Outdoor-Wohnzimmer auf kleinem Raum: Platzsparende Möbel für den Balkon

High-Tech-Grill, üppige Pflanzen, ein Strandkorb, Sonnenliegen, ein Hochbeet und am liebsten noch die Hängematte – was tun, wenn die Wünsche größer sind als der Balkon? Wohnbloggerin Nina hat platzsparende Klein-aber-oho-Ideen und Tipps für Balkonmöbel parat.

Balkon? Ich hielt es für eine Fensterbank…

„…mit Balkon“: Als ich auf der Suche nach meiner ersten eigenen Wohnung Anzeigen durchforstete, klangen diese zwei Wörtchen in meinen Ohren jedes Mal wie ein zuckersüßes Versprechen. Laue Sommerabende mit Longdrinks und viel Lachen, sonnengeküsste Tomaten aus eigenem Anbau und im Winter ein Vogelhäuschen mit entzückenden Gästen. In der Realität war der angepriesene Balkon meistens kaum größer als ein Sauna-Handtuch und wäre mit mir und meinem Wäscheständer schon schwer überbevölkert gewesen. Trotzdem wurde es am Ende eine Wohnung mit (kleinem) Balkon und ich war stolz wie Oskar: meins! Und eins weiß ich mittlerweile: Auch auf einem kleinen Balkon ist Platz für großartige Momente. Tricks und Ideen, wie man den knappen Outdoor-Wohlfühlraum am besten gestalten kann, habe ich mittlerweile. Als allererstes braucht man ein bisschen Seefahrer-Disziplin: Was auf dem Balkon sinnlos im Weg steht und Platz klaut, muss gehen. Gießkannen, Getränkekisten oder Werkzeuge können gefälligst anderswo stehen, solange sie nicht akut gebraucht werden. Bei Deko darf streng geprüft werden: Die kleine Buddha-Statue sorgt vielleicht für entspannte Urlaubsstimmung, aber der selbst getöpferte Kübel von der Ex-Schwägerin muss umziehen. Platzsparende Verschönerungen wie Girlanden, die nur den Luftraum einnehmen, stören weniger und dürfen in jedem Fall bleiben.

Platzsparende Balkonmöbel: Clever ist, wer auf Stauraum sitzt

Wer seinen Balkon als Draußen-Wohnzimmer nutzt, braucht bequeme Möbel. Aber eine Sitzgruppe mit großem Tisch im Gartenmöbel-Design kann einen kleinen Balkon überfrachten – oder passt erst gar nicht drauf. Viel besser geeignet sind moderne Möbel, die erstens leicht zu bewegen, umzustellen oder zusammenklappbar sind und die zweitens mehrere Funktionen haben.

Der Tisch zum Beispiel: Ein stabiler Tisch aus Holz lädt ein zum Frühstücken in der Sonne, aber auch zum Umtopfen von Basilikum und Co. – zum Umrüsten reicht einfach eine Wachstischdecke. Noch besser: Ist der Tisch klappbar oder als Hängetisch an der Wand installiert, macht er sich auch sofort aus dem Staub, wenn Platz für Yoga oder Sonnenbaden sein soll.

Und dann die Stühle: Wunderhübsch nach Mittelmeerurlaub sehen filigrane Klappstühle aus Metall aus. Viel Platz nehmen sie auch nicht weg, allerdings sei angemerkt: Wer ganze Sommernächte auf dem Balkon verbringen will, hat es auf Lounge-Möbeln gemütlicher. Praktisch sind dann leichte Balkonmöbel, die sich locker raus- und reintragen lassen und vielleicht sogar drinnen eine gute Figur machen. Super finde ich auch Sitzbänke, am besten noch in einer Ecke des Balkons, die innendrin viel Platz für Kissen oder Decken, aber auch Gartenzubehör haben. Windlichter, Tabletts, Blumentöpfe: Da verschwindet im Zweifelsfall das ganze Chaos wie in einem schwarzen Loch.

Und noch was zum Stichwort multifunktionale Möbel: Bequem wie Sessel, dabei aber superflexibel sind auch wetterfeste Sitzkissen und Polster in abwechslungsreichen Farben, aus denen ganz nach Bedarf eine Liegefläche gebaut werden kann. Manche Polster werden mit einem festen Aufsatz aus Holz im Nullkommanix zum Beistelltisch.

Wer über sich noch einen Balkon hat, an dem sich ein stabiler Haken installieren lässt, kann im Hängesessel die Seele baumeln lassen und genießt einen riesengroßen Vorteil: Braucht man den Balkon für andere Dinge, ist die Luftnummer ruck-zuck weggeräumt.

