Smart ohne Frust – Das waren die Tech-Trends 2017 für dein Zuhause

Plug and play, einfach einstecken und loslegen – das versprechen Hersteller gern von ihren Produkten. Funktioniert nur leider oft nicht. Die Top-Gadgets des Jahres 2017 zeigen aber: Es geht doch!

Alle technischen Errungenschaften mit „Smart“ im Namen haben es erst schwer. Das Smartphone? War seit 1996 angekündigt, doch erst 2007 kam das iPhone und damit die erste echt coole Version auf den Markt. Smart-TV? War lange eher Stupid-TV: Hersteller versprachen uns ein Jahrzehnt lang, der Fernseher würde jetzt zur interaktiven Filmbibliothek und Nachrichtenzentrale. Richtig gelungen ist das erst seit 2014 mit der Einführung von Netflix und seiner Einbindung in Smart-TVs.

2017 war das Erfüllungsjahr für das Smart Home. Seit einer gefühlten Ewigkeit ist die Vernetzung des Zuhauses ein Thema für Firmen und Journalisten – nur nicht für Hausbesitzer und Mieter. Bislang wollte kaum ein Kunde die Kontrolle über seine Haustür, sein Licht, seine Heizung und seine Küche an einen Computer abgeben.

2017 wurde es ihm immerhin schon sehr viel leichter gemacht. Hauptgrund: der erfolgreiche Start digitaler Sprachassistenten in Minilautsprechern wie Amazon Echo, Google Home und bald Apples Home Pod. Vor allem in den USA ist der schlanke, vernetzte Amazon-Echo-Lautsprecher, mit dem man kommunizieren kann, ein echter Hit. Elf Millionen Geräte wurden 2016 verkauft, sagenhafte 22 Millionen sollen 2017 dazugekommen sein. Auch ein Grund für den Erfolg: Hersteller wie Amazon haben ihre Geräte für Drittanbieter geöffnet, das Internet of Things (IoT) wird Realität.

Home, Smart Home

So kann der Amazon Echo mit seiner Sprachassistentin Alexa jetzt auch smarte Glühbirnen oder Thermostate anderer Firmen ansteuern. Gerade bei Heizungsthermostaten ist die Umstellung alter Anlagen auf digitale Technik so naheliegend, Energieeinsparung und der praktischere Umgang so logisch, dass uns bisher nur unsere eigene Trägheit daran gehindert hat, die alten Systeme zu erneuern.

Nehmen wir das 2017 auf den Markt gebrachte Thermostat des deutschen Start-ups Tado. Anders als Anbieter wie Nest aus den USA, Bosch oder Elgato konzentriert sich Tado nur auf Heizungstechnik. Die Thermostate hängen an einzelnen Heizungen und an der zentralen Steuereinheit, wenn vorhanden. Ein Stick steckt in der WLAN-Einheit, gesteuert wird dann per App. Auf den Thermostaten ist die Temperatur zu sehen.

Klar, nachts die Temperatur absenken konnten schon vorher fast alle Old-School-Thermostat-Systeme. Jetzt geht das aber auch von unterwegs. Wer will, kann das System auch so einrichten, dass es die Heizung runterfährt, wenn keiner in der Wohnung ist – und wieder hoch, wenn wir uns der Wohnung nähern. Mehr zum Thema lest ihr hier.

Schwedische Gardinen

Aber nicht nur deutsche Start-ups wie Tado sind auf dem neuen Markt der smarten Home-Systeme unterwegs, auch die Dickschiffe der Möbelindustrie machen mit. Ikea setzt etwa auf das Lichtsteuerungssystem Trådfri. Über eine App steuert man bei Ikea gekaufte Dimmer, Taster oder Bewegungsmelder an. Wer seine ganze Wohnung mit Trådfri-Steuerung, -LEDs und -Birnen ausstattet, kann über sein Smartphone alles ansteuern und Lichtstimmungen erschaffen. Wie wäre es mit einer Sonnenaufgangssimulation, obwohl es draußen noch düster ist? Oder einer automatischen Abschreckung gegen Einbrecher, die das Licht immer mal wieder einschaltet, wenn alle Bewohner im Urlaub sind?

