Mein eigener Energiespeicher: Vom Öltank zum Akku für die Erneuerbaren

Speicherprobleme sind nicht nur beim Smartphone ein leidiges Thema. Auch bei der Energiewende ist die Frage nach den Kapazitäten kritisch. Denn wenn Wind oder Sonne Pause machen, braucht es Energievorräte, um Versorgungslücken zu schließen. Bei einem Privathaus erfüllt ein Öltank diese Funktion perfekt. In einer Hybridheizung punktet schon heute z.B. die Kombi aus einer Öl-Brennwertheizung und einer Solarthermie-Anlage. Und im Tank lagert zukünftig ein Brennstoff mit zunehmend verbesserter CO2-Bilanz.

Wenn man ein funktionierendes Energiesystem durch ein anderes ersetzt, muss man dafür sorgen, dass es in der Praxis auch mindestens genauso reibungslos und effektiv funktioniert.

Der Öltank als Energiespeicher für die Energiewende

Wie sieht es mit der Energiewende im eigenen Haushalt aus? Auch dort müssen wir in Zukunft ja zwei Dinge miteinander verbinden: einen ökologisch verantwortungsvollen Umgang mit Energie und ein Maximum an Versorgungssicherheit. In diesem Zusammenhang möchte ich mich heute mit einem Thema auseinandersetzen, das oft viel zu wenig beachtet wird: dem Öltank als Energiespeicher für die Energiewende daheim.

Einfach, unkompliziert, unabhängig: Der eigene Energievorrat im Keller

Öltanks haben einen schlechten Ruf. Sie werden oft mit großen Ungetümen in einem dunklen Kellerraum assoziiert. Die Technologie moderner Sicherheitstanksysteme hat damit aber wenig gemein. Neue Energiespeicher sind äußerst platzsparend konstruiert und lassen sich dank ihrer modularen Bauweise sehr genau an die räumlichen Gegebenheiten vor Ort anpassen. Da ein moderner Öl-Brennwertkessel viel weniger Energie verbraucht, als das früher der Fall war, können die Öltanks von heute auch viel kleiner bemessen werden. Ihr könnt sie problemlos im Keller aufstellen oder weitgehend unter der Grasnarbe im Garten verschwinden lassen. Hohe Sicherheitsstandards – wie eine zweite integrierte Sicherheitsbarriere bzw. Doppelwandsysteme mit Warndetektor sorgen dafür, dass ihr nachts ruhig schlafen könnt, ohne den früher üblichen zusätzlichen Auffangraum zu benötigen.

Solarenergie und „grünes“ Öl : Heizen wird klimaneutral

Aber was ist denn nun der Vorteil eines Öltanks? Ganz einfach: Er erlaubt euch als moderner Energiespeicher einen sehr einfachen Einstieg in eine ökologische Versorgung der eigenen vier Wände mit Heizenergie und Warmwasser. Besonders dann, wenn ihr eine Öl-Brennwertheizung und Solarkollektoren auf dem Dach zu einer Hybridheizung kombiniert. In diesem Fall habt ihr an 365 Tagen im Jahr die optimale Versorgung mit Wärmeenergie, die je nach Jahreszeit die Sonne anzapft oder aus eurem Öltank als Energiespeicher gewonnen wird.

In der Praxis funktioniert das so: Im Sommer, wenn nicht geheizt wird, erzeugt ihr warmes Wasser für Bad und Küche allein mit den Sonnenkollektoren auf dem Dach. In Herbst und Frühling, wenn die Ausbeute der Energie aus der Sonne zurückgeht, teilen sich die kostenlose Sonnenenergie und der Heizöltank als Energiespeicher die Erzeugung von Wärme und Warmwasser. Und im Winter, wenn die Sonne als direkter Energiespender wenig liefert, wird der Öltank zur verlässlichen „Batterie“ für die Versorgung des Haushalts mit warmem Wasser und Heizwärme.

„Grüne Perspektive“ für den Öltank!

Zukünftig können zusätzlich zur Solarenergie vom eigenen Dach noch höhere CO2-Einsparungen möglich sein. Denn der Öltank wird zum regenerativen Energiespeicher. Dafür soll der Einsatz treibhausgasreduzierter Brennstoffe sorgen. Das sind biomassebasierte Produkte, die beispielsweise aus regenerativen Abfall- und Reststoffen gewonnen werden und deren Herstellung ohne Nutzungskonkurrenz zu Agrarflächen oder Nahrungsmitteln auskommt. Zusätzlich werden derzeit synthetische Energieträger, die sogenannten E-Fuels entwickelt und erprobt, die aus „grünem Strom“, Wasser und aus der Luft abgetrenntem CO2 hergestellt werden.

Der Einsatz dieser alternativen Brennstoffe wird auch in bestehenden modernen Ölheizungen möglich sein und kann, je nach Verfügbarkeit, dem bestehenden Heizöl beigemischt werden und es so nach und nach ersetzen. Häuser mit guter Wärmedämmung, die bereits heute die flüssigen synthetischen Energieträger in modernen Heizungen testen, haben CO2-Einsparungen von 80 bis fast 90 Prozent. Und erreichen damit schont heute das Klimaziel von 2050.

Eine bezahlbarer Weg zur Energiewende

Wenn´s ums Geld geht, bietet der Tank im eigenen Haus aber auch heute schon einen weiteren Vorteil: Anders als bei Strom und Gas – könnt ihr beim Energieeinkauf den Lieferanten, die Menge und den Bestelltermin selbst bestimmen und beispielsweise dann kaufen, wenn die Preise günstig sind. Zusätzlich fallen alle Grundgebühren weg, für die ihr bei anderen Energieträgern monatlich aufkommen müsst – unabhängig davon, ob ihr zum Beispiel Gas und Strom im Sommer zum Heizen nutzt oder nicht. Klingt schon mal ziemlich gut: Energie sparen, Klimaschutz tanken und sich dabei auf ein warmes, gemütliches Zuhause verlassen.

Kurz & knapp:

Gehalte von Energiespeichern im Vergleich:

  • eine Batterie mit einem Volumen von 1.000 Litern kann bis zu 400 Kilowattstunden Energie bevorraten
  • ein 1.000-Liter-Heizöltank kann bis zu 10.680 Kilowattstunden Energie bevorraten
  • ebenso wie Batterien „Grünstrom“ speichern, können im Öltank zunehmend CO2-neutrale Brennstoffe gelagert werden

Über diesen Autor

Seit Nico, 30, baut mit seiner Freundin in ein Häuschen mit Garten um. Ganz oben auf der Liste: eine neue Heizungsanlage. Dabei ist es ihnen besonders wichtig, wie ihr Beitrag zur Energiewende bei diesem Thema aussehen kann.

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