Klug heizen, viel sparen: Unsere Top 5

Wir geben zu: In Herbst und Winter sind wir kleine Stubenhocker. Was gibt es denn Schöneres, als zu Hause mit einer heißen Tasse Tee oder Kakao mit Sahne und einem guten Buch auf dem Sofa zu lümmeln, während es draußen trist und kalt ist? Oder ein heißes Bad zu genießen, bei guter Musik und Kerzenschein, während der Regen gegen das Fenster prasselt? Während wir die Gemütlichkeit genießen, arbeitet unsere Heizung dafür auf Hochtouren. In Herbst und Winter steigen unsere Energiekosten gewöhnlich in die Höhe, und je mehr wir heizen, desto mehr schmilzt unser Kontostand dahin. Ein Naturgesetz? Keineswegs, denn auch in den kühlen Monaten könnt ihr aktiv Heizkosten sparen, ohne zu frieren. Unsere fünf Heizspartipps zeigen, wie das geht:

Tipp 1: Bye-bye schlechte Gewohnheiten!

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Dabei könnten wir auf viele Gewohnheiten gut verzichten. Das gilt auch für das Heizen. Schlechte Heizgewohnheiten lassen sich leicht bekämpfen, indem ihr euch selbst ein paar einfache Fragen stellt: Bei welcher Raumtemperatur fühle ich mich wohl? Gerate ich leicht ins Schwitzen, oder bin ich eher der verfrorene Typ?

Das Wärmeempfinden ist nämlich bei jedem anders, absolute Typ-Sache. Kuschelt ihr euch auf dem Sofa am liebsten in dicke Decken ein, kann die Heizung ruhig ein paar Grad runter gestellt werden. Der Komfort bleibt gleich, aber die Kosten sinken.

Auch beim Lüften gehen schlechte Angewohnheiten schnell ins Geld. Steht das im Winter stundenlang gekippt, gelangt viel zu viel Wärme nach draußen. Das treibt die Kosten in die Höhe. Besser: Stoßlüften, Fenster für ein paar Minuten ganz öffnen, am besten mit Durchzug. Die schlechte Luft verfliegt, die Heizkosten bleiben niedrig und der frische Wind beugt auch noch Schimmelbildung vor.

Tipp 2: Seid smart und spart

Uns ist klar: Das ist oft leichter gesagt als getan. Vor allem am frühen Morgen, wenn wir müde aus dem Haus schlurfen. Die Tür ist zu, die Heizung läuft aber noch auf vollen Touren. Hand aufs Herz: Wem ist das noch nie passiert? Eben. Wenn ihr einen smarten Thermostat habt, ist das aber geregelt, und ihr müsst nicht mehr an die Heizung denken. Er passt die Raumtemperatur automatisch an und schaltet den Warmwasserbereiter ab, wenn ihr das Haus verlasst.

Außerdem ist er im Gegensatz zu uns alles andere als vergesslich. Im Gegenteil: Digitale Thermostate wie „Nest“ von Google merken sich euren Tagesablauf, um die Temperatur im Haus immer optimal einzustellen. Und wenn sich daran einmal was ändert, könnt ihr den Thermostat ganz einfach mit dem Smartphone steuern, auch von unterwegs.

Tipp 3: Heizung modernisieren

Aus alt mach neu: Wenn ihr noch eine in die Jahre gekommene Ölheizung im Keller stehen habt, kann sich eine Modernisierung lohnen. Denn ältere Heizungen setzen häufig nur zwei Drittel der Energie aus dem Heizöl in Wärme um. Bei modernen Brennwertheizungen wird hingegen fast die gesamte Energie dazu genutzt, die Räume zu heizen. So spart ihr bis zu 30 Prozent Energie im Vergleich zu einem alten Heizkessel, bei Anschaffungskosten von rund 9500 Euro. Noch günstiger wird es, wenn ihr neben der Ölheizung weitere Energieträger wie Solarenergie oder einen Kaminofen nutzt: Bis zu 50 Prozent lassen sich mit einer solchen Hybridheizung sparen.

Tipp 4: Fenster abdichten

Sind die Fenster geschlossen, sollte im Idealfall die komplette Heizwärme drinnen bleiben. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus. Vor allem in Altbauten muss die Heizung häufig auf Hochtouren laufen, damit es einigermaßen warm bleibt. Der Grund: Viele Häuser sind nicht ganz dicht. So bleibt nur ein Teil der Heizwärme in euren vier Wänden, der Rest entflieht nach draußen. Deshalb: Fenster gut abdichten! Häufig reicht dafür schon ein selbstklebender Dichtungsstreifen aus Schaumstoff, den kriegt man in jedem Baumarkt und der ist schnell angebracht.

