Smart Home: Einladung für Cyber-Verbrecher?

Das smarteste in meinem Zuhause ist sicherlich meine Freundin. Davon abgesehen behauptet auch mein Fernseher, smart zu sein. Aber eigentlich ärgere ich mich meistens mit den Apps herum, die mal wieder Ruckelbilder liefern oder gleich ganz abstürzen. Und dann ist da noch die eingebaute Kamera. Wofür die gut sein soll, habe ich noch nie begriffen – und sie abgeklebt, nachdem ich gelesen hatte, Smart-TVs seien besonders leicht zu hacken. Wie smart soll meine Wohnung sein? Die Frage stelle ich, Nico, mir immer wieder.

Smart Home: Gefahr aus der Steckdose?

Meine Antwort auf die Frage „Smart Home: ja oder nein?“ ist ein klares Jein. Energie und Kosten sparen, die Heizung von unterwegs regeln, mit dem Smartphone checken, ob ich auch den Herd ausgemacht habe, und, ja: Windeln, die ein Signal senden, wenn sie voll sind – das alles sind Vorteile, die mir einleuchten.

Aber dann ist da die Angst vor den Risiken. Stichwort Sicherheit. Fast im Wochentakt gibt es neue Artikel in der Presse, und Überschriften wie „Die Hacker kommen durch den Kühlschrank“ oder „Wenn der Einbrecher aus der Steckdose kommt“ machen mir durchaus Sorgen. Auch Marco Maas, ein Hamburger Journalist, der sein Zuhause längst smart gemacht hat, bestätigte mir vor Kurzem, dass die Smart-Home-Technologie in Sachen Sicherheit „abenteuerlich schlecht“ sei. Ein Artikel in der Tageszeitung „Die Welt“ unterstreicht das. Hier wird berichtet, wie Forscher mittels einer Drohne aus der Ferne die Steuerung von intelligenten Lampen übernommen haben. Der Autor kommt zu dem Fazit: „Kaum ein vernetztes Gerät scheint sicher zu sein.“

Ist niemand mehr sicher?

Den Beweis für diese These sind Hacker leider immer wieder angetreten: Inzwischen werden nicht mehr nur die Rechner von Unternehmen und Behörden geknackt, die Cyber-Kriminellen kapern auch Drucker und Kameras und sogar Babyphones von Privatnutzern. Oder eben die Router – erst im vergangenen November wurden fast eine Million Telekom-Geräte gehackt.

Ich finde das unheimlich. Sehr sogar. Und auch wenn ich noch nichts darüber gelesen habe, dass ein Hacker über die smarte Zahnbürste in die virtuelle gute Stube eingestiegen ist – bis es klare Sicherheitsbestimmungen gibt, bleibt das smarteste in meinem Zuhause ein Mensch. Und die Kamera meines Smart-TVs abgeklebt. Darauf schaue ich übrigens gerade die zweite Staffel der angesagten Hacker-Serie „Mr. Robot“. Hier treibt eine Gruppe von Hackern die Bewohnerin eines Smart Homes in den Wahnsinn – bis sie entnervt auszieht und die Hacker ihr schickes Zuhause als neue Home-Base nutzen können. Aber das ist ja nur ein Film… oder?

Über diesen Autor

Nico, 29, ist vor zwei Jahren mit seiner Freundin aus Süddeutschland an den Stadtrand von Hamburg gezogen. Er hat einen Garten und grillt gern mit Freunden. Ein neuer Gasgrill ist für ihn spannender als Haushaltsroboter.

Tags

Diesen Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.