nicht nur Pollen und fördert somit das Bestäuben der Blüten. Ohne Staub gäbe es auch keine Wolkenbildung und folglich keinen Niederschlag. Staub ist also gewissermaßen eine Grundbedingung für menschliches Leben. Bei diesen Gedanken darf sich die graue Schicht auch mal einen Tag länger bei uns zu Hause fühlen.

Kurz & knapp:
Staubwischen ist nicht jedermanns Lieblingstätigkeit. Hat man den Dreh aber erst einmal raus und einige wertvolle Tipps verinnerlicht, raubt der Hausputz viel weniger Zeit und Nerven.

Über diesen Autor

Tine, 40, lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern auf dem Land. Mit ihrer Familie in einem aufgeräumten und sauberen Zuhause zu leben, ist ihr besonders wichtig.

Fotos: Pixel-Shot – stock.adobe.com

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