Kinderzimmer richtig einrichten: 10 Tipps für den perfekten Neustart

Kinderzimmer einrichten

Im siebten Monat schwanger und das Kinderzimmer ist schon perfekt für die nächsten Jahre eingerichtet? Das könnte zu einer Herausforderung werden, meint unsere Bloggerin Tine aus eigener Erfahrung. Worauf Eltern achten sollten, wenn sie das Wohnreich der lieben Kleinen erschaffen.

Kinder zu haben ist wie eine Abenteuerreise: Es passiert andauernd etwas, mit dem man nicht gerechnet hat. Eigentlich ist alles total anstrengend, aber irgendwie weiß man dabei immer, dass die vielen großartigen Momente, die einem Tag für Tag beschert werden, durch nichts im Leben zu ersetzen sind. Dieser Gedanke kam mir letztens, als eine meiner besten Freundinnen, die mit Ende Dreißig ihre erste Schwangerschaft durchlebt, stolz verkündete, die Planungen für das Einrichten des Kinderzimmers seien sieben Wochen vor dem Geburtstermin so gut wie beendet. Dabei lachte sie und war glücklich und ich habe mit ihr gelacht und mir dabei gedacht: „Wenn du wüsstest!“. Unsere beiden Kinder sind jetzt in Kita und Grundschule (da gerade Corona-Zeit ist füge ich noch kurz toi, toi, toi hinzu 😊), und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Das Thema Kinderzimmer ist ein Dauerbrenner, der immer aktuell bleibt.

Auf der anderen Seite ist das aber auch das Schöne am Kinderzimmer einrichten. Denn dieser Ort wächst über die Jahre mit: Aus dem Babyzimmer wird das Kinderzimmer und aus dem Kinderzimmer eines Tages das Jugendzimmer. Meine Erfahrung lautet dabei: Man muss diesen natürlichen Wandel nicht bis ins Letzte durchplanen, weil vieles ohnehin anders kommt, als man denkt. Und das beginnt zuweilen schon mit dem Babyzimmer. Wir haben unser erstes Kind ebenfalls mit einem perfekt eingerichteten Zimmer in seinem Leben mit uns begrüßt – um dann in den schlaftrunkenen Monaten nach der Geburt Schritt für Schritt festzustellen, dass wir gerade am Anfang so richtig nur den Wickeltisch und etwas später das kleine Beistellbettchen gebraucht haben, während sich manch andere Anschaffung – die ganzen gut gemeinten Deko-Elemente und der unpraktische Kleiderschrank – als Fehlinvestitionen herausgestellt hat. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die ich nach knapp zehn Kinderjahren über das Kinderzimmereinrichten gelernt habe. Passend dazu meine Top-10-Ideen für das Kinderzimmer einrichten:

1. Unrealistische Vorstellungen ablegen

Bevor ich Kinder hatte, habe ich mir das perfekte Babyzimmer eher romantisch und das optimale Kleinkindzimmer eher gemütlich vorgestellt: Abends werfe ich einen Blick in das Babyzimmer, schaue nach der Kleinen und beobachte mit feuchten Augen, wie sie in ihrem Himmelbettchen friedlich von Schäfchen träumt, während wir ein paar Jahre später auf dem Fußboden zwischen Feen und Zauberern erlebnisreiche Stunden auf einem flauschigen Teppich mit Spielen verbringen.

Kinderzimmer Vorstellung
Ungefähr so hatte ich mir das vorgestellt …

In der Realität sieht kein Kinderzimmer der Welt so aus, wenn dort Kinder leben und es keine Rund-um-die-Uhr-Putzfee gibt.

Kinderzimmer Realität
… aber die Wahrheit sieht eher so aus.

Daher ist der wichtigste Tipp: Unrealistische Vorstellungen hinter sich lassen und akzeptieren, dass Kinder eigene Wünsche und Bedürfnisse nach Farben, „Ordnung“ und Spielsachen haben.

2. Robustheit zahlt sich aus

Spätestens wenn Kinder zu krabbeln beginnen müssen ihre Zimmer so einiges aushalten. Hier fällt schon einmal etwas um, fliegt durch die Gegend oder wird mehr oder weniger mutwillig auf Haltbarkeit getestet. Deshalb ist es langfristig stressfreier, wenn ihr bei der Auswahl von so grundlegenden Dingen wie Möbeln oder Bodenbelägen zuerst darauf achtet, dass sie nicht zu empfindlich und abwaschbar sind.

