Smart Home für Anfänger – In 6 einfachen Schritten zum klugen Zuhause

Ich baue meine Wohnung um zum Smart Home – das hört sich anstrengend und aufwendig an, nach Kabelsalat, Software-Problemen und viel Arbeit. Muss aber nicht sein: Schon mit einigen kleinen schnellen Lösungen, die jeder installieren kann, lässt es sich zu Hause besser leben.

Musik und Videos abspielen

Es wird noch etwas dauern, bis sie perfekt funktioniert, und sie ist gewöhnungsbedürftig. Trotzdem, Sprachsteuerung von Geräten und Anwendungen wird sich weiter durchsetzen. Dafür ist sie einfach zu praktisch. Lassen wir mal die komplizierteren Dinge beiseite, bei denen noch Sicherheitsbedenken existieren, also Kalenderverwaltung, Produktbestellungen oder Online-Banking. Es genügt, wenn die neuen Smart Speaker als Entertainment-Steuerung und -Abspielgerät genutzt werden. Darin sind sie nämlich extrem gut.

Die drei wichtigsten Systeme Amazon Echo, Google Home und Apple HomePod (in Deutschland im Frühjahr erhältlich) suchen nach neuer Musik, spielen Radiosender und Podcasts und verwalten das Song-Archiv. Verbunden mit Streaming-Boxen wie dem Apple FireTV oder Google Chromecast tun sie dasselbe für Bewegtbild: Serien suchen, neue TV-Hits vorschlagen, Filmempfehlungen aussprechen. Einen Selbstversuch mit Amazons Echo lest ihr hier.

Wer Wert auf gute Tonqualität legt: Wegen der erdrückenden Marktbeherrschung von Amazon Echo konzentriert sich Apple auf den Musik-Aspekt. Das Lautsprechersystem des HomePod ist hochwertiger als das der Konkurrenz. Natürlich ist es vor allem auf Apples Musik-Abo-System abgestimmt. Der HomePod (erhältlich in weiß und grau) ertastet sich selbst den Raum, stimmt seine Lautsprecher darauf ab und hört sogar unsere gesprochenen Befehle, während laute Musik abgespielt wird. 349 Dollar kostet HomePod in den USA, etwa 280 Euro. Teuer im Vergleich zum Marktführer Amazon. Grund: Amazon finanziert sich eher über Shopping per Speaker, weshalb die gleich fünf verschiedene Geräte nur von 45 bis 160 Euro kosten. Auch Google Home gibt’s in verschiedenen Modellen von 50 bis 130 Euro.

Luftqualität prüfen

Rauchmelder sind in Deutschland für jede Wohnung vorgeschrieben. Wenn man die Dinger aber sowieso schon an der Decke installieren muss, wieso nicht gleich Geräte einsetzen, die mehr können, vernetzbar sind oder nicht nur Rauchentwicklung, sondern auch die Luftqualität messen? Der smarte, vernetzte Rauchmelder von Bosch Home ist gleichzeitig auch ein Bewegungsmelder. Bei Feuer oder verdächtigen Bewegungen in der Wohnung schlägt er per App Alarm (ca. 80 Euro). Bosch bietet zudem den smarten Rauchmelder Twinguard an (ca. 200 Euro). Er misst neben der Rauchentwicklung auch die Luftgüte (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, flüchtige organische Verbindungen) und gibt die Daten ans Smartphone weiter.

Direkt von der App aus kann man die Feuerwehr informieren. Googles Schwesterunternehmen Nest hat seit 2017 auch einen smarten Rauchmelder im Angebot, der neben Rauchentwicklungssensor und Bewegungsmelder ein Messgerät für das unsichtbare, geruchslose und in hoher Konzentration tödliche Kohlenmonoxid enthält. (119 Euro)

Licht regulieren

Schon längst im Massenmarkt angekommen sind fernsteuerbare Leuchtkörper. Die Lösung von Ikea ist besonders simpel und smart. Die Steuerung der LED-Lampen, LED-Türen und LED-Lichtpanelen erfolgt per Bewegungsmelder, Dimmer, Fernbedienung oder App. Praktisch: Per App lassen sich zunächst Timer einstellen, Lichtquellen gruppieren und Lichtstimmungen erstellen. Das Dimmen und Ein-/Ausschalten kann dann per App oder der mitgelieferter Fernbedienung erfolgen. Ikea bietet auch schon eine Anwendung, ein sogenanntes „Skill“, für Amazon Alexa an, das Ganze lässt sich also auch per Amazon Echo ansteuern. Wer aber erst mal einfach starten will, sollte sich ein Basis-Set kaufen, das per Fernbedienung reguliert wird.