Ikeas System ist sogar kompatibel mit anderen Systemen wie etwa Philips Hue. Es ist auch über Amazons Echo und damit dessen Sprachassistentin Alexa steuerbar. „Alexa, bitte schalte das Licht im Wohnzimmer ein“ funktioniert also jetzt schon. Es wird nicht lange dauern, bis Ikea sich auch Themen wie smarten Jalousien oder Thermostaten widmet. Ein Interview dazu findet ihr hier.

Der richtige Dreh – bei deiner Waschmaschine

Mit Heizungs- und Lichtsteuerung lässt sich zu Hause Geld sparen. Ein weiterer Energiefresser, dem Smart-Home-Geräte jetzt den Garaus machen: Waschmaschinen. Nehmen wir die Samsung WW8800 mit QuickDrive-Technologie, die laut Hersteller „schnellste Waschmaschine der Welt“. Weniger als 40 Minuten braucht sie für jeden Waschgang. Der Clou: Die separate Rückwand dreht sich in eine andere Richtung als die Trommel und erzeugt so eine „multidimensionale Wäschebewegung“. Durch das Durcheinanderwirbeln von Socken, T-Shirts und Bettwäsche soll die Wundermaschine 50 Prozent Zeit und 20 Prozent Energie sparen.

Natürlich ist das Gerät über WLAN auch per Smartphone steuerbar. Wer also frühmorgens noch schnell die Wäsche erledigen will, wählt das Programm „SuperSpeed39“ und kann fünf Kilo in 39 Minuten waschen – möglich durch die hohe Befeuchtung und Drehzahl. Ich kann natürlich auch den Start per Smartphone auslösen, kurz bevor ich nach Hause komme. Ganz schön viel zu tun für das moderne Telefon von heute, findet ihr nicht auch?

Willkommen auf höchstem Niveau

Zum Glück war 2017 (wieder mal) das Jahr der Mega-Handys. Die großen Revolutionen blieben zwar aus, dafür gab es schnellere, noch smartere Versionen bewährter Handys. Es begann mit Samsungs Galaxy S8 im März 2017, dann folgte Googles Pixel 2 im Oktober und das iPhone X im November. Die hochgezüchteten Alleskönner sind mächtige Plattformen, um Apps für Lichtsteuerung, Heizung und Waschmaschine parallel zu nutzen. Hier muss keiner mehr über Abstürze und Softwarefehler jammern. Sie alle sind schnell und haben neue Features, egal ob Augmented Reality und künstliche Intelligenz, Face-ID-Gesichtserkennung (iPhone X) oder den smarten News-Aggregator Upday (S8).

Da sei es jedem verziehen, dass er das Smartphone nicht auch noch zum Spielen nutzt. Zum Daddeln gab es in 2017 schließlich zwei neue, bessere Konsolen des größten Spieleexperten der Welt, der japanischen Firma Nintendo. Für Retro-Fans ist die Nintendo Classic Mini SNES ein Geschenk des Himmels. Die Neuauflage der Kult-Konsole Super Nintendo aus den 90ern hat 21 Spiele vorinstalliert, zum Beispiel „Super Mario World“ und „The Legend of Zelda – A Link to the Past“. Zum Glück ist das Ding aber wesentlich kleiner als die alte Konsole und kann per HDMI-Kabel an den Flat-TV angeschlossen werden.

Aber Nintendo hatte 2017 noch einen anderen Hammer auf Lager, die Konsole Nintendo Switch. Sie kann zu Hause am Fernseher, aber auch unterwegs genutzt werden. Bei der einflussreichen Top Ten der besten Gadgets 2017 vom „Time Magazine“ landete die Switch auf Platz 1.

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