Tipp 5: Duschen mit Köpfchen

Übermäßiges Heizen ist aber nicht die einzige Ursache für hohe Kosten. Auch das Warmwasser spielt eine wichtige Rolle, da zu seiner Erhitzung Heizenergie nötig ist. Wer also oft und ausgiebig duscht oder badet, zahlt am Ende bei den Energiekosten drauf. Zumindest für das Duschen gibt es eine einfache Lösung für dieses Problem. Sie steckt im Duschkopf: Normale Duschköpfe lassen häufig zu viel Wasser durch, das weder zum Sauberwerden noch für das Wohlbefinden nötig wäre. Bei Sparduschköpfen hingegen sind die Abstände zwischen den Wasserstrahlen größer, oder es wird einfach Luft ins Wasser gemischt. Das spart bis zu 50 Prozent Wasser und damit Heizenergie pro Duschgang. Sauber werdet ihr damit genauso, keine Panik. Und der Duschkomfort nimmt dabei auch nicht ab. Die Kosten für Warmwasser jedoch schon. Duschköpfe mit der Durchflussklasse A haben übrigens das höchste Einsparpotenzial. Ihr seht: Für Heizung und Warmwasser müsst ihr keine großen Summen ausgeben, auch wenn draußen Minusgrade herrschen. Unsere Tipps sorgen dafür, dass ihr Herbst und Winter gemütlich im Warmen verbringt – und euer Kontostand die kühlen Monate ebenso übersteht.

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5 Kommentare

  1. So weit wie Ich es verstanden habe, moderne Heizöltechnologie kann sehr kosteneffektiv sein. Man kann viel Geld sparen, wenn Sie Ihnen der Zeit nehmen, ihr Heizungssystem regelmäßig checken. Und, wann möglich, upgraden Sie was alt und Energie verschwendet. Danke für die Tipps!

  2. Ich bin auch eher der Kuscheltyp. Lieber die Ölheizung ein wenig runter drehen und dafür in Decken und Kissen einpacken. Da habe ich auch das Gefühl, dass sich das auf Dauer lohnen kann, wenn es nicht gerade zu kalt ist.

  3. Das Ersetzen einer alten Heizung durch einen modernen Brennwertkessel spart deutlich weniger Energie als vielfach angenommen. Je nach ausgetauschtem Kessel variieren die typischen Einsparungen. Wird ein Niedertemperaturkessel ersetzt, liegen die Einsparungen bei 5 bis 10 Prozent. Das ist das zentrale Ergebnis eines aktuellen Gutachtens des BEE.

    Ich glaube so langsam nichts mehr..

  4. Hallo,

    genau: Je nach Alter des ausgetauschten Heizungskessels variieren die Einsparungen, da hast Du Recht. Die Ergebnisse des BEE-Gutachtens sind aber leider praxisfern. Denn der Kesselaustausch ist in der Regel immer der Auslöser, um weitere Anpassungsmaßnahmen wie etwa der Einbau einer witterungsgeführten Regelung, die Dämmung der Rohrleitungen, der Einbau effizienter Heizungspumpen oder einen hydraulischen Abgleich vorzunehmen. Genau diese Maßnahmen hat das BEE-Gutachten aber getrennt von der Modernisierung des Heizungskessels betrachtet. Berechnungen, die das IWO auf Grundlage derselben Norm (DIN V 18599) wie die BEE-Gutachter vorgenommen hat, zeigen, dass in einem typischen Einfamilienhaus allein durch den Austausch eines alten Konstanttemperaturkessels durch ein Brennwertgerät bereits Einsparungen von 23 Prozent erzielt werden können. Durch die oben genannten weiteren Maßnahmen sind in diesem Gebäude dann Einsparungen von insgesamt 30 Prozent machbar. Aber auch gegenüber einem Niedertemperaturkessel sind die Einsparpotenziale durch den Einbau einer neuen Brennwertheizung beachtlich. Detaillierte Infos dazu findest Du auf http://www.zukunftsheizen.de. Viele Grüße vom MeinWohn.Blog-Team

  5. Wir ziehen einen Kesseltausch in Betracht und da bin ich zufällig über deinen Blog gestolpert. Der Tipp, Dusche mit Köpfchen ist mir auch neu. Schön zu wissen, dass die große Summe für Heizung und Wasser nicht unbedingt notwendig ist.

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