Noch 2018 soll der intelligente Lichtschalter Instinct von iDevices auf den Markt kommen. Hier kann ein normaler Lichtschalter einfach durch den Instinct ersetzt werden. Dieser ist dann per Alexa, Siri oder Google Assistant ansprechbar, bietet aber auch einen Umgebungslichtsensor und einen Bewegungsmelder.

Heizung steuern

Früher musste jeder die Kunst beherrschen, Heizkörper in jedem einzelnen Zimmer je nach Lebenssituation, Kälteempfinden, Tages- und Jahreszeit zu regulieren. Dank smarter Thermostate kann man heute völlig auf das ständige Herumschrauben an Heizungsreglern verzichten. So bietet etwa tado Thermostate an, die mit der Wettervorhersage vernetzt werden können (ab 270 Euro). Mit dem Netatmo-System kann man einen eigenen Heizungsplan erstellen. Viele Energiesparfunktionen sind integriert, die laut Hersteller bis zu ein Drittel der Heizkosten sparen können (ab 140 Euro). Elegato Eve ist ein Heizkörperthermostat, das per Sprachbefehl gesteuert wird und Funktionen wie Kindersicherung, Urlaubsprogrammierung und Frostschutz beinhaltet (ab 65 Euro). Die Auswahl ist inzwischen riesig, viele weitere Anbieter versprechen wohlige Wärmeregelung mit Energiesparfunktionen. Mehr dazu lest ihr hier.

Küche digitalisieren

Oft wurde inzwischen das Küchengerät Thermomix von Vorwerk mit anderen Anbietern wie KitchenAid, Krups oder Kenwood verglichen. Was weniger beachtet wird beim neuen Thermomix TM5, ist die digitale Rezeptsteuerung. Per WLAN-Verbindung über das Zusatzgerät Cook-Key öffnet sich eine weite Welt der Rezepte, die perfekt auf das Gerät zugeschnitten sind. Die ausgewählten Anleitungen lassen sich in einen Wochenplan in der Vorwerk-App (nur für iPhone) integrieren. Dort werden alle benötigten Zutaten auf einem digitalen Einkaufszettel zusammengefasst. Das Gerät selbst moderiert dann den Koch-Amateur durch das jeweilige Gericht – per im Gerät integriertem Screen. Wann wohl hier die Sprachsteuerung kommt?

Böden säubern

Saugen ist lästig, kann das nicht ein Roboter machen? Endlich gibt es erste Modelle, die so raffiniert funktionieren, dass sie nicht an jeder Teppichkante hängen bleiben und man sich den Kauf überlegen kann. Der Smart Pro Easy von Philips etwa lässt sich per Fernbedienung steuern (ab 270 Euro). Vier Reinigungsmodi sorgen dafür, dass jeder Boden die richtige Behandlung bekommt. Mit nur 5,8 Zentimetern Höhe passt er unter viele Möbelstücke. Wenn er mal irgendwo anstößt, dann nur so sanft, dass nicht mal eine Blumenvase umfällt. Weitere Modelle bieten etwa Vorwerk, Samsung und Dyson. Hier kann ein Smart-Home-Gerät auch eine weitere Funktion erfüllen: als Beziehungshilfe. Endlich muss nicht mehr diskutiert werden, wer denn nun am Wochenende saugt. Über Alltagserfahrungen mit dem Robosauger lest ihr hier mehr.

Grundsätzlich gilt für alle Geräte: Der Trend geht weg von einer übergreifenden, zentralen Steuerung des smarten Zuhauses. Hier sehen zu viele User ein Sicherheitsproblem durch Hackerangriffe. Viel geschickter ist es, für verschiedene Lebensbereiche verschiedene Anbieter zu wählen – die teilweise auch nicht unbedingt mit dem Internet vernetzt sein müssen. Ein Staubsauger kann sein Programm auch ohne Kontrolle per App verrichten. Viele autarke Systeme bieten dann auch den Vorteil, dass nicht gleich alles zusammenbricht, wenn mal ein Software-Update nicht so läuft, wie vom Anbieter versprochen.

1 Kommentar

  1. Ich danke Ihnen für den informativen Beitrag. Es braucht gar nicht viel um die ersten Schritte zum smarten Zuhause zu machen. Man muss ja auch nicht gleich alles vernetzen.
    Mit besten Grüßen,
    Lars

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