Kunst für kleines Geld: Nur selbst malen ist billiger

Das Kunstjahr 2017 ist ein ganz besonderes, denn in diesem Jahr finden die Documenta in Kassel (erstmals parallel auch in Athen), die Biennale in Venedig und die Skulptur Projekte Münster statt. Nur alle zehn Jahre fallen diese Großereignisse zusammen und locken Zehntausende Besucher in Ausstellungsräume, Kunstvereine, Messehallen und auf öffentliche Plätze – die anderen alljährlichen Kunstveranstaltungen nicht zu vergessen. Ein Grund für MeinWohn.Blogger Marc, mal wieder über Kunst nachzudenken. Darüber, was als solche bezeichnet wird und warum sie oft so teuer ist…

Wenn ihr euch wie ich für Kunst interessiert, dann habt ihr euch sicher auch schon gefragt, wer in Gottes Namen das alles kauft – und zu welchen oft aberwitzigen Preisen. Interessant finde ich dabei, dass ich mir die wenigsten dieser superteuren Kunstwerke gern in meine Wohnung hängen oder stellen würde. Bei mir kommt nur an die Wand, was ich auch gut finde. Denn ich bin der vielleicht altmodischen Meinung, dass mir Kunst gefallen muss.

Das Tolle daran: Schöne Bilder gibt es auch für kleines Geld. So habe ich vor vielen Jahren über Freunde den Maler 4000 entdeckt, der sich mit seinen spaßigen Alltagsmotiven – wie diesem Bild zum Thema Konsum – über den Kunstkommerz amüsiert und mal kleine, mal große Leinwände mit Bildern und Kommentaren bepinselt. Bei mir zu Hause hängt unter anderem eine schöne Variante von David Hockneys berühmtem Bild „A Bigger Splash“. Zuletzt hatte 4000 eine ganze Reihe mit Thermomix-Bildern über Facebook verkauft – jeden Tag eines, für 50 Euro pro Stück, alle waren sofort weg.

Online-Galerien: Kauf dich glücklich

Doch eigentlich schlägt mein Herz für die Fotografie, deshalb hat es mir die Galerie Lumas angetan. Sie verknüpft online und offline und verkauft ihr prächtiges Portfolio nicht nur in den Editionsgalerien, sondern auch im Internet. Hier kannst du die Motive als reinen Fotoabzug kaufen und selbst rahmen, oder du wählst die Kaschierung unter Acrylglas beziehungsweise eine Rahmung mit oder ohne Passepartout. Kleine Ausführungen sind bereits für ein paar Hundert Euro zu haben.

Das Bilderwerk Hamburg ist eine Plattform, auf der Hamburger Fotografen ihre Arbeiten präsentieren und verkaufen. Der Preis richtet sich nach Größe, Drucktechnik und Druckqualität. Alle Motive könnt ihr auf Leinwand, Acryl oder als Alu-Dibond bestellen. New York von oben auf 30 x 30 Zentimetern gibt es hier schon für etwa 65 Euro. Spektakulär sieht der Blick als 1,20 oder 1,40 Meter großer Abzug aus, und selbst diese Größe kostet euch weniger als ein Flug in den Big Apple. Die Motivauswahl ist riesig: Städte, Tiere, Natur, Architektur, Sport, Fahrzeuge – sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß.

Die Kunstmacher in Dresden ist eine Galerie, die abstrakte und moderne Kunst in Öl- und Acrylmischtechnik und als Fine-Art-Prints anbietet. Die signierten und gerahmten Werke werden in Kategorien bis 250 und 500 Euro angeboten, aber auch ab 1000 Euro aufwärts. Solltet ihr in Dresden und Umgebung wohnen, könnt ihr vor Ort im Ladengeschäft fündig werden und euren Schatz gleich mitnehmen. Ansonsten erfolgt der sichere und gut geschützte Versand des Exemplars fertig zum Aufhängen per Post.

