Lasst die Spiele beginnen: Outdoor-Games für den Garten

Weg mit dem Handy – jetzt wird richtig gespielt: Draußen scheint die Sonne, das nächste Familienfest ist nicht fern und Tine hat sich nach Ideen und Spielzeug umgeschaut, um alle großen und kleinen Spielkinder bei Laune und die ganze Familie in Bewegung zu halten.

Was fängt mit L an und ist für Kinderlaune mindestens so bedrohlich wie Licht für Vampire? Lebertran? Nee: Der Feind heißt Langeweile. Dabei zeigt sich draußen die Natur von ihrer schönsten Seite und es ist bestes Wetter für Bewegung und die schon von meiner Oma so gelobte frische Luft. Raus mit der Rasselbande also. Und dann? Sportliche Evergreens wie Gummitwist, Federball und Frisbee sind meiner Meinung nach auch jetzt noch ein absolutes Muss für die Outdoor-Spielesammlung zu Hause. Aber es gibt auch neuere und ungewöhnliche Tipps für verspielte Wettkämpfe und viel Anlass zum Lachen.

Statt Rasenschach: Gartenspiele für Strategen

Dieses Wurfspiel kennt man unter vielen Namen: Wikingerschach, Bauernkegeln oder einfach „Kubb“ nach den Wurfhölzern, mit denen es gespielt wird. Das Spiel kommt auch tatsächlich aus dem skandinavischen Raum, ist aber seit etlichen Jahren auch bei angeheiterten Studenten beliebt. Aber auch ohne erhöhten Schwierigkeitsgrad durchs eigene Schwanken ist die Aufgabe schon anspruchsvoll: Zwei Teams mit je maximal sechs Spielern versuchen aus einigem Abstand und der Reihe, die Holz-Truppen der gegnerischen Mannschaft mit eigenen Wurfhölzern umzuwerfen. Ist das Fußvolk komplett umgekippt, darf auch der König angepeilt werden – aber Vorsicht: Fällt er, während noch andere Kubb-Figürchen stehen, hat die werfende Mannschaft sofort verloren. Zugegeben: Meine Kinder haben noch nicht das richtige Alter für diese Mischung aus Wurfkunst und Strategie. Aber gekauft habe ich die Kubb-Ausrüstung trotzdem schon. Dann muss eben diesen Sommer der Göttergatte das Gartenspiel allein gegen mich spielen.

 Sportlich: Tennis gegen sich selbst

Wer beim Spielen im Garten auch fit werden will, aber keinen Spaß am Seilspringen hat, kann mit einem Twistball-Set, zum Beispiel von Hudora, prima die eigene Rückhand trainieren. Das geht entweder mit einem menschlichen Gegenspieler oder auch ganz allein. Das System: Ein Stahlrohr wird im Boden verankert. Am oberen Ende ist eine Spirale, an der ein Tennisball an einer Schnur baumelt. Der kann rund um die Stange frei und fröhlich schwingen. Das Ergebnis ist ein bisschen wie Tanz um den Maibaum mit Tennisschlägern – und bringt den Puls auf Touren.

Statt Hängematte: Slacklining

Platz und Bäume im Garten und Lust auf ein ausgefallenes sportliches Outdoor-Hobby? Dann kann ich Slacklining empfehlen. Dazu muss leider die Hängematte ihren Platz zwischen der Buche und dem Kirschbaum räumen, da wird nämlich ein breites, gurtartiges Band aufgespannt. Das ist nicht ganz straff, sondern hängt ein bisschen durch und erfordert jenen, die darauf balancieren, ein Höchstmaß an Koordination, Balance und Konzentration ab. Dafür ist dieser akrobatische Spaziergang großartig, um die Stabilität zu trainieren und eignet sich bestens als Ergänzung zu anderem Sport. So wird mir zumindest berichtet – denn: bevor ich vor meinem eigenen Kind unelegant vom Seil kippe, bleibe ich dann doch lieber in der Hängematte.

Boule: Ein Klassiker für draußen, der auch einfach ins Gepäck passt

Outdoor-Spiele zum Mitnehmen

Es muss ja nicht immer die Meisterschaft im eigenen Garten sein: Gerade für den Urlaub am Strand sind Outdoor-Spiele gefragt, die sich gut mitnehmen lassen. Was schon in meiner Schulzeit Horden von Feriencamp-Kindern müde gemacht hat, funktioniert auch heute noch: Der auch als Indiaca bekannte Handfederball, Klettball-Spiele (z.B. von Schildkröt), bei denen der Ball mit flachen Tellern gefangen wird – das passt in jeden Koffer. Auch ein Boule-Set für eher entspannte Wettkämpfe kriegt man immer noch irgendwo untergebracht.

Rasend schnell und DER neue Trend: Spikeball

Definitiv nichts für meine Familie, aber eine Herausforderung für alle, die schnellen Ballsport mögen, ist Roundnet oder Spikeball. Dabei bewegen sich vier Spieler in zwei Zweierteams rund um ein trampolinartiges Netz und spielen sich einen Ball zu. Der Ball darf auf alle erdenklichen Arten berührt werden, muss für einen Angriff aber Netzkontakt haben. Das passiert in wahnsinniger Geschwindigkeit – und ist gerade dabei, Strände, Parks und Sportanlagen auch in Deutschland zu erobern.

Ein letzter Tipp: Wem von tobenden Kindern, endlosen Elternabenden oder nervtötenden Nachbarn der Kopf schwirrt, dem sei therapeutisches Bogenschießen ans Herz gelegt. Was wir in Gedanken auf der Zielscheibe platzieren, müssen wir ja keinem verraten…

 

 Zahlen und Fakten

  • Es gibt tatsächlich Kubb-Weltmeisterschaften: Sie finden jährlich auf der schwedischen Insel Gotland statt.
  • In der DDR nannte man die Frisbee auch Schwebedeckel, tatsächlich wurden aber wohl ganz am Anfang Kuchenformen aus Blech geworfen.
  • Wer eine Stunde in der Hängematte liegt, verbraucht nur um die 75 Kalorien. Eine Stunde Federballspielen kommt schon locker auf das Drei- bis Vierfache.

Über diesen Autor

Tine, 37, lebt mit ihrem Herzblatt und zwei Kindern auf dem Land! Jetzt wo es wärmer wird, zieht es sie mit der Familie nach draußen – und da muss gespielt werden!

 

Fotos: Sergey Novikov – stock.adobe.com; Chris Ison – stock.adobe.com

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