Sommerbetrieb für die Heizung: Das solltet ihr auf dem Schirm haben

Eine Frau sitzt im Sommer vor der Heizung und liest

Die Heizung im Sommer einfach auszustellen, ist meistens nicht die Lösung. Sie sorgt nämlich nicht nur für warme Räume, sondern auch für warmes Wasser in Küche und Bad. Wie ihr eure Heizungsanlage in den Sommermonaten richtig einstellt, erfahrt ihr von unserem Blogger Nico. Eine Anmerkung vorweg: Der Sommer ist auch die ideale Jahreszeit, um veraltete Heizungssysteme zu modernisieren.

Wer regelmäßig meine Blogartikel liest, weiß, dass meiner Freundin und mir Klimaschutz und Energiesparen am Herzen liegen. Wie wir das am besten umsetzen, darüber habe ich kürzlich mit meinem Nachbarn gesprochen. Der wohnt in einem super ökologischen Niedrigenergiehaus.

Mein Nachbar schlug vor, dass wir unsere moderne Heizung in den warmen Monaten komplett ausstellen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Schließlich benötigen wir die Heizung, um unser Wasser für Küche und Bad zu erwärmen. Darüber hinaus sind die Sommer in Norddeutschland oft von wechselhaften Temperaturen geprägt – da bleibt zusätzliches Heizen leider oft nicht aus. Deshalb stellen wir die Heizung während der wärmeren Monate auf Sommerbetrieb. Sie ist also nicht komplett ausgestellt, sondern reagiert nur, wenn die Außentemperatur über einen längeren Zeitraum unter eine gewisse Gradzahl fällt.

Dann arbeitet die Umwälzpumpe nicht konstant, sondern nur bei Bedarf. Eine Ausnahme bilden Haushalte, in denen Wasser durch einen Durchlauferhitzer oder mit einer Solarthermieanlage erwärmt wird. Hier kann theoretisch – sofern es im Sommer nicht plötzlich kühl wird – die Heizung komplett ausgeschaltet werden. Doch meine Freundin und ich haben jetzt eine noch bessere Lösung gefunden, mit der wir die Heizung fast komplett ausstellen und spürbar Energie sparen können. Ein Blick auf Nachbars Dach hat uns auf die Idee gebracht …

In welchen Monaten müssen wir heizen?

Die sogenannte Heizperiode, in der die Heizung in den meisten Haushalten durchgängig in Betrieb ist, fängt in der Regel am 1. Oktober an und endet am 30. April. Diese Regeln gelten nur für Vermieter, als Hausbesitzer könnt ihr eure Heizungseinstellungen selbstverständlich frei wählen. Und es kommt natürlich auch auf die Außentemperaturen an – es sollte stets eine angemessene Raumtemperatur erhalten bleiben. Sonst leidet neben der Bausubstanz des Hauses auch eure Wohnqualität. Daher müssen die Heizkörper notfalls auch mal zwischen Mai und September laufen. Darüber hinaus bleibt zu beachten, dass die meisten Haushalte die Heizung zur Erzeugung von Warmwasser nutzen müssen. Hier ist das komplette Ausschalten also gar nicht möglich.

Umweltfreundlich heizen im Sommer

Meine Freundin und ich hatten unsere Heizung in den vergangenen Jahren während der warmen Monate stets in Sommerbetrieb – hauptsächlich für die Erzeugung von Warmwasser. Da wir schon einige Jahre mit der Nutzung von Sonnenenergie liebäugeln, ist nun die Entscheidung gefallen: Auf unser Dach kommt eine Solarthermieanlage – die hat unser Nachbar nämlich auch! Die Solarkollektoren generieren Wärmeenergie für Heizung und Warmwasser. Wie das genau funktioniert, lest ihr in meinem Artikel Solarthermie vs. Photovoltaik: Zwei Arten, die Sonne anzuzapfen. Für den Fall, dass die Sonnenenergie mal nicht ausreicht und auch der Wasserspeicher nicht mehr über genügend Wärme verfügt, springt unsere moderne Öl-Brennwertheizung wieder an. Diese umweltfreundliche Kombination von Solarthermie und herkömmlicher Heizung nennt man übrigens Hybridheizung. Sie liefert uns neue Antworten darauf, wie wir im Sommer Heizkosten sparen können.

Solarthermieanlage auf dem Dach eines Wohnhauses
Die perfekte Technik für Sparfüchse und Klimafreunde: eine Solarthermieanlage.

Für einen Haushalt von drei bis fünf Personen empfiehlt sich eine Anlage im Format von 6 Quadratmetern. Der dazu gehörige Warmwasserspeicher sollte ungefähr 300 bis 500 Liter fassen. Eine Solarthermieanlage bekommt ihr schon für unter 3.000 Euro und wenn ihr vor dem Kauf einen BAFA-Antrag stellt, könnt ihr mit einer 30-prozentigen Förderung rechnen. Das Beste daran: Sie ist umweltfreundlich und deckt rund 50 Prozent des Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung. Wer sich auch für die große Variante mit zusätzlicher Unterstützung der Gebäudebeheizung entschließt, kann sogar bis zu 25% an Heizkosten sparen.

Modernisierung der Heizung im Sommer

Apropos Energie und Kosten sparen: Bei Heizungen, die 20 Jahre oder länger laufen, lohnt sich meist aufgrund ihrer geringeren Effizienz und dem relativ hohen Energieverbrauch eine Modernisierung. Denkt also rechtzeitig daran, eure Heizung umzurüsten, wenn ihr Energiekosten sparen und gleichzeitig etwas fürs Klima tun wollt. Aufgrund der Klimaschutzmaßnahmen und der sommerlichen Temperaturen ist jetzt die perfekte Zeit für die Umrüstung auf eine moderne Heizung. Denn zu dieser Jahreszeit ist es kein Problem, für kurze Zeit auf eine Heizung zu verzichten. Und im Endeffekt lohnt sich die Investition, da ihr durch neue Heizkörper dauerhaft Kosten sparen werdet.

Kurz & knapp:
Die meisten Heizung gehen auch außerhalb der Heizsaison in den Sommerbetrieb – hauptsächlich um Warmwasser zu erzeugen. Für Haushalte, die Energie und Heizkosten sparen wollen, lohnt sich der Einbau einer Solarthermie-Anlage, die im Sommer genügend Wärme generiert. Darüber hinaus ist die warme Jahreszeit perfekt dafür geeignet, auf eine moderne Heizung umzusteigen.

ÜBER DIESEN AUTOR


Nico, 31, ist mit seiner Freundin in ein kleines Häuschen mit Garten gezogen. Nun möchte er seine Wohnqualität verbessern und Energie sparen, indem er in eine Solarthermie-Anlage investiert.

 

Fotos: alexandre zveiger – stock.adobe.com, Hermann – stock.adobe.com

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