Kunst live erleben: die besten Messen

Natürlich gibt es auch für sogenannte „cheap art“, also Kunst zum günstigen Preis, mittlerweile eine Reihe von Messen. Eine prima Übersicht über Künstler, unterschiedliche Stile und Preise bekommt ihr auf der „Affordable Art Fair“. Sie findet alljährlich in mehreren großen europäischen Städten statt, zum Beispiel im September in Bristol, im Oktober in Stockholm, im November in Amsterdam und Hamburg. Wenn ihr auf Kunst des 21. Jahrhunderts steht, dann sei euch die „Stroke Art Fair“ im Oktober in München ans Herz gelegt. Eine Mischung aus Urban- und Street-Art, Fotografie und Installationen sowie Schwarzlichtkunst schult den Blick für die Entwicklungsmöglichkeiten und Darstellungsformen junger Kunst. Dazu passt das Rahmenprogramm mit Live-Tattoos und -Paintings, Konzerten, Kunstvorträgen und After-Show-Partys.

Öfter mal was Neues: Kunstwerke mieten statt kaufen

Wenn ihr euch auch bei kleinen Preisen nicht zum Kauf entscheiden könnt, gibt es übrigens die Möglichkeit, ein Kunstwerk zu mieten. Viele Galerien bieten diese Alternative mittlerweile an. Die Auswahl umfasst Skulpturen und Objekte, Fotografien und Gemälde, Zeichnungen und Grafiken. Das ist superpraktisch, weil ihr euch nicht dauerhaft festlegen müsst. Bei Nichtgefallen oder wenn ihr euch daran sattgesehen habt, gebt ihr das Bild wieder an die Galerie zurück. Wie oft ist mir auf Ausstellungen oder Messen schon etwas ins Auge gesprungen, bei dem ich unsicher war, ob meine Freundin gleichermaßen begeistert wäre – oder ob es in unsere Wohnung passen würde. Mit der Mietoption habe ich Zeit und Muße, mich an ein Kunstwerk zu gewöhnen, den richtigen Platz dafür zu finden oder festzustellen, dass dieses Werk bei mir keine Zukunft haben wird. Und wenn doch, so kann ich es der Galerie immer noch abkaufen. Der bis dahin angefallene Mietpreis wird mitunter sogar auf den Kaufpreis angerechnet.

We Art Berlin“ zum Beispiel bietet aktuell von 15 verschiedenen Künstlern Werke an, die ihr für drei, sechs oder zwölf Monate mieten könnt. Der Mietpreis ist von Kunstwerk zu Kunstwerk unterschiedlich, schon ab 20 Euro werdet ihr hier fündig. Bei „All you can art“ ist alles käuflich und fast alles zu mieten. Hier beträgt die monatliche Miete zehn Prozent des Kaufpreises. Für Letzteren müsst ihr in der Regel allerdings ein paar Tausender in die Hand nehmen, sowohl für Wandobjekte als auch für Fotoarbeiten und Malerei. Aber es gibt auch eine Reihe von Werken für unter 1000 Euro. Das Angebot umfasst Abstract & Modern Art, Contemporary, Pop- & Neo-Pop-Art sowie Fine-Art-Prints und Skulpturen.

Über diesen Autor

Marc, 45, lebt in Hamburg in Hafennähe. Und das leidenschaftlich gern. In seiner Mietwohnung gibt es jede Menge Design und Hightech. Seine einstige Scheu vor smarten Gadgets hat er mittlerweile abgelegt – und ist begeistert von der neuen Technik.

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3 Kommentare

  1. Die Erschwinglichkeit empfinde ich auch als riesen Geschenk des Internets. Kunst breiter erlebbar zu machen und mehr Menschen den Zugang zu öffnen.

  2. Was ich richtig cool finde, ist, dass man sehr günstig Unikate inzwischen erwerben kann. Es gibt viele Künstler, die unfassbar talentiert sind, aber nicht den Namen haben. Ich kaufe auch immer extrem gerne bei https://jakira.de/ ein. Vielleicht kennst du es ja?

    LG,
    Verena

  3. Super Artikel! Ich finde es super, wenn Kunst mehr Menschen zugänglich ist. Kunst online kaufen ist schon eine tolle Sache. Für alle die nach internationalen Künstler suchen, kann ich Singulart: https://www.singulart.com/de/ nur empfehlen. Eine tolle Online Kunstgalerie mit persönlicher Beratung.

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