Unser Blogger Marc hat ein ehrgeiziges Projekt für die gerade beginnende dunkle Jahreszeit: die Beleuchtung in seinen eigenen vier Wänden zu optimieren. Bevor er sich zum Fachhändler seiner Wahl aufmacht, hat er sich aber erst einmal ausgiebig informiert – hier seine Erkenntnisse über die richtige Beleuchtung in Herbst und Winter.

Geht es euch momentan genauso wie mir? Wenn der Herbst beginnt, fühlt ihr euch oft müde und antriebslos, würdet morgens am liebsten im Bett bleiben? Schließlich ist es noch dunkel draußen – und wird manchmal den ganzen Tag gar nicht richtig hell. Ich habe jedenfalls beschlossen, etwas dagegen zu tun. Zum Beispiel, auch wenn es kalt und feucht ist, mit dem Fahrrad statt mit Bus oder Bahn zur Arbeit zu fahren. Denn Lichtmangel führt dazu, dass der Körper weniger Serotonin bildet, das Hormon, das dafür sorgt, dass wir uns besser fühlen, fitter und glücklicher sind. Dabei hilft auch die richtige Beleuchtung. Doch was muss man dabei beachten?

Wenig machen kann man leider im Büro – hier wird meist vom Arbeitgeber vorgegeben, wie die Beleuchtung zu sein hat. Leider ist das nicht immer optimal. Oft gibt es zu wenige Leuchten, zu schwache Lichtquellen – oder, andersherum, der Arbeitnehmer mag das helle Deckenlicht nicht so gern und hat nur eine funzelige Schreibtischleuchte an. Besser als Deckenleuchten wären hier Stehleuchten, die nach oben und unten indirektes Licht abgeben. In meinem Büro stehen zwei Modelle von Designer Tobias Grau, die ein angenehmes, kühles Licht abgeben – aber die haben mit rund 1.000 Euro pro Stück auch ihren stolzen Preis. Ich habe eine Fachfrau gefragt, was im Büro ideal wäre. Iris Vollmann, Pressesprecherin der Brancheninitiative licht.de, verrät: „Biologisch wirksames Licht kann in Büros mit geringer Tageslichtversorgung und in den Wintermonaten, wenn die innere Uhr kaum mit dem Tageslicht synchronisiert wird, das Wohlbefinden nachhaltig stärken. Innovative Lichtmanagementsysteme bringen die Dynamik des natürlichen Tageslichts ins Gebäudeinnere, indem sie unter anderem Helligkeit und Farbtemperatur variieren.“

Auch für das heimische Arbeitszimmer  und im Bad empfiehlt sie Leuchten mit zwei farblich unterschiedlichen Lichtquellen oder Leuchtmittel mit zwei Lichtfarben: Am Morgen regt tageslichtweißes (mehr als 5.300 Kelvin) an und am Abend bereitet warmweißes Licht den Körper auf die Nachtruhe vor. Erste Erkenntnis für mich: Ich sitze an dunklen Herbst- und Wintermorgen nicht mehr im Dunklen mit meinem Kaffee am Küchentisch, sondern schalte möglichst viele Leuchten an, auch wenn das nicht so kuschelig ist. Und ich überlege mir noch, ob ich mir eine sogenannte Tageslichtleuchte zulege, die mit bis zu 10.000 Lux leuchtet. Angeblich soll es reichen, die morgens eine halbe Stunde leuchten zu lassen – und bye-bye Winterblues. Schön sind die übrigens nicht, dafür aber klein, teilweise nicht größer als mein iPad. Nach Gebrauch kann die Tageslichtleuchte wieder im Schrank verschwinden.

Nach Feierabend, endlich wieder zu Hause, heißt es dann „Licht aus – Spot an“, um Ilja Richters Siebzigerjahre Kult-TV-Sendung „disco“ zu zitieren. Die Lichtexpertin Vollmann bestätigt:

„Mehrere Leuchten schaffen ein stimmungsvolles, abwechslungsreiches Ambiente. Und warmweißes und gedimmtes Licht setzt die richtigen Signale zur Entspannung.“

Extra-Tipps:

  • Wenn ihr einen Balkon habt, vergesst nicht, diesen auch zu illuminieren, zum Beispiel mit einer Lichterkette – das verbreitet das ganze Jahr über Festtagsstimmung und vergrößert optisch euer Wohnzimmer oder eure Küche.
  • Denkt bei eurer Beleuchtung auch eure Mitmenschen. Mir scheint zum Beispiel immer die Stehlampe aus der Nachbarwohnung ins Gesicht, wenn ich auf dem Sofa sitze. Das nervt kolossal!
  • Wenn ihr neue Leuchtmittel braucht, denkt doch mal über smarte Alternativen nach. Die haben viele Vorteile, lassen sich zum Beispiel per App dimmen und programmieren. Aber Achtung: Smarte Leuchtmittel können abhängig machen, wie ihr hier lesen könnt.

Über diesen Autor

Marc, 45, lebt in Hamburg in Hafennähe. Und das leidenschaftlich gern. In seiner Mietwohnung gibt es jede Menge Technik und Design. Von Smart-Home-Gadgets lässt er noch die Finger.

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