3. Kompromisse eingehen

Dass Kinder mit zunehmendem Alter immer mehr zu eigenen Persönlichkeiten heranwachsen, ist hinreichend bekannt und für mich als Mutter immer wieder entzückend anzusehen. Als es um die Einrichtung der Kinderzimmer ging, musste ich mich daran allerdings selbst von Zeit zu Zeit erinnern. Denn wenn die Sprösslinge die Kleinkindphase hinter sich gelassen haben, melden sie zunehmend Ansprüche an, wenn es darum geht, über ihr eigenes Reich zu bestimmen. Da kann der Wunsch nach einem pink-glitzernden Mädchentraum schon mal zum kleinen Albtraum der skandi-verrückten weiß-grau-pastell-Töne bevorzugenden Mama werden. Um permanente Auseinandersetzungen darüber zu vermeiden, kann es aber sinnvoll sein, Kompromisse zu suchen und den Bedürfnissen der Kinder bei der einen oder anderen Frage entgegen zu kommen. Dies kann zum Beispiel mit knalligen Einzelteilen wie einem Glitzerteppich gelingen. Und dabei sind wir auch schon bei Punkt 4:

4. Wie viel Rosa braucht ein Mädchenzimmer?

Meine klare Antwort: GAR KEINS! Aber mir ist schon klar, dass man mit dieser Frage so manche harmonische Elternrunde sprengen kann. Wir haben sie pragmatisch beantwortet: Keine Farbe, keine Diskussion und keine zusätzliche Arbeit, wenn die Farbe aus welchen Gründen auch immer zu nerven beginnt. Die Kinderzimmer wurden folglich weiß gestrichen und mit bunten Wandstickern verziert, die sich nach ein paar Jahren mit relativ geringem Aufwand updaten lassen. Jetzt fragt ihr sicherlich: Ist das nicht sehr langweilig? Ich finde nicht, denn zum Dekorieren der Wände kommen bei uns zusätzlich noch Heerscharen von selbstgemachten Bildern in einfachen Wechselrahmen zum Einsatz. Auf diese Weise gibt es immer etwas Neues an den Wänden, ohne dass dafür gleich das Zimmer ausgeräumt werden muss. Und die Kids freuen sich, wenn sie regelmäßig ihre neuesten Kunstwerke „ausstellen“ können.

5. Kann man ein Kinderzimmer auch ohne Hochbett einrichten?

Wahrscheinlich kann man das schon, wir haben es aber gar nicht erst versucht 😉. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis euer Kitakind davon schwärmt, wie unglaublich toll ein Hochbett ist. Wer sich dagegen stellt, braucht oft gute Nerven. Wir mussten das nicht machen, denn wir finden ein Hochbett selbst praktisch: Es schafft – besonders in vielen engen Stadtwohnungen – Platz im Kinderzimmer und den Kleinen eine Höhle, in der sie sich verkriechen, spielen und wohlfühlen können. Was man allerdings beachten sollte, dass der Zeitpunkt für die Anschaffung eines Hochbettes zum Kind passt. Die entscheidenden Fragen dabei: Wie sicher kann mein Kind (schon) klettern? Soll es eine Rutsche geben – denn diese wird garantiert nicht nur runtergerutscht, sondern auch hoch gelaufen – und wird das ohne größere Verletzungen ablaufen? Kann die Treppe auch nachts allein bewältigt werden, um beispielsweise ins Bad zu kommen? Bewegt mein Kind sich nachts noch viel? Welchen Rausfallschutz brauche ich?

6. Mottozimmer: pro und contra

Ähnlich wie das Hochbett kann auch das Mottozimmer eines Tages zu einem Thema bei der Einrichtung werden, das von den Kindern selbst aufgebracht wird. Dabei solltet ihr euch immer zwei Fragen stellen: Folgen wir wirklich dem Wunsch der Kinder und wenn ja, wie lange wird dieser Wunsch anhalten? Für die Einrichtung eines Mottozimmers spricht, dass es Kinderseelen glücklich machen kann, wenn es das Kinderzimmer in das ultimative Spielparadies verwandelt. Dem entgegen steht allerdings die Frage, wie lange diese Euphorie anhält – und inwiefern ihr Lust habt, das Zimmer dann wieder ganz neu zu gestalten.

7. Tragbare Ordnungshelfer sind Gold wert

Zu der Landung in der Realität nach der Einrichtung unseres ersten Kinderzimmers gehörte die Erkenntnis, dass das Kinderzimmer in der Wohnung nicht zwangsläufig das Spielzimmer ist. Oder nicht das alleinige. Daran tragen wir aber auch eine gewisse Mitschuld, denn oft ist es praktisch und schön anzusehen, wenn im Wohnzimmer oder am großen Esstisch gebastelt und gespielt wird. Das wirft aber die Frage auf: Wohin mit den Sachen, wenn der Spaß vorbei ist? Unsere Antwort darauf sind robuste tragbare Ordnungshelfer – am besten durchsichtige, große Stand-Beutel mit stabilen Griffen und Puzzle- und Baudecken, in denen sich Spielsteine, Figuren und Bastelsachen überall in der Wohnung in Windeseile verstauen und einsammeln lassen.

