Klimaneutrales Heizöl: Alternative im Energiemix von morgen?

Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein, so der neueste Plan der Politik. Da muss auch der Gebäudebereich seine Treibhausgasemissionen bis auf null senken. Doch wie ist das überhaupt möglich? Unser Blogger Nico hat sich mit klimaneutralem Heizöl beschäftigt, das mithilfe von erneuerbaren Energien hergestellt wird. Welche Vorteile diese alternativen Fuels bieten, wie sie hergestellt werden und wie ihr schon heute einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten könnt, erfahrt ihr in unserem Beitrag.

Als ich noch Wohnungsmieter war, habe ich mich mit dem Thema Heizen kaum beschäftigt. Nun bin ich Eigenheimbesitzer und stecke noch in der Sanierung. Eine wichtige Angelegenheit habe ich bereits erfolgreich gemeistert. Ich habe mich für ein Heizsystem entschieden, das optimal auf meine Bedürfnisse abgestimmt ist und in der Zukunft klimaneutrales Heizen ermöglichen wird. Die Erkenntnis, die ich in Gesprächen mit Fachberatern als erstes gewonnen habe: Mit einer modernen Öl-Brennwertheizung reduziere ich schon jetzt – dank der hohen Energieeinsparung – meine CO₂-Emissionen und schaffe die perfekte Basis für die Einbindung erneuerbarer Energien. Und wenn klimaneutrales Heizöl flächendeckend in Deutschland zur Verfügung steht, kann ich es ganz einfach in meinen Tank füllen und klimaschonend Wärme erzeugen.

Klimaneutrales Heizöl: Grüner Brennstoff aus regenerativen Quellen

Klimaneutrale Brennstoffe, die herkömmliches Heizöl ersetzen, produzieren kein zusätzliches CO₂. Das liegt am innovativen Produktionsprozess und dem geschlossenen Kohlenstoffkreislauf: Für deren Herstellung wird der Erdatmosphäre so viel CO₂ entzogen, wie später bei der Wärmeerzeugung im Heizkessel freigesetzt wird.

Als Komponenten für klimaschonendes Heizöl dienen zum einen fortschrittliche Biokraftstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen wie Algen, Abfall- und Reststoffen – also keine Produkte, die zur Nahrungsmittelherstellung benötigt werden. Zum anderen die sogenannten E-Fuels: Das sind synthetische Brennstoffe, die aus grünem Wasserstoff und aus der Atmosphäre „gefiltertem“ CO₂ produziert werden. Sofern der für die Produktion von Wasserstoff (man nennt das „Elektrolyse“) benötigte Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne gewonnen wird, sind diese Fuels klimaneutral. Ähnlich wie konventionelle Brenn- und Kraftstoffe sind auch die alternativen Fuels einfach zu transportieren und zu speichern. Und können dem fossilen Kraft- und Brennstoff beigemischt werden oder perspektivisch diese sogar komplett ersetzen. So können Privatpersonen den Ausstoß von Treibhausgasen mit modernen Brennwertgeräten nach und nach senken. Die Mineralölwirtschaft arbeitet daran, dass dieses „grüne“ Heizöl in Form von künstlich erzeugten flüssigen Energieträgern bald in ganz Deutschland zum Einsatz kommt.

Herstellungspfade für FutureFuels
Quelle: IWO

Gelingt die Energiewende durch klimaneutrales Heizöl?

Die Energiewende und das erklärte Ziel der Klimapolitik kann auf vielen Wegen erreicht werden. Auch eine gute Gebäudedämmung sorgt dafür, Energie und CO₂ zu sparen. Wird eine solche energetische Sanierung dann noch mit klimaschonenden Brennstoffen und Heizsystemen kombiniert, reduziert sich die CO₂-Bilanz zusätzlich.

Ich habe mich aus mehreren Gründen dazu entschieden, die Heizung in meinem Haus zu modernisieren. Zum einen arbeitet die neue Öl-Brennwertheizung hocheffizient; sie stößt im Vergleich zu einem alten Heizkessel rund 20 Prozent weniger CO₂ aus und der 2.000-Liter-Tank versorgt uns mehr als zwei Jahre. Im nächsten Schritt haben wir vor, auf dem Dach eine Solaranlage zu installieren, die unsere Heizung unterstützt. Wenn die Sonne mal nicht scheint, springt die Ölheizung automatisch ein. Uns ist es wichtig, dass wir schon jetzt möglichst energiesparend und klimaschonend mit erneuerbaren Energien heizen und zugleich jederzeit gut versorgt sind. Wenn uns das alternative „grüne“ Heizöl zur Verfügung steht, ersetzen wir die Tankfüllung einfach. Mit dieser bezahlbaren Modernisierung bleiben wir stets flexibel und tragen jeden einzelnen Tag zur Energiewende und dem Klimaschutz bei.

Klimaschutzprojekte ebnen den Weg in eine grüne Zukunft

In ganz Europa sind schon Demonstrationsprojekte angelaufen, bei denen die Hauseigentümer die neuen Fuels im Tank haben. Mein Freund Lars hat sein Haus ebenfalls modernisiert und hat im Rahmen eines Modellprojekts des Instituts für Wärme und Mobilität (IWO) jetzt schon „grünes“ Heizöl im Tank. Beim IWO läuft derzeit auch gerade die Pilotinitiative future:fuels@work. Damit haben Modernisierer die Chance auf eine sehr kostengünstige Tankfüllung treibhausgasreduziertes Heizöl. Wenn ihr mehr erfahren und euch bewerben wollt, findet ihr hier alle nötigen Infos zum Klimaschutzprojekt.

Mein Blogger-Kollege Marc hat mit zwei Brüdern gesprochen, die gemeinsam mit IWO ein Herzensprojekt auf den Weg gebracht haben. An der Ostsee haben die beiden einen großen Altbau saniert. Hierbei setzen sie auf die Hybridheiztechnik: Sie haben ebenfalls ein treibhausgasreduziertes Heizöl aus biogenen Reststoffen wie Altspeisefetten im Tank und berichten nun – 10 Jahre nach Projektbeginn – von ihren Erfahrungen.

Kurz & knapp:
Alternatives Heizöl ist der Brennstoff der (gar nicht so weit entfernten) Zukunft. Zusammen mit effizienter Heiztechnik, guter Gebäudedämmung und der Einbindung erneuerbarer Energien bietet der „grüne“ Brennstoff für viele Hauseigentümer eine interessante Perspektive für klimaneutrales Heizen.

ÜBER DIESEN AUTOR


Nico, 30, ist mit seiner Freundin in ein kleines Häuschen mit Garten gezogen. Seitdem heißt es fast jedes Wochenende „Schaffe, schaffe, Häusle (um)baue“. Dabei setzen die beiden auf Wohnlösungen, die klimafreundlich und effizient sind.

 

Foto: Elnur – stock.adobe.com

Diesen Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.