Seniorenwohnung für vier Pfoten: Leben mit einem alten Hund

Um es im Alter bequem zu haben, müssen Haus und Einrichtung dem Menschen angepasst werden. Aber wie sieht das eigentlich bei Vierbeinern aus?

Stine ist eine ältere Dame und wird langsam ein wenig vergesslich. Mitunter steht sie mitten im Zimmer und weiß nicht mehr, wohin sie eigentlich laufen wollte. Das Treppensteigen wird ihr auch ein bisschen lästig und sie kommt schneller ins Schnaufen. Trotzdem hat sie sich erst neulich noch mit ungebremstem Enthusiasmus in den Ententeich gestürzt: Stine ist nämlich nicht irgendeine Seniorin, sondern ein Labrador-Mix.

Senioren mit Fell: Wie will ein alter Hund wohnen?

Leben im Alter ist ein Dauerthema: Wir werden alle immer älter und wollen später mal angenehm und seniorengerecht wohnen – aber nicht nur Zweibeiner brauchen die eine oder andere Unterstützung. Auch alte Hunde haben besondere Bedürfnisse, was ihren Lebensraum und ihr Zuhause angeht. Und wer denkt beim Mieten schon von Anfang an über Hundesenioren nach? Es muss aber nicht gleich der Treppenlift oder der Umzug in die ebenerdige Wohnung sein: Mit ein paar kleinen Tricks und Tipps in Sachen Einrichtung können ihre Lieblingsmenschen ihnen die Umgebung bequemer und sicherer machen.

Die Pfoten werden schlapper? Ein paar einfache Tipps helfen weiter.

Wohnen mit altem Hund – um Vierbeinern, die unsicher auf den Beinen werden, das Leben bequem zu machen, gelten im Grunde die gleichen Regeln wie für Menschen: Stolperfallen in der Wohnung wie herumliegende Gegenstände, abstehende Fußleisten oder riskante Teppichkanten sollten entschärft werden. Der Lieblingsruheplatz sollte geschützt vor Zugluft und Kälte sein und nach Möglichkeit dort eingerichtet bleiben, wo sich der Hund am wohlsten fühlt: Manche Hunde lieben es, mitten im Leben zu liegen und alles zu überblicken – andere wünschen sich gern einen versteckten Rückzugsort. Wichtig ist, dass das Hundebett gut gepolstert ist und nicht wegrutscht, damit der Hund sich unfallfrei hinlegen kann und sicher wieder auf die Beine kommt.

Im Dunkeln auf der Suche: Das hilft dem Hund

Dann ist da noch die Sache mit dem Nachtlicht. Eigentlich ist der Hund in der Dunkelheit den menschlichen Augen haushoch überlegen: Wo wir blind durch die Gegend stolpern, hilft unseren Vierbeinern eine reflektierende Netzhaut, jeden kleinsten Lichtstrahl auszunutzen und den richtigen Weg zu finden. Doch auch bei alten Hunden werden wie bei uns die Augen schlechter. Dann kann es passieren, dass sie nachts selbst in der vertrauten Wohnung unsicher auf der Suche nach Wassernapf, Lieblingsmensch oder Liegeplatz durch die Gegend tapsen. Eine Tierärztin gab uns den Tipp: Nachtlicht einstöpseln. Was Kindern in der Dunkelheit Sicherheit gibt, hilft auch alterssichtigen Hunden, sich zu orientieren. Bleibt nur die Frage, ob es für Stine ein Disney-Motiv oder doch lieber etwas Schlichtes sein soll.

Hindernis in der Wohnung: die Treppe

Manchmal kommen die älteren Fellhelden aber auch bei Tageslicht ins Stolpern: Treppen aus Holz oder mit anderen glatten Oberflächen sehen zwar elegant aus, können für schwächer werdende Seniorenpfoten zu rutschig sein – und Festhalten am Geländer geht nicht. Im Zweifelsfall gilt: Alter vor Schönheit. Bevor der Hund auf der Suche nach Halt hilflos die Treppe hinab schlittert, ist Vorsorgen mit rutschsicheren Stufenmatten eine sinnvolle Sache (und übrigens auch für Menschenfüße ziemlich praktisch).

In anderer Hinsicht kann so eine Treppe ganz nützlich sein: Auch alte Hunde haben mal „Rücken“ und können sich nicht mehr so gut bücken. Futter- und Wassernapf nah am Boden sind für große Hunde nur mühsam zu erreichen, wenn der Nacken schmerzt. Dann hilft ein spezielles Gestell mit erhöhten Näpfen. Aber manchmal reicht auch einfach die Treppenstufe, um das Dinner bequem auf Schnauzenhöhe zu servieren.

Pfützen in der Wohnung?

Bleibt noch der Punkt mit den Pfützen: Auch ältere Hunde kämpfen oft mit Blasenschwäche. Dann ist die Nacht zu lang oder sie können nicht mehr schnell genug Frischluft-Bedarf anmelden und die Bescherung landet im Haus – meist nah an der verschlossenen Tür nach draußen. Den meisten Hunden ist das oft sehr unangenehm, weil sie doch eigentlich viel lieber nach draußen wollen. Ein kleiner Kompromiss, wenn es gar nicht mehr gut – oder eher viel zu schnell läuft: Eine anständige Sauberlaufmatte im Flur und einige alte Handtücher haben schon ganze Haussegen gerettet. Gute Matten aus dem Fachhandel halten nach unten dicht wie Fort Knox und eine Lage wechselbarer Tücher darüber fängt das meiste auf. Das hilft nicht gegen die Blasenschwäche, macht das gemeinsame Wohnen in der letzten Lebensphase aber für Mensch und Tier ein bisschen entspannter.

Mal abgesehen von allen Fragen rund ums Wohnen: Bei Seniorin Stine scheint sich im Alter außerdem ein extrem selektives Gehör auszubilden. Rufe draußen werden gern mal überhört. Aber das Geräusch der Kühlschranktür dringt durch drei Wände bis zu ihr durch.

Zahlen und Fakten:

  • In Deutschland lebten 2016 weit mehr als acht Millionen Hunde (Quelle: Wikipedia) – und auch die werden dank besserer Pflege immer älter.
  • Kleine Hunderassen haben meist eine höhere Lebenserwartung als große. Während Riesen wie Doggen oft weniger als zehn Jahre alt werden, schaffen Winzlinge wie Dackel es auch nicht selten über die 15-Jahre-Marke.
  • Entgegen hartnäckiger Gerüchte können Hunde Farben sehen – allerdings nicht so ausgeprägt wie Menschen: Sie sind Dichromaten. Ihr Sehsinn ist zudem eher darauf spezialisiert, Bewegungen wahrzunehmen. (Quelle: Wikipedia)
  • Den Altersrekord brach angeblich eine Kelpie-Hündin in Australien: Maggie soll 30 Jahre alt geworden sein – allerdings fehlen die Papiere als Beweis. (Quelle: welt.de)

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