Staubsaugroboter im Alltagstest: „Nach dem Chaosprinzip durch die Wohnung“

Unser Redakteur Marc hat gute Freunde im Hamburger Stadtteil St. Georg. Bei einem gemeinsamen Essen vor einigen Monaten huschte plötzlich etwas zwischen seinen Füßen herum. Und es war nicht der Labrador, der nachschauen wollte, ob wohl etwas Leckeres vom Tisch gefallen wäre. Nein, dieses unbekannte Wesen war flach und brummte und summte. Ein Staubsaugroboter, klärten Tom und Lukas unseren Blogger auf. Jetzt haben die beiden die elektronische Haushaltshilfe seit 100 Tagen. Zeit für ein erstes Fazit.

MeinWohn.Blog: Hallo, Tom und Lukas, erzählt uns doch bitte mal, wie es dazu kam, dass ihr euch einen Robosauger angeschafft habt.
Lukas: Eigentlich wollte ich ihn Tom zum Geburtstag schenken, Freunde steckten mir aber, dass er so’n Ding total doof findet…
Tom: …und dieselben Freunde erzählten mir von Lukas und seiner Idee. Also dachte ich mir: Drehe ich den Spieß einfach um und schenke ihm den Robosauger.
MeinWohn.Blog: Was hat dich an dem Gerät fasziniert, Lukas?
Lukas: Ich liebe technische Innovationen. Und dachte, da wir einen Hund haben, der zweimal im Jahr heftig haart, dass der Robosauger die Haare schön aufsaugen kann, während wir tagsüber bei der Arbeit sind.
MeinWohn.Blog: Wie kam das Geschenk an, Tom?
Tom: Es war ja eigentlich eher so als Gag gedacht, als Zusatzgeschenk. Aber als er den Robosauger ausgepackt hatte, fingen seine Augen an zu leuchten, und die anderen Geschenke waren vergessen.
MeinWohn.Blog: Nach welchen Kriterien hast du den Robosauger ausgesucht, Tom?
Tom: Ursprünglich wollte ich einen ganz billigen kaufen, es sollte ja mehr ein Gag sein. Aber nachdem ein Freund mit einem Discounter-Gerät schlechte Erfahrungen gemacht hatte, habe ich mich beim Elektrofachhändler beraten lassen. Flach sollte er sein, weil er unter unsere Schränke kommen muss. Er soll ja auch an Stellen sauber machen, die man selbst gern übersieht.
MeinWohn.Blog: Welcher ist es denn geworden, und was hast du ausgegeben?
Tom: Deebot Slim heißt der – und es gab ihn eine Zeitlang auch in einer Edition im „Captain America“-Design.


Lukas: Die hätte aber nicht zu unserer Inneneinrichtung gepasst.
Tom: Ausgeben habe ich etwa zweihundert Euro, dafür kann er einiges nicht, was teurere Geräte können: Höhenunterschiede überwinden, zum Beispiel zwischen Holzboden und Teppich, auf Treppen eingesetzt werden, was wir in unserer Wohnung aber auch nicht brauchen. Eine Bedienung per App ist leider auch nicht möglich, was ein bisschen schade ist.
Lukas: Genau: Anders als mein Elektroauto kann ich ihn nicht von unterwegs aktivieren.
MeinWohn.Blog: Habt ihr irgendwelche Probleme mit dem Robosauger?
Tom: Na ja, wenn er im Bad landet, kommt er da nicht mehr über die zwei Zentimeter hohe Schwelle. Dann macht er endlos den Badezimmerboden sauber…
Lukas: …wenn er sich nicht unterm Klo verhakt.
Tom: Aber das ist nicht weiter schlimm. Ich war jedenfalls nach kurzer Zeit schon Fan von meinem eigenen Geschenk – weil Robby, wie wir ihn nennen, einfach an Stellen gekommen ist, wo wir offensichtlich noch nie geputzt haben. Zum Beispiel hat er Glasscherben unter den Fußleisten rausgesaugt.


Lukas: Man kann ihn auch so einsetzen, dass er speziell an den Rändern entlang saugt. Ansonsten düst er aber nach dem Chaosprinzip durch die Wohnung: Er saugt so lange durch die Wohnung, bis der Akku fast leer ist und er automatisch zur Station zurückfährt. Dabei fällt mir noch eine Schwäche ein: Er erkennt keine Kabel und rotiert immer wieder mal zwischen drei Dreiersteckern.
Tom: Aber in der Ecke ist es dann wenigstens unglaublich sauber.
MeinWohn.Blog: Stört es eigentlich den Hund, wenn der Robo unterwegs ist?
Tom: Ich glaube, es gibt wenige Hunde, die das so wenig tangiert wie Otto. Der interessiert sich mehr für Leckerlis.
MeinWohn.Blog: Wie laut ist denn Robby?
Tom: So laut, dass ich noch nie drüber gestolpert bin. Aber nicht so laut, dass es nervt.
MeinWohn.Blog: Brauchtet ihr die Bedienungsanleitung?
Lukas: Eigentlich nicht. Nur einmal, als wir ihn versehentlich programmiert hatten, jeden Tag zur selben Zeit auf Staubfang zu gehen.
MeinWohn.Blog: Fällt euch noch ein wichtiges Kriterium ein, dass man beim Kauf eines Saugroboters beachten sollte?
Lukas: Ja, für Allergiker zum Beispiel ist entscheidend, wie gut die HEPA-Filter sind. Das ist wie beim normalen Staubsauger: Wie viel Mikrostaub so ein Filter erwischt, ist zum Beispiel für die Stiftung Warentest ein wichtiges Kriterium. Staubsauger können auch Dreckschleudern sein. Auf der einen Seite saugen sie, auf der anderen blasen sie den Dreck wieder raus. Ich glaube, bei den Robosaugern war das bislang kein großes Thema, das ändert sich aber gerade.
MeinWohn.Blog: Spart ihr letztlich Zeit durch den Robosauger?
Lukas: Nicht wirklich, man muss ja vorher in der Wohnung klar Schiff machen, damit er sich nicht verheddert. In der Zeit hätte ich auch den Staubsauger in die Hand nehmen können.
MeinWohn.Blog: Überlegt ihr, euch ein hochwertigeres Gerät anzuschaffen?
Tom: Nein, die sind ja meist höher und kommen, wie gesagt, nicht unter die Schränke. Ist dann auch wieder witzlos.
MeinWohn.Blog: Wird der Staubsauger langsam zum Staubfänger
Tom: Ehrlich gesagt ja. Manchmal denken wir darüber nach, ihn mal wieder loszulassen, aber dazu kommt es immer seltener. Aber spätestens wenn Otto fies haart, im Oktober, kommt Robby wieder zum Einsatz.

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