Richtig heizen – wie es geht und welche Fehler ihr vermeiden solltet

Familie sitzt gemütlich vor der Heizung

Unbeheizte Räume durch die offene Tür mitheizen, Fenster auf Kipp, unregelmäßig heizen – mit diesen Dingen verschwendet ihr Energiekosten und vergrößert im schlimmsten Fall sogar die Gefahr der Schimmelbildung. Unser Blogger Nico nennt die häufigsten Fehler und gibt Tipps, wie ihr sie am besten vermeidet.

Als ich mit meiner Freundin noch in einer kleinen Wohnung wohnte, waren Heizkosten für uns kein großes Thema. Doch nun leben wir in einem Haus und allgemein gilt: Je größer die Wohnfläche, desto höher sind die Heizkosten. Um Geld zu sparen und die Umwelt zu entlasten, möchten wir beim Heizen möglichst alles richtig machen. Denn das Heizen nimmt gut 70 Prozent des Energieverbrauchs in den eigenen vier Wänden ein. Doch wie verhindern wir Schimmel und stoppen Energieverschwendung, ohne am Wohnkomfort zu sparen? Hier sind ein paar Tipps, wie wir richtig heizen und lüften können.

Erster Fehler: Zugestellte Heizkörper

Es ist unglaublich, wie gut eine Couch isolieren kann. Die dicken Polster lassen fast gar keine Wärme oder Kälte durch. Ihr fragt euch, warum ich jetzt über die isolierende Wirkung von Möbeln schreibe? Ganz einfach: Wenn ihr eure Heizkörper mit Mobiliar zustellt und dadurch abdichtet, verschwendet ihr wertvolle Energie. Die warme Luft der Heizung kann dann nicht richtig entweichen und im Raum zirkulieren. Achtet also darauf, dass eure Möbel nicht direkt vor dem Heizkörper stehen. Es sollte immer genug Platz dazwischen sein. Auch Vorhänge sollten eure Heizung nicht verdecken, denn sie haben ebenfalls eine wärmeisolierende Wirkung.

Zweiter Fehler: Heizung falsch einstellen

Um beim Heizen Geld zu sparen, solltet ihr eure Heizung keinen Grad zu warm einstellen. Findet eure perfekte Wohlfühltemperatur, denn jedes Grad kostet Energie und damit Geld. In der Regel sollte es im Wohnbereich zwischen 20 und 22 Grad Celsius warm sein. Da in der Küche Herd und Kühlschrank die Zimmertemperatur beeinflussen, könnt ihr hier sparen und bis zu 18 Grad heizen. Auch im Schlafzimmer reichen 17 bis 18 Grad aus, denn bei kälterer Luft schläft man bewiesenermaßen besser. Nur im Bad kann´s wärmer sein: Damit ihr unter der Dusche nicht friert, sind hier 22 Grad Celsius angenehm.

Wer nun aber denkt, dass es am schlausten wäre, die Heizung so oft wie möglich komplett auszustellen, der irrt. Es sollte in der Wohnung oder im Haus niemals kälter als 14 Grad sein. Sonst kondensiert schlimmstenfalls die Feuchtigkeit an den ausgekühlten Zimmerecken oder Außenwänden, was das Schimmel-Risiko erhöht. Deshalb ist es wichtig, dass ihr eure Heizung im Winter nicht komplett ausstellt – auch nicht, wenn ihr ein paar Tage wegfahrt.

Das Einhalten der perfekten Raumtemperatur erscheint kompliziert. Deshalb kann sich hier die Investition in smarte Thermostate lohnen. Sie arbeiten mit Sensoren, die die jeweilige Raumtemperatur messen und die Leistung der Heizung an die entsprechende Wunschtemperatur anpassen. Smarte Thermostate sind besonders praktisch, wenn man mal für ein paar Tage nicht zu Hause ist und vergessen hat, die Heizung herunterzustellen. Ihr könnt dann ganz einfach die Heizung per App herabsenken. Außerdem ist die Fernsteuerung praktisch, wenn ihr kurz vor dem Nachhausekommen die Heizung hochregeln möchtet. So tretet ihr in ein gemütlich vorgewärmtes Zuhause ein. Hier findet Ihr noch ein paar Tipps, wie ihr mit einer Smart Home Integration beim Heizen Energie sparen könnt.

Hand stellt Smart Heizung ein
Mit einer Smart Heizung könnt ihr ganz einfach die Temperatur steuern.

