Klimaschutzpaket: Was sind die Folgen für Besitzer einer Ölheizung?

Im vergangenen Jahr verabschiedeten Bund und Länder ein umfangreiches Klimaschutzprogramm. Als Hausbesitzer ist unser Autor Nico direkt davon betroffen. Hier sagt er euch, was die neuen Regelungen vor allem für Besitzer von Ölheizungen bedeuten.

Ich bin davon überzeugt, dass Klimaschutz sehr wichtig ist – für uns und zukünftige Generationen. Wie bei allen politischen Entscheidungen kann man sich auch beim Klimapaket darüber streiten, ob die Regelungen zu weit gehen, zu lasch sind oder die richtigen Schwerpunkte setzen. In diesem Post geht es mir jedoch darum, die praktischen Folgen des Klimapakets für Ölheizungen zu beschreiben.

Was steht im neuen Gesetz?

Das Ziel des Klimaschutzgesetzes, das am 18. Dezember 2019 in Kraft getreten ist, besteht darin, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent (zum Vergleichsjahr 1990) zu senken. Dazu wurde ein Plan beschlossen, der vorgibt, wie viel CO2 wir in Deutschland zukünftig in verschiedenen „Sektoren“ – wie Verkehr, Industrie oder eben dem Gebäudebereich – in die Luft abgeben dürfen. Für den Bereich Gebäude waren das laut Bundesumweltministerium  im Jahr 2018 noch 117 Millionen Tonnen, die bis 2030 auf 70 Millionen Tonnen sinken sollen. Dieses Ziel soll durch einen Mix aus Förderungen, CO2-Bepreisung und Verordnungen erreicht werden.

In der Praxis bedeutet das Klimaschutzpaket für Hausbesitzer hauptsächlich drei Dinge:

  • Die energetische Sanierung von Häusern und Wohnungen wird mit dem Klimapaket steuerlich gefördert. Das betrifft den Einbau neuer Fenster, die Dämmung von Dächern und Außenwänden sowie den Austausch der Heizung.
  • Fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdgas und Heizöl werden durch die CO2-Abgabe in den nächsten Jahren schrittweise teurer: Bei dem angepeilten CO2-Preis von 55 Euro pro Tonne würden sich dadurch die Kosten für Heizöl bis zum Jahr 2025 um etwa 1,6 Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Bei Erdgas steigt der Preis um etwa 1,2 Cent pro Kilowattstunde.
  • Bis Ende 2025 könnt ihr euren alten Ölkessel ganz einfach gegen ein neues Öl-Brennwertgerät austauschen. Ab 2026 sollen Ölheizungen eingebaut werden dürfen, wenn sie erneuerbare Energien mit einbinden. Das kann zum Beispiel eine Solaranlage sein. Der Einbau einer Ölheizung allein soll dann auch noch möglich sein, wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden ist und keine erneuerbaren Energien anteilig eingebunden werden können. Hat jemand bereits seine Ölheizung mit einer solarthermischen Anlage kombiniert, so soll er jederzeit einen Kesseltausch durchführen können, da das Gebäude bereits anteilig mit erneuerbaren Energien versorgt wird.

Wohnt ihr in Baden-Württemberg, gelten etwas andere Regeln: Der Einbau einer Öl-Brennwertheizung ist in jedem Fall bis Ende 2025 als auch, nach jetzigem Stand, darüber hinaus natürlich möglich. Da in Baden-Württemberg bereits heute die Vorgaben des Erneuerbaren Wärme-Gesetzes (EWärmeG) zu beachten sind, müssen zur Erfüllung schon jetzt bei einer Modernisierung mindestens 15 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden, z.B. durch ein 10-prozentiges Bio-Heizöl und einem (unverbindlichen) Sanierungsfahrplan. Ab 2026 dürfte voraussichtlich eine Hybrid-Lösung auch für die Ölheizung in Baden-Württemberg weiter möglich sein. Das bedeutet zum Beispiel: Öl-Brennwerttechnik + Solarthermie oder Photovoltaik. Die Einzelheiten hierzu stehen aber noch nicht fest.

Was vielleicht auch noch wichtig ist: Das beschlossene Klimapaket ist so eine Art Rahmen. Viele Maßnahmen sind noch nicht verbindlich beschlossen und in den nächsten Jahren können noch neue Regelungen hinzukommen oder bestehende angepasst werden, um die CO2-Ziele auch wirklich zu erreichen.

Blick in den Heizungskeller: Hybridgerät, Warmwasserspeicher, Stromspeicher, Heizöltank

Und für den Einbau neuer Öl-Hybridanlagen gibt es weiterhin staatliche Fördergelder. Finanziell unterstützt wird der Einbau der erneuerbaren Komponenten, wie zum Beispiel eine Solarkollektoranlage, mit 30 Prozent der Investitionskosten. Dabei sind die entsprechenden Förderbedingungen zu beachten. Nichtstaatliche Förderaktionen, zum Beispiel von Heizgeräteherstellern, können da noch hinzukommen.

Welche Möglichkeiten haben Besitzer einer Ölheizung in Zukunft?

Wer seine alte Heizungsanlage ab 2026 mit effizienter Öl-Brennwerttechnik modernisieren will, hat somit noch eine Option: Nämlich eine erneuerbare Komponente einzubauen. Das macht auch gleich mehrfach Sinn, denn mit der erneuerbaren Unterstützung wird die Heizung gleich noch sparsamer im Verbrauch.

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Über diesen Autor

Für Nico ist mit seiner Freundin in ein kleines Häuschen mit Ölheizung gezogen, das Schritt für Schritt energetisch modernisiert wird. Deshalb fragt sie sich, was das Klimapaket für ihr Projekt bedeutet.

Fotos: IWO

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2 Kommentare

  1. Da stimmt was nicht!
    Sie schreiben:

    Bis Ende 2025 könnt ihr euren alten Ölkessel ganz einfach gegen ein neues Öl-Brennwertgerät austauschen.

    Ich bin gerade dabei einen neuen Brennwertkessel zu kaufen und ich muss schon jetzt 15 % nachweisen. Ich erreiche dies nur, weil ich schon seit Jahren die oberste Geschossdecke mit 24 cm Styropor isoliert habe. Ich wohne in BW

  2. Hallo! Da ist Baden-Württemberg eine Besonderheit – denn bei Ihnen gelten schon jetzt die Vorgaben des Erneuerbaren Wärme-Gesetzes. Zur Erfüllung müssen bei einer Modernisierung schon jetzt mindestens 15 Prozent Erneuerbare eingebunden werden. Wir ergänzen das im Beitrag. 🙂 Viele Grüße vom MeinWohn.Blog-Team

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