Perfekte Wärme: So kommt euer Zuhause auf Idealtemperatur

Nicht zu kalt und nicht zu warm: Eine optimale Raumtemperatur sorgt dafür, dass wir uns so richtig wohlfühlen – und im besten Fall unnötige Heizkosten vermeiden. Wir zeigen euch, wie ihr euer persönliches, ideales Klima in den eigenen vier Wänden erreichen könnt.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit: Der Winter ist die Jahreszeit, in der wir unser Zuhause noch mehr lieben als sonst. Draußen ist es bibberkalt, drinnen umso wärmer und behaglicher. Nach einem langen Winterspaziergang merkt man jedoch, wie unterschiedlich das Wärmeempfinden von Mensch zu Mensch ist: Der eine braucht einen dicken Wollpulli, Muttis handgestrickte Socken und eine voll aufgedrehte Heizung, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. Dem anderen hingegen genügt zum Aufwärmen eine heiße Tasse Tee.

Ideale Raumtemperatur: Wo liegt sie und wenn ja, wie viele?

Eine optimale Raumtemperatur für alle kann es also nicht geben, dafür existieren aber immerhin Richtwerte, die eine erste Orientierung schaffen. Experten sprechen von einer „Behaglichkeitstemperatur“, bei der einem weder zu warm noch zu kalt ist – der goldene Mittelweg also. Die Behaglichkeitstemperatur von uns Menschen liegt ungefähr zwischen 19 und 22 Grad, abhängig von den jeweiligen Umständen. Um eure perfekte Zimmertemperatur herauszufinden, solltet ihr euch zunächst ein paar wichtige Fragen stellen: Welcher Wohn-Typ seid ihr? Welcher Raum soll beheizt werden? Und für alle Hausbesitzer unter euch: Wie steht es um die Verteilung der Heizwärme in eurem Zuhause?

Zuerst zum Wohn-Typ: Seid ihr eher gemütlich und entspannt oder immer am Herumwirbeln? Liegt ihr abends meistens auf der Couch oder radelt ihr immer noch einige Kilometer auf dem Hometrainer? Für Heim-Sportler muss die Raumwärme nicht übermäßig hoch sein, der Sport bringt sie schon genug ins Schwitzen. Das gleiche gilt für alle Putz- und Aufräumfans unter euch. Wer hingegen Bewegung scheut wie der Teufel das Weihwasser und am liebsten herumliegt, dem wird in dieser bequemen Winterstarre natürlich schneller kalt – passionierte Couch-Potatos mögen es daher zu Hause oft kuschelig warm.

Warmes Bad und kalte Küche

Weiter zu den unterschiedlichen Räumen: Jedes Zimmer spielt eine andere Rolle in unserem Leben. In Wohn- und Esszimmer kommen wir zur Ruhe und genießen den Feierabend. Neben der Herzenswärme von Familie oder Freunden brauchen wir dafür natürlich ausreichend Heizwärme. Im Wohn- und Essbereich ist eine behagliche Temperatur zwischen 20 und 22 Grad ideal.

Ganz anders sieht es in der Küche aus: Hier geht es meistens umtriebig zu, Dampf steigt aus dem Nudeltopf auf, der Backofen verströmt Hitze. Bei Hobby-Köchen und Bäckern ist also für ausreichend Wärme gesorgt, die Heiztemperatur kann entsprechend niedriger sein. Bleibt bei euch allerdings jeden Tag die Küche kalt, solltet ihr sie im Winter dauerhaft auf kleiner Flamme beheizen – sonst droht Schimmel.

Auch im Schlafzimmer sollte es nicht zu warm sein. Der Grund? Erinnert euch einfach an die Sommermonate: Ist es im Schlafzimmer zu warm, schläft man schlechter. Außerdem ist es viel angenehmer, sich in einer kalten Winternacht in eine dicke Bettdecke einzukuscheln. Die Heizung könnt ihr auf 16 bis 19 Grad einstellen,­ mit kühlem Kopf kommt der gute Schlaf ganz von allein (weitere Tipps für eine ruhige Nacht findet ihr hier). Im Bad hingegen darf es gerade an kühlen Wintermorgen gern etwas wärmer sein. Das Aufstehen fällt gleich viel leichter, wenn man sich auf dem Weg zum Zähneputzen nicht wie auf einer Nordpolexpedition fühlt.

Eine faire Wärmeverteilung ist möglich

Für Hausbesitzer gibt es noch einen weiteren wichtigen Faktor für die ideale Raumtemperatur: eine optimale Wärmeverteilung zwischen den Räumen. Ist diese gestört, werden die Zimmer im Erdgeschoss, die sich in der Nähe des Heizkellers befinden, schnell aufgeheizt – während es im Dachgeschoss ewig dauert, bis die Räume warm werden. „Das Heizwasser verhält sich hier ähnlich wie der Mensch: Es nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands“, sagt Christian Halper, unser Heizungsexperte beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) in Hamburg. „Als Folge strömt viel Heizwasser zum nächstgelegenen Heizkörper und nur wenig zu den weiter entfernten Zimmern.“

»Das Heizwasser verhält sich ähnlich wie der Mensch: Es nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands«

Was ihr dagegen unternehmen könnt? „Einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen“, erklärt Halper. „Jeder Raum hat einen eigenen Wärmebedarf. Der wird vom Fachmann ermittelt und daraufhin die Heizleistung optimal eingestellt.“ Wenn neue Fenster eingesetzt oder die Wände gedämmt wurden, ändert sich der Wärmebedarf. Auch in diesen Fällen passt der hydraulische Abgleich die Heizleistung an. So lauft ihr keine Gefahr, in eurem frisch renovierten Zuhause mehr Wärme zu verbrauchen als unbedingt nötig.

Unser Heizungsexperte hat noch einen weiteren Tipp: „Wer seine Ölheizung modernisieren will, kann mit einer Zulage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) rechnen – die fällt höher aus, wenn man die Wärmeverteilung durch langfristig wirksame Maßnahmen wie einen hydraulischen Abgleich optimiert.“ Eine ideale Lösung also: für Wohnkomfort und Kontostand.

 

 

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