Kraftstoff von morgen im Auto von gestern – Oldtimerfreunde begeistert von Future Fuels

Freut ihr euch auch jedes Mal, wenn ihr einen gut erhaltenen Oldtimer auf der Straße seht? Unserem Blogger Nico geht jedes Mal das Herz auf. Bei der Diskussion um die Mobilität der Zukunft hat er sich neulich gefragt, was dann eigentlich mit den schönen alten Autos passiert… Antworten gibt es bei der „Tour de Futur“ – einer Vblog-Reihe mit Max, Enthusiast und Kenner von Autos, Motoren und Rennsport, der in einer Folge genau dieses Thema behandelt.

Solltet ihr euch auch über Oldtimer auf der Straße freuen, seid ihr nicht allein, denn das Meinungsforschungsinstitut Allensbach hat es bestätigt: Die Menschen lieben Oldtimer – aber wie sieht es beim Thema Oldtimer und Klimaschutz aus? Klar ist, die deutsche Energiewende ist beschlossene Sache und die Pläne, unseren CO2-Ausstoß zu reduzieren, sind ehrgeizig. Das Elektroauto galt als ein möglicher Retter im Verkehrssektor, doch was passiert mit den vielen Fahrzeugen, die schon heute auf den Straßen unterwegs sind? Kein Wunder also, dass das Thema Future Fuels auch bei Oldtimerfreunden immer stärker diskutiert wird. Future Fuels sind neuartige, alternative Kraftstoffe, die mit Hilfe erneuerbarer Energien gewonnen werden und treibhausgasreduziert oder sogar treibhausgasneutral sind – und damit klimaschonend. Doch fährt damit auch ein älteres Auto oder ein Oldtimer?

Wer fährt schon einen Oldtimer? Sehr viele Menschen …

Wie viele Oldtimer gibt es eigentlich auf deutschen Straßen? Deutlich mehr als man so denkt. 2018 gab es in Deutschland mehr als 850.000 Autos, die älter als 30 Jahre waren, davon mehr als 400.000 mit dem H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge. Das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA) sprach 2015 sogar schon von rund 3 Millionen Oldtimern in unserem Land – und der Trend zu Young- und Oldtimern scheint ungebrochen, auch bei jüngeren Leuten.

Und warum auch nicht: Bis auf einige Ausnahmen sind Oldtimer im Kauf und Unterhalt günstiger als viele denken und verbinden Fahrspaß mit echter Individualität. Es gibt also viele Gründe, sich mit Oldtimern und CO2-freundlichem Fahren zu beschäftigen. Und genau deshalb machte sich Max auf und besuchte bei seiner „Tour de Futur“ die Classic Remise in Berlin. Dort hat er mit Roland Kayser und Dirk Salomon gesprochen.

Roland Kayser ist seit der Eröffnung der Classic Remise mit „Atelier Automobile“ – seiner eigenen Werkstatt für schwedische und französische Oldtimer – dabei. Er ist ein echter „Petrolhead“ und war früher Fahrzeugingenieur. Synthetische Kraftstoffe kannte er bislang nicht im Detail, hatte aber schon davon gehört. Für die Idee, dass man mit Hilfe der mit erneuerbaren Energien hergestellten alternativen Kraftstoffe in Zukunft vielleicht auch mit einem alten Auto CO2-neutral fahren kann, kann er sich echt begeistern: „Das wäre ja ideal, dann gäbe es ja eigentlich nichts mehr gegen Autos mit Verbrennungsmotor zu sagen.“

Sicher, im Moment ist das noch Zukunftsmusik, aber eine, die schon deutlich hör- und riechbar ist, schließlich hat Max einen Kanister mit Future Fuels mitgebracht und bittet Roland Kayer zur „Schnupperprobe“. Er ist erstaunt: „Ich rieche viel weniger als Benzin, Benzin ist ja ziemlich stechend im Geruch, das hier riecht eher ein bisschen kräuterig.“ Sein Wunsch an Politik und Industrie? „Mein ganz großer Wunsch an die Politik wäre es, endlich aufzuhören, ihre Anti-Autopolitik zu propagieren. Ich habe nichts dagegen, Fahrradfahrer zu fördern – ich fahre ja selber Fahrrad – aber diese Autofeindlichkeit ist so realitätsfern. Besser wäre es, endlich nach vorne zu gucken und sich zu fragen, wie kann ich den Verkehr der Zukunft sinnvoll gestalten?“ Würde er Future Fuels tanken? „Natürlich, warum denn nicht?“, antwortet der aufgeschlossene Ingenieur.

Dirk Salomon vermietet in der Classic Remise alte Autos – übrigens an jeden, der mindestens zehn Jahre einen Führerschein besitzt. Alle Fahrzeuge sind echte Schätze aus Baujahren zwischen 1958 und 1980. Schätze, die natürlich bislang noch mit konventionellen Kraftstoffen fahren. Und auch mit Dirk Salomon hat Max gesprochen. Was meint er zum Thema neuartige Treibstoffe?
Dirk Salomon begeistert sich seit frühester Jugend für Oldtimer und hat eine klare Antwort auf die Frage, wie das wäre, wenn er mit neuartigen Kraftstoffen klimaneutral weiterhin seine geliebten Oldtimer fahren könnte: „Wenn das wirklich funktionieren sollte, dann finde ich das richtig geil. Denn das würde garantieren, dass man mit diesen alten Autos noch viel länger fahren kann als erwartet. Sprich, wenn die Welt voller Elektroautos ist, dass es dann noch eine Daseinsberechtigung für klassische Automobile gäbe.“

Sicher, noch wird es dauern, bis wir alle E-Fuels an unserer normalen Tankstelle bekommen, aber ist es nicht wichtig, schon jetzt die Weichen zu stellen und die Menschen zu motivieren, sich mit diesem Thema zu befassen? Dirk Salomon hat auch dazu eine eindeutige Meinung: „Das Ganze lässt sich einfach herunter brechen. Man muss neugierig sein, das ist das Allerwichtigste im Leben. Wenn E-Fuels auch nur entfernt die Möglichkeit bieten, dass automobiles Kulturgut damit nachhaltig weiterfahren kann, dann sollte das für jeden Politiker, für jede Firma, für jeden Treibstoff-Dealer ein Grund sein, sich damit zu beschäftigen.“

Aber natürlich sieht er auch Schwierigkeiten auf dem Weg in eine solche automobile Zukunft: „Ich glaube nicht, dass es leicht wird, solch einen Treibstoff so zu vermarkten, dass eine kostengünstige Produktion schnell möglich sein wird. Da müssen erst einmal ganz viele Menschen überzeugt werden. Dennoch, die Idee finde ich großartig. Ich hoffe, dass das durchsetzbar ist, dass es Menschen gibt, die so neugierig sind und das so pushen, dass der Liter E-Fuel am Ende für alle bezahlbar wird.“ Und natürlich macht auch Dirk Salomon eine Riechprobe an Max‘ Testkanister, sein Urteil: „Das wird jeden freuen, der hinter einem Mustang Cabrio hinterherfährt, denn das riecht praktisch nach gar nichts.“

Die Episode der „Tour de Futur“ in der Oldtimer-Remise in Berlin könnt ihr euch hier ansehen:

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