Dritter Fehler: Falsches Lüften

Effizientes Lüften ist für ein gesundes Raumklima essenziell. Auch wenn es im Winter draußen friert und die Heizung eigentlich auf Hochtouren läuft, solltet ihr kleine Heizpausen zum Stoßlüften einlegen. Vor allem die Feuchtigkeit muss durch das Lüften aus der Wohnung entweichen, damit sich kein Schimmel bildet. Auch wenn ihr beim Heizen keine Energie verschwenden möchtet, kommt ihr am regelmäßigen Lüften nicht vorbei – eure Gesundheit wird es euch danken. Für einen schnellen Luftaustausch ist das Stoßlüften am geeignetsten. Wenn ihr beim Stoßlüften gegenüberliegende Fenster öffnet, erzeugt ihr einen Durchzug, der den Prozess beschleunigt. Vermeidet den Fehler, eure Fenster stundenlang auf Kipp zu halten. So verliert ihr nur wertvolle Wärme, die zudem beim Entweichen im Fensterbereich zu Kondensation und in der Folge zu Schimmelbildung führen kann.

Vierter Fehler: Offene Türen

Im Winter denken einige, dass es sparsamer wäre, nur in einem Raum zu heizen, weil dieser den Nebenraum doch mitheizen könnte. Das funktioniert nur leider nicht. Durch das Öffnen der Tür vergeudet ihr Wärme und Energie. Die Heizungsluft des einen Raums wird im Nebenraum nicht zirkulieren können und am Ende habt ihr eher zwei kühle Räume als zwei warme. Schlimmer noch: Die Feuchtigkeit des beheizten Raums strömt in den unbeheizten, wo sie sich an den besonders kalten Stellen niederlässt und Schimmelbildung begünstigt. Wer sich also nach frischer Luft sehnt, sollte lieber richtig stoßlüften, anstatt nur die Tür zu öffnen. So tauscht sich verbrauchte, feuchte Raumluft mit frischer Luft von draußen aus.

Fünfter Fehler: Keine Vorhänge

Eben habe ich noch davon gesprochen, dass ihr Vorhänge vor der Heizung vermeiden solltet. Aber solange eure Vorhänge nur eure Fenster und nicht eure Heizkörper verdecken, profitiert ihr von der isolierenden Wirkung. Natürlich hängt diese vom Material der Vorhänge oder der Rollläden ab. Grundsätzlich helfen abgedeckte Fenster im Winter jedoch dabei, Heizkosten zu sparen.

Sechster Fehler: An einer Modernisierung sparen

Wenn ihr effizient und sparsam heizen wollt, hilft in manchen Fällen nur noch eine Modernisierung. Damit ihr nicht unnötig Energie verschwendet, solltet ihr den Fokus auf eine gute Wärmedämmung und abgedichtete Fenster legen. Unter Umständen lohnt es sich, in eine neue Heizung zu investieren. Durch diese Maßnahmen könnt ihr eure Heizkosten deutlich senken.

Das waren meine sechs Tipps, die euch helfen, Geld zu sparen. Meine Freundin war besonders von dem Trick mit den Vorhängen begeistert – und hat direkt sechs neue bestellt. Schließlich sind da noch ein paar „nackte“ Fenster in unserem Haus, die sie bunt verkleiden möchte und wir wollten doch Geld sparen …

Kurz & knapp:
Wer effizient heizen und Geld sparen will, sollte auf ein paar Dinge achten. Dazu gehören frei gehaltene Heizkörper, regelmäßiges Stoßlüften, das nächtliche Abdecken von Fenstern in der kalten Jahreszeit sowie eventuell eine energetische Modernisierung des Hauses.

ÜBER DIESEN AUTOR


Nico, 31, ist vor kurzem mit seiner Freundin in ein kleines Häuschen mit Garten gezogen. Er hat sich dieses Jahr vorgenommen sein Heizverhalten zu optimieren und hat Tipps gesammelt, die ihm beim Geld sparen helfen.

 

 

Fotos: fizkes – stock.adobe.com; dimaris – stock.adobe.com

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1 Kommentar

  1. Da unsere Heizungen nicht mehr richtig heizen, haben wir uns neues Heizöl bestellt. Zusätzlich will ich mich mehr damit beschäftigen, um Fehler zu vermeiden. Ich werde mir merken, dass durch effizientes ein gesundes Raumklima geschaffen werden muss, selbst im Winter.

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