Neuer Glanz in Küche und Bad: Fliesen selbst streichen

Hand führt Pinsel, der Fliesen anstreicht

Beim Make-over von Bad und Küche sind Kacheln oft der wunde Punkt. Mit diesen Tipps bringt ihr eure Fliesen ohne große handwerkliche Kenntnisse und mit einem kleinen finanziellen Budget wieder zum Strahlen. Unsere Bloggerin Nina hat sich ausgiebig mit dem Thema „Fliesen streichen“ beschäftigt.

Vor einiger Zeit habe ich mir ein Wochenende Zeit genommen und meine Wohnung mit einfachen, aber wirksamen Mitteln umgestaltet. Ich habe euch ja bereits erzählt, welche Inspirationen mir zu einem tollen, neuen Wohngefühl verholfen haben. Mein Badezimmer ist mir aber immer noch ein Dorn im Auge. Die Farben der Fliesen entsprechen nicht mehr meinem Geschmack. Ich dachte immer, man muss entweder alle Fliesen entfernen oder sich mit dem Anblick arrangieren. Aber Pustekuchen: Es ist gar nicht so schwer, Fliesen zu streichen. Ich zeige euch, wie das geht und was ihr beachten solltet.

Fliesen streichen: Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Bevor ihr den Pinsel schwingt, um eure Fliesen neu zu streichen, müssen einige Dinge vorab geklärt werden. Wenn ihr in einer Mietwohnung lebt, braucht ihr ein schriftliches Einverständnis eures Vermieters. Da dieser sich über eine Renovierung genauso freuen wird wie ihr, sollte das in der Regel kein Hindernis darstellen. Die Fliesen müssen allerdings intakt sein. Kleine Risse in den Fliesen könnt ihr mit Flüssigkunststoff auffüllen. Wenn sie hingegen bei Berührung knirschen oder gar bröckeln, kommt ihr um einen partiellen oder kompletten Austausch der Fliesen nicht herum. Zu guter Letzt werdet ihr ein wenig Zeit für den Anstrich einplanen müssen, da eine gewisse Trockenzeit vonnöten ist. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, geht es an die eigentliche Vorbereitung.

Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird entfernt: Spiegel, Armaturen, Gardinen, Handtuchhalter. Ihr habt freie Sicht auf die Fliesen, die ihr streichen wollt? Perfekt! Nun ist es wichtig, sie sorgfältig zu reinigen. Handelsüblicher Seifen- oder Essigreiniger reicht für gewöhnlich völlig aus. Nur ein sauberer und fettfreier Untergrund eignet sich für den Fliesenlack, den ihr im nächsten Schritt auftragt. Nachdem ihr Staub und Dreck entfernt habt, nehmt ihr Schleifvlies zur Hand und raut die Oberfläche der Fliesen an. Verwendet Klebeband, um Toilette, Möbel und Wände abzudecken.

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Fliesen streichen – oder doch lieber bekleben?

Jetzt folgt der Anstrich in euren Lieblingsfarben. Naja, fast: Zunächst solltet ihr nämlich einen Haftgrund auftragen. So vermeidet ihr, dass die ursprünglichen Farben später durchschimmern. Gleichzeitig sorgt ihr dafür, dass die neue Farbe gut auf der Oberfläche hält. Besonders wichtig ist dieser Schritt in Bad und Küche, weil hier die Luftfeuchtigkeit oft hoch ist. Lasst die Schicht ausreichend trocknen. Nun habt ihr die Qual der Wahl. Diese Fliesenlacke sind für Fliesen in Bad und Küche ideal:

  1. Einkomponenten-Fliesenlack: Dieser Lack kann sofort aufgetragen werden. Er eignet sich besonders für den Badewannen-Bereich und für weniger beanspruchte Zimmer wie das Gäste-WC.
  2. Zweikomponenten-Fliesenlack: Wie es der Name vermuten lässt, besteht dieser Lack aus zwei Flüssigkeiten, nämlich aus einem Binde- und einem Lösemittel. Der 2K-Lack ist strapazierfähig und eignet sich hierdurch wunderbar für stark beanspruchte Flächen.

Ich empfehle euch, eine Farbwanne zu benutzen. So nimmt die Farbrolle weder zu viel noch zu wenig Farbe auf. Ecken und Fugen – ja, auch die könnt ihr einfach übermalen – streicht ihr am besten mit einem kleinen Pinsel. Apropos Fugen: Stellen, die abgeblättert sind, müssen vor dem Anstrich ausgebessert werden. Mit Fugenmasse oder Fugenweiß füllt ihr die beschädigten Stellen einfach auf. Überschüssiges Material könnt ihr mit einem feuchten Schwamm entfernen. Lasst die frisch gestrichenen Fliesen in Ruhe trocknen und wägt ab, ob ihr ein zweites Mal streichen müsst.

Wenn euer Vermieter das Streichen verbietet oder ihr selbst nur eine vorübergehende Veränderung wollt, könnt ihr die Fliesen auch ganz einfach bekleben. Fliesenfolie und -aufkleber sind in Windeseile angebracht und können jederzeit wieder entfernt werden. Möglich wird das durch einen speziellen Kleber, der an den Fliesen wunderbar haftet und beim Entfernen den Untergrund nicht beschädigt. Auch hier ist vor dem Anbringen der Folien wichtig, die Fliesen ordentlich zu reinigen. Ihr könnt einzelne oder nur Teile einer Fliese bekleben oder das ganze Zimmer auf diese Art „tapezieren“.

Kurz & knapp:
Wenn man weiß, wie es geht, lassen sich Fliesen genauso einfach streichen wie herkömmliche Tapeten. Ihr braucht nur die Erlaubnis eures Vermieters, einen speziellen Lack und ein wenig Zeit. Also ran an die Farbrolle, fertig, los!

ÜBER DIESEN AUTOR

Autorenportrait NInaNina, 41, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Sie überlegt immer mal wieder, wie sie ihre Mietwohnung umgestalten kann.

 

 

 

Foto: maho – stock.adobe.com

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