Kinderzimmer spielen und verstauen
Stabile Ordnungshelfer verhindern das schlimmste Chaos im Kinderzimmer

8. Inseln für unterschiedliche Anforderungen schaffen

Ich glaube, manchen Eltern schwebt eine Art Gesamtkunstwerk vor, wenn sie die Zimmer ihrer Kinder einrichten: Alles soll einen einheitlich aufgeräumten Look haben. Wir haben die Zimmer unserer Kinder hingegen so gestaltet, dass sie unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. So ist mir wichtig, dass auf dem Schreibtisch und auf dem Boden ein gewisses Maß an Ordnung herrscht: Damit geht einher, dass es genug Möglichkeiten gibt, Spielsachen, Kuscheltiere und liebgewonnene Kleinigkeiten gut verstauen zu können. Da Kinder aber auch einfach mal was liegen lassen wollen und auch können sollen, dürfen sie bei uns die Höhle unter dem Hochbett genauso herrichten, wie sie mögen (wenn der Berg an Spielsachen, Kleinkram und Gedöns sich seinen Weg dann doch durch die Spielvorhänge kämpft, müssen die beiden dann doch mal ran und aufräumen 😉).

9. Lichtplanung wird oft unterschätzt

Was nach meiner Meinung beim Einrichten von Kinderzimmern schnell zu kurz kommt, ist das Licht. Die meisten Erwachsenen lieben es, in lichtdurchfluteten Räumen zu wohnen. Was nicht nur ästhetische Gründe hat, sondern nach Meinung vieler Menschen auch für das Gemüt angenehmer ist oder – wenn ihr wie ich eine Brille tragt – auch ganz praktische Gründe haben kann. Kinder wollen sich hingegen von Zeit zu Zeit geborgen fühlen und ziehen sich deshalb gern in eine dunkle Höhle zurück, am liebsten, wenn es noch eine kleine Lampe oder Lichterkette gibt.

Auch sollte ihre Nachtruhe nicht durch künstliches Licht, zum Beispiel von Straßenlampen, gestört werden. Hier können Verdunklungsrollos Abhilfe schaffen, die dann auch wieder auf das Motto (siehe oben 😉) abgestimmt sein können. Auf der anderen Seite benötigt jedes Schulkind zum Lernen eine vernünftige Beleuchtung am Schreibtisch.

Kinderzimmer Beleuchtung
Viele Kinder lieben die Geborgenheit einer schwach beleuchteten Höhle

10. Beim Möbelkauf auf Flexibilität setzen

Möbel für das Kinderzimmer sollten nicht nur robust sein, sondern auch kindgerecht. Das bedeutet, dass die Ergonomie der Möbel auf das Alter und die Größe der Kinder zugeschnitten ist. Sehr gut geeignet sind dafür mitwachsende Kindermöbel. Es gibt sie von verschiedenen Herstellern und sie decken vom Stuhl für den Esstisch über das Bett bis zum Schreibtisch alles ab. Da sich diese Möbel länger nutzen lassen, lohnt es sich auch beim Kauf auf Qualität zu achten und den einen oder anderen Euro mehr zu investieren. Dabei solltet ihr bedenken, dass sich nicht nur eure Kinder (rasend schnell) verändern, sondern auch die Bedürfnisse, die sie an ihr Zimmer stellen. Daher die Möbel selbst eher schlicht wählen und dann mit Accessoires, wie Hochbettvorhängen, Motto-Boxen für Regale oder bunten Türen individualisieren. Diese Dinge lassen sich dann bei Bedarf austauschen und ein „Makeover“ des Kinderzimmers ist mit kleinerem Budget schnell umgesetzt.

Kurz & knapp:
Nicht nur Spielsachen, auch Möbel können Schadstoffe enthalten. Achtet deshalb darauf, dass ihr nur schadstoffarme Möbel ins Kinderzimmer stellt. Ihr erkennt das an Siegeln wie dem Blauen Engel. Unter diesem Link findet ihr eine Broschüre des Umweltbundesamt mit vielen nützlichen Informationen zum Thema.

Über diesen Autor

Tine, 40, lebt mit ihrem Herzblatt und zwei Kindern auf dem Land.

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