Nachhaltig leben: 8 Tipps, wie ihr euren Alltag umwelt- und klimagerechter gestalten könnt

Man muss nicht gleich zum Öko-Dogmatiker werden, um umweltbewusst zu handeln. Unsere Bloggerin Tine zeigt euch an acht einfachen Beispielen, wie ihr euch in eurem Alltag nachhaltiger verhalten könnt.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist, aber ich finde am meisten Glück und Zufriedenheit in den Momenten, die ich mit meiner Familie verbringe. Als Mutter mache ich mir dabei viele Gedanken darüber, in welcher Welt meine Kinder eines Tages leben werden. Denn all die Liebe und Zeit, die mein Herzblatt und ich unseren Kleinen schenken, soll ihnen eines fernen Tages (ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass sie später einmal auf eigenen Beinen stehen werden) ein ebenso erfülltes und glückliches Leben bescheren wie wir es haben. Um das zu erreichen, genügt es jedoch nicht, dass wir ihnen eine liebevolle Erziehung und eine gute Ausbildung mit auf den Weg geben. Ich bin davon überzeugt, dass wir als Eltern die Verantwortung haben, unseren Kindern eine Welt zu hinterlassen, die auch in Zukunft lebenswert ist. Dabei denke ich, es ist immer besser, nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern zu versuchen, Veränderungen im Kleinen bei sich selbst beginnen zu lassen. Aus diesem Grund versuche ich, das Leben meiner Familie in kleinen Schritten klimagerechter und weniger umweltschädlich zu gestalten.

  1. Energie sparen

Dieser Punkt muss beim Wohnblog vom IWO natürlich an erster Stelle stehen. Denn wenn es ums Energie sparen geht, sind die Experten für Heiztechnik und Brennstoffe ganz weit vorn. Ich will ihrer Kompetenz hier deshalb erst gar keine Konkurrenz machen (das können meine Mitblogger besser 😉), sondern euch kurz zeigen, dass Nachhaltigkeit zu Hause gar nichts mit komplizierter Technik, Kesseln und Co. zu tun haben muss. Energie sparen beginnt schon beim Zähneputzen, wo ihr darauf achten könnt, das Wasser nicht unnötig laufen zu lassen, beim Nudeln kochen, wo ihr das Salz am besten erst dann ins Wasser gebt, wenn es bereits kocht, weil es auf diese Weise schneller den Siedepunkt erreicht, oder beim Aufstellen des Kühlschranks, der weder in der Nähe einer Wärmequelle noch im direkten Sonnenlicht stehen sollte. Es gibt viele weitere solcher Beispiele. Sie alle zeigen, dass Nachhaltigkeit in erster Linie eine Einstellung ist. Nachhaltig zu leben bedeutet, sich im Alltag immer wieder darüber Gedanken zu machen, welche Folgen unser Handeln für unsere Umwelt hat und daraus Konsequenzen zu ziehen.

  1. Nachhaltiger putzen

In den eigenen vier Wänden könnt ihr unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit noch viel mehr tun als Energie zu sparen. Das beginnt schon bei der Auswahl der Reinigungsmittel im Haushalt: Anstatt super aggressive chemische Reinigungsmittel zu verwenden, guckt lieber im Drogeriemarkt nach umweltfreundlichen Reinigungsmitteln. Mit ätzenden Chlorreinigern schießt ihr im Badezimmer sprichwörtlich mit Kanonen auf arme Spätzchen. Zum Entkalken könnt ihr genauso gut Zitronensaft verwenden, der sich biologisch viel besser abbauen lässt. Wenn der Abfluss verstopft ist, wirken ein Päckchen Backpulver und eine Flasche Haushaltsessig ähnliche Wunder wie ein professioneller Rohrreiniger.