Sonnenschutz: Am liebsten ohne Bodenhaftung

Ist die Hitzewelle erst mal da, wird der Sonnenschirm tagsüber zum besten Freund auf dem Balkon. Wenn er sich nur nicht untenrum so breit machen würde: Ein klassischer Balkonständer mit schwerem Fuß ist meistens im Weg, wird zur Stolperfalle und nervt. Für mehr Beinfreiheit sorgen Schirme oder Sonnensegel, die an der Wand befestigt und beliebig aufgespannt werden können. Wer nach oben schon durch den Nachbar-Balkon begrenzt ist, kann auch den zur Befestigung eines Sonnensegels nutzen. Fehlt nur noch seitlicher Wind- und Sichtschutz, bieten sich Seitenmarkisen oder Balkonfächer an, die ganz nach Bedarf aufgespannt werden können und sich ansonsten optisch sehr zurückhalten.

Wenn’s doch ein Schirm mit Fuß sein soll, dann rate ich zu einem Ampelschirm, der wie eine Bogenlampe aufgebaut ist. Da kann man den Schirmständer nämlich gut in die Ecke schieben und hat trotzdem perfekten Schatten über dem Sitzplatz.

Klettern statt Rasen: Gärtnern auf einem kleinen Balkon

Wenn am Boden nicht viel Platz ist, muss der Privatdschungel eben nach oben wachsen: Kletterpflanzen machen das von einem Pflanzenkübel aus von ganz alleine, können Geländer und Wände mit Blüten schmücken und bieten obendrein noch Lebensraum für Vögel und Insekten. Ungepflegt können sie allerdings wirklich schnell alles überwuchern und Nachbarn oder den Vermieter verärgern. Pflegeleichter sind da hängende Kästen und Beete – nicht nur am Geländer, sondern auch an den Wänden: Halt für Töpfe und Co. bieten ein angeschraubtes Gitter, ein schmales Regal oder einfach an eine umfunktionierten Holzleiter. So lassen sich im vertikalen Garten Töpfe mit Zierpflanzen oder Küchenkräutern frei nach Lust und Laune in Etagen arrangieren.

Auch ein kleiner Balkon wird so zum Outdoor-Wohnzimmer

 

Fata Morgana: So wird der Balkon optisch größer

Wenn der Balkon so winzig ist, dass man zu zweit nur noch Stehplätze hat, helfen optische Tricks auch nicht – schon klar. Aber ein paar Styling-Ideen können das Draußen-Wohnzimmer luftiger und weiter wirken lassen und zum Wohlfühlen beitragen. Die Farbe Weiß auf größeren Flächen und sorgt immer für (gefühlt) mehr Raum. Weiße oder zumindest helle Balkonmöbel, Polster oder Wandverkleidungen sind darum eher zu empfehlen als dunkles Holz, das sonst schnell rustikale Sauna-Stimmung verbreitet und alles enger wirken lässt. Zusätzliche Farbakzente kann man durch einzelne Möbel, Kissen oder Outdoor-Teppiche setzen.

Eine Clematis, bunte Polster und Solarleuchten – ich hab mich auf meinem Balkon mittlerweile so paradiesisch eingerichtet, dass ich in manchen Sommernächten gar nicht mehr reingehen will. Und ganz unter uns: Manchmal schlafe ich einfach unter einem grandiosen Sternenhimmel ein. Dass ich dabei nicht alleine bin, merke ich am nächsten Morgen an den Mückenstichen. Die mögen mein Outdoor-Wohnzimmer wohl auch.

 

Zahlen & Fakten

  • Gärtnern ist okay, solange die Hausfassade nicht erheblich optisch beeinträchtigt wird oder Nachbarn durch Gießwasser und Blätter gestört werden.
  • Praktisch für den Balkongarten sind einjährige Kletterpflanzen wie Duftwicke oder Sternwinde, die bei richtiger Pflege und früher Anzucht ganz schön hoch klettern können.
  • Mehrjährige Kletterpflanzen, die auch den Winter überstehen und wunderschön blühen, sind Geißblatt, Kletterhortensien oder Clematis. Auch manche speziellen Rosenarten fühlen sich im Kübel auf dem Balkon wohl.

 

 

Über diesen Autor

Nina, 38, wohnt im Hamburger Speckgürtel, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren kleinen Balkon. Nur logisch, dass sie sich damit beschäftigt, wie sie den Balkon mit platzsparenden Möbeln ausstattet.

Fotos: annanahabed – stock.adobe.com; StockOption – stock.adobe.com

Diesen Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.