Micro Living: Wie du den Wohntrend nutzen kannst

Micro Living

Man kann sowieso immer nur in einem Zimmer zugleich sein: Aus den urbanen Metropolen kommt ein Lebensstil nach Deutschland, der auf minimaler Fläche möglichst viel Lebensqualität verwirklichen will. Unsere Bloggerin Nina hat sich mit dem Micro Living Trend beschäftigt und herausgefunden, wie praktisch das effiziente Wohnen sein kann.

Für Leute wie mich, die nicht unbedingt viel Platz zum Wohnen benötigen, ist der neue Micro Living Trend durchaus eine Überlegung wert. Damit holt ihr das meiste aus euren Apartments heraus, spart außerdem noch kräftig Miete und eventuell auch Nebenkosten. Kein Wunder, dass der Trend besonders bei Studenten beliebt ist, die sich die hohen Quadratmeterkosten in Städten ansonsten nicht leisten könnten. Doch Micro Living ist nicht nur etwas für Sparfüchse: Jeder kann sich von den schlauen Ideen inspirieren lassen und so manches Konzept für sein eigenes Zuhause übernehmen. Mit cleveren Tricks verwandelt ihr das Bett zum Sofa oder der Herd verschwindet in einer Schublade.

Micro-Apartment, Micro Living & Tiny House

Laut Definition ist ein Micro-Apartment 14 bis 32 Quadratmeter groß und beinhaltet Schlaf- und Küchenbereich sowie Bad. In der Realität handelt es sich dabei um Ein-Zimmer-Wohnungen mit effizienter Aufteilung der verschiedenen Bereiche. Dieses Konzept stammt aus Metropolregionen wie Tokio und New York, wo der sowieso schon rare Wohnraum besonders teuer ist. Wer lieber Micro Living – also Leben auf kleinem Raum – auf dem Land betreiben möchte, zieht in ein Tiny House. Dieses ist erheblich günstiger als ein reguläres Haus und kostet ungefähr so viel wie eine Eigentumswohnung in ländlicheren Regionen. Bei einem Tiny House ist in der Regel nicht nur das Bauen oder Kaufen günstiger: Durch eine nachhaltige, energieeffiziente Bauweise sinken auch die Nebenkosten. Denn auf geringem Raum könnt ihr ohne großen Komfortverzicht weniger heizen und den Stromverbrauch mindern. Das Micro Living Konzept birgt allerdings auch Nachteile: In einem Micro-Apartment oder Kleinsthaus sind soziale Aktivitäten nur in begrenztem Umfang möglich – viele Gäste passen nicht gleichzeitig in eure vier Wände. Und das wird ja hoffentlich irgendwann wieder möglich sein …

So funktioniert das Micro Living

Um kleine Apartments oder Häuser nach dem neuen Micro Living Trend einzurichten, benötigt ihr gut durchdachte Möbelkonzepte. Diese erfordern innovative Produkte und clevere Einrichtungsideen, damit ihr die geringe Fläche zum Wohnen optimal nutzen könnt. Ein einfaches Beispiel wäre eine an der Wand befestigte Holzplatte, die als Schreibtisch oder Ablagefläche ausgeklappt werden kann. Diese Art der intelligenten Einrichtungssysteme gibt es bereits bei einigen Möbelhäusern in Deutschland zu kaufen. Darüber hinaus gibt es speziell für Micro Apartments modulare Möbelsysteme. Sie sind die ideale Lösung für effiziente Staumöglichkeiten. Da beim Micro Living jeder Quadratmeter Platz wertvoll ist, lohnt sich vertikaler Stauraum, der die Höhe nutzt. Hier gibt es sogenannte „Living Cubes“, die acht bis zwölf unterschiedliche Möbelstücke vereinen. Oben der Schlafbereich, an der einen Seite die Gaderobe und an der anderen der Arbeitsbereich. Der Cube bietet vielfältige Möglichkeiten. Hier könnt ihr individuell entscheiden, was euer modulares Möbelsystem leisten soll.

Tiny House Einrichtung
Wer hohe Decken hat, kann eine zweite Ebene einziehen und den Platz in der Höhe nutzen.

Minimalismus – der Kern des Micro Living

Auch wenn der Platz im Micro-Apartment optimal für Stauraum genutzt wird – volle, unordentliche Schubladen, in denen ihr ewig nach etwas suchen müsst, schränken den Wohnkomfort ein. Ohne eine strukturierte Ordnung geht es nicht. Deshalb sollte man sich für das Micro Living von allen Dingen trennen, die nicht regelmäßig benötigt werden. Weniger ist mehr, Minimalismus Trumpf.

Denn auch beim Micro Living sollte ausreichend freie Fläche da sein. Damit das Wohnen auf geringem Raum gelingt, solltet ihr euch aufs Wesentliche konzentrieren und auf ein einheitliches Konzept setzen. Sonst sieht die Wohnung oder das Haus schnell wild zusammengewürfelt und überladen aus.

Micro-Apartments und Tiny Houses gemütlich gestalten

Viele denken bei Minimalismus an ein eher unpersönliches und steriles Leben. Doch wer in kleinen Apartments oder Häusern mit wenig Sachen lebt, muss deshalb keineswegs auf Dekoration und Farbe verzichten. Hier eignen sich als Wohnungsschmuck vor allem Wanddeko und Teppiche. Das Fahrrad lässt sich als zusätzlicher Blickfang funktional und diebstahlsicher an der Wand anbringen. Ebenso wie Küchenmesser an einem Magnetstreifen oder Tassen, die an einer Leiste mit Haken hängen. An den Wänden sollte auch noch Platz sein, um zusätzlich dekorative Bilder oder Spiegel anzubringen. Letztere lassen kleine Wohnbereiche übrigens bedeutend größer wirken – genauso wie helle Farben.

Wer die Wohnung in einzelne Abschnitte strukturieren möchte, kann Regale als Raumteiler nutzen. Gerade der Küchen- und Badbereich sollte von dem Rest der Wohnung abgetrennt sein und möglichst dicht an einm Fenster sein. So können sich Gerüche und Feuchtigkeit schnell verflüchtigen. Auch eine Luftabzugsmöglichkeit kann hier wahre Wunder wirken. Als Esstisch eignet sich dann ein ausklappbares Bänke- und Tischsystem im Wohnbereich. Es gibt zahlreiche platzsparende Möglichkeiten.

Kurz & knapp:
Micro Living ist nicht nur etwas für Studenten und minimalistische Menschen in kleinen Apartments oder Tiny Houses. Die platzsparenden Einrichtungssysteme kann jeder nutzen, um mehr Freifläche zu schaffen. Was außerdem für das Micro Living spricht, ist der begrenzte und daher teure Wohnraum in unseren Städten. Wer in einem kleinen Apartment lebt, kann damit richtig viel Geld sparen.

ÜBER DIESEN AUTOR

Autorenportrait NIna
Nina, 40, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Sie überlegt immer mal wieder, wie sie den Platz in ihrer Mietwohnung besser nutzen kann.

 

 

 

Fotos: malp – stock.adobe.com, ppa5 – stock.adobe.com

Diesen Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.