  1. Regionale Lebensmittel verwenden

Äpfel aus Chile, Kartoffeln aus Nordafrika, Honig aus Mexiko? Wenn ich einkaufen gehe, versuche ich darauf zu achten – soweit es geht – regionale Lebensmittel in den Einkaufswagen zu legen. Das bedeutet nicht, dass ich deshalb auf die Bananen aus Brasilien oder den Kaffee aus Äthiopien verzichte. Bei vielen Lebensmitteln könnt ihr aber sehr einfach zwischen regionalen und importierten Produkten wählen. Für ein nachhaltiges Leben hat der bewusstere Griff ins Regal gleich zwei Vorteile: Ihr unterstützt kürzere Transportwege, die weniger Energie benötigen und fördert eine reichhaltige Artenvielfalt, da besonders der Anbau von Obst vielen Insekten eine – im wahrsten Sinne des Wortes – blühende Landschaft beschert. Ich fahre gern auf Märkte, auf denen Bauern aus der Region ihre Produkte anbieten oder kaufe gleich direkt beim Hof vor Ort.

  1. Saisonal kochen

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit macht es außerdem Sinn, Obst und Gemüse zusätzlich zur Region auch nach saisonalen Aspekten auszusuchen: Denn das schmeckt nicht nur leckerer, weil es frischer ist, es hilft außerdem durch verminderte Lagerzeiten die Energiekosten zu senken und verkleinert so den ökologischen Fußabdruck, mit dem Erdbeeren, Pflaumen und Äpfel auf unserem Teller landen. Bei uns zu Hause hat die saisonale Auswahl vieler Lebensmittel auch das Kochen verändert: Mein Mann – ja der steht auch ab und an am Herd 😊  – und ich lassen uns immer stärker von der Saisonalität inspirieren, indem wir die Auswahl unserer Gerichte danach ausrichten, welches Obst oder Gemüse in der Natur gerade angesagt ist. So wird beispielsweise Marmelade dann gekocht, wenn die heimischen Früchte schön reif sind, Spargel nur während der Saison geschlemmt und im Herbst beginnt bei uns die Zeit der Kürbis- und Kohlsuppen.

  1. Ressourcenschonender einkaufen

Dieser Punkt war ein großer Schritt für die Wohnbloggerin Tine und ein klitzekleiner für die Menschheit: Beim Einkauf auf Plastikmüll und unnütze Verpackungen verzichten! Denn obwohl die Plastiktüte mittlerweile aus dem Handel verbannt wurde, entsteht beim Kauf von Obst und Gemüse durch die Verwendung von Plastikverpackungen viel vermeidbarer Abfall. Um das zu ändern und den Einkauf noch nachhaltiger zu machen, habe ich uns einen kleinen „Bauchladen“ aus wiederverwendbaren Baumwollbeuteln genäht, die wir nicht nur für Obst und Gemüse verwenden, sondern in die wir auch die Backwaren beim Bäcker einpacken lassen. Die eine oder andere Verkäuferin hat am Anfang etwas schräg geguckt. Als mich aber die Frau unseres lokalen Bäckers mit meinen Beuteln ertappt hat, war sie davon jedoch äußerst begeistert. Denn sie weiß aus eigener Erfahrung ganz genau, wie viel Papiertüten am Tag über den Tresen gehen, die kurz darauf im Müll landen. Im Supermarkt achte ich beim Griff ins Regal außerdem darauf, keine Produkte zu kaufen, die mit dem Verpackungsmaterial allzu verschwenderisch umgehen: Hersteller, die mir eine halbe Packung voller Luft andrehen wollen, fliegen gnadenlos von meiner Einkaufsliste.

  1. Umweltschonender reisen

Mich haben die Blogartikel über die wachsenden Möglichkeiten, um nachhaltiger von A nach B zu kommen, noch stärker für das Thema Mobilität sensibilisiert. Auch in unserer Familie gibt es hier in Zukunft noch so einiges zu tun. Worauf wir aber schon zu achten begonnen haben, ist die Art und Weise, wie wir auf Reisen gehen: So hatten wir unseren Urlaub in Kroatien in diesem Jahr eigentlich mit der Bahn geplant: es sollte mit dem Nachtzug im Viererabteil über die Alpen gehen. Zwar haben wir die Reise wegen Corona abgeblasen und in quasi letzter Minute noch ein Ferienhaus an der Ostsee gebucht, kurze Strecken in die Sonne wollen wir künftig aber nach Möglichkeit mit dem Zug zurücklegen. Bedeutet das, dass ich nie wieder die traumhaften Strände auf Ko Samui in Thailand sehen will, weil ich jetzt nachhaltig leben will? Nein, ganz sicher nicht. Wir wollen in Zukunft aber weniger fliegen. Dazu noch ein Tipp: Wenn ihr eine Flugreise bucht, achtet zumindest darauf, dass ihr einen Direktflug findet. Damit werdet ihr zwar keine Nachhaltigkeits-Weltmeister, aber mit einem Direktflug schädigt ihr die Umwelt weniger stark, weil ihr überflüssige Flugmeilen vermeidet sowie mindestens eine weitere Landung plus Start, wo bei Flugzeugen besonders viel Energie verpulvert wird.

  1. Sensibler konsumieren

Wie viele neue Dinge braucht ein Mensch zum Leben? Diese Frage müsst ihr für euch selbst beantworten. Wir haben für uns beschlossen, dass es nicht so viele sein müssen, wie wir früher vielleicht gedacht haben. Ob es sich um Klamotten, Einrichtungsgegenstände oder elektronische Geräte handelt – muss es ständig etwas Neues sein, das unter Verwendung vieler kostbarer Ressourcen hergestellt und anschließen oftmals auch noch um die halbe Welt transportiert wird? Aus Gründen der Nachhaltigkeit haben wir beschlossen, dass in unserem Haushalt künftig weniger mehr sein soll. Das bedeutet, neue Möbel für das Kinderzimmer werden schon mal nach dem Do-it-Yourself-Ansatz aufgearbeitet. Bei Kleidung wollen wir stärker auf ökologische Qualität achten. Diese erkennt ihr an zertifizierten Öko-Siegeln, wie sie beispielsweise im Textilratgeber von Greenpeace aufgelistet sind. Außerdem solltet ihr beim Kauf von Klamotten im „used-look“ zweimal nachdenken. Denn sie halten nicht nur weniger lang. Weil es sich um neue Textilien handelt, die nach der Produktion auf lässig abgetragen getrimmt werden, müssen sie sandgestrahlt werden. Unter diesem Look leidet oftmals die Gesundheit der Arbeiter, die sie produzieren. Auch dieser Aspekt hat für mich etwas mit einem nachhaltigen Lebensstil zu tun.

Elektroschrott muss aufwendig recycelt werden
  1. Verantwortungsvoll wegwerfen

Einen Punkt, den ich unter der Überschrift „sensibler konsumieren“ nicht weiter ausgeführt habe, sind elektronische Geräte. Sie sind unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit nicht nur wegen der Produktion bedenklich, da sie Energie und kostbare Rohstoffe fressen, sondern auch wegen der Entsorgung. Elektroschott muss aufwendig, unter Hinzufügung von weiterer Energie und menschlicher Arbeitskraft, entsorgt werden. Und das solltet ihr beim Kauf neuer Produkte generell mitbedenken: Wer viel konsumiert, bürdet seiner Umwelt automatisch einen größeren Rucksack auf. Aus diesem Grund überlege ich mir bei jedem Produkt, das ich meine, besitzen zu müssen, bereits vor dem Kauf, wie es wohl eines Tages entsorgt werden muss. Das wirkt oft Wunder.

 

Kurz & knapp:
Mit einem Lebensstil, der auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, könnt ihr lernen, ökologische Verantwortung für euer Handeln zu übernehmen und lernt die Dinge, die ihr habt, viel bewusster zu schätzen.

Über diesen Autor

Tine, 40, lebt mit ihrem Herzblatt und zwei Kindern auf dem Land. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, ihren gesamten Alltag zwischen Familie und Job immer mehr auf Nachhaltigkeit umzustellen.

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