Kein Hexenwerk: Leckere Tees mit Kräutern selbst machen

Kräutertee – was zuerst mal altbacken klingt, kann inzwischen ziemlich gut schmecken. Schon lange fängt es nicht erst bei Pfefferminz an und hört bei Kamille wieder auf. Der Vielfalt und Auswahl sind kaum noch Grenzen gesetzt. Und Bloggerin Nina meint: Am besten schmecken die Tees frisch zubereitet – mit selbstgesammelten Zutaten und Kräutern aus dem eigenen Garten.

Draußen ist es kalt. Der Wind heult in der Dunkelheit. Es regnet in Strömen. Keine zehn Pferde würden euch vor die Tür bringen. Schon gar nicht, wenn ihr mit einer Erkältung auf dem Sofa liegt, die ihr auskurieren möchtet. Was ihr jetzt braucht, ist ein heißer Kräutertee – doch was tun, wenn sich im Küchenschrank keiner anfindet?

Ging es euch schon mal so? Mir schon. Aufstehen und rausgehen, um einen zu kaufen, war und ist für mich dann meist keine Option. Außerdem stört mich an den gekauften Tees, dass viele von ihnen künstliche Aromen enthalten oder sehr teuer sind. Die Lösung lag nahe: Ich mache den Kräutertee selbst! Aber wo sollte ich die Zutaten am besten sammeln? Und was gibt es noch zu beachten? Die Antworten auf meine Fragen könnt ihr jetzt hier lesen. 😊

Mit welchen Kräutern könnt ihr Tee selbst machen?

Oberstes Kräutertee-Gesetz: Alle Kräuter, die ihr verwendet, müssen ungiftig sein. Ansonsten gilt: Erlaubt ist, was euch schmeckt. Denn in euren Tee lassen sich eine Vielzahl von Kräutern mischen. Zu den bekanntesten von ihnen zählen Minze, Kamille, Ingwer und Thymian. Aber auch mit Gänseblümchen, Löwenzahn oder Ringelblumen lassen sich leckere Tees zubereiten.

Selbstgemachter Kräutertee ist nicht nur lecker

Kräutertees haben allerdings noch mehr als nur ihren Geschmack zu bieten. Jede Sorte hat andere Einflüsse auf den Körper und kann bei unterschiedlichen Beschwerden helfen. Deshalb führen auch Apotheken häufig Kräuterteemischungen in ihrem Sortiment. Für alle, die ihren Kräutertee selbst machen möchten, lohnt es sich darum, ein wenig über die Wirkungen der verschiedenen Kräuter zu erfahren.

Kamillenblüten können beispielsweise Magen und Darm zur Ruhe bringen und außerdem bei Entzündungen und Krämpfen Linderung verschaffen. Pfefferminze dagegen wirkt durch die in ihr enthaltenen ätherischen Öle gegen Erkältungssymptome wie Kopf- und Halsschmerzen. Wer sich vornimmt, Kräutertee selbst zu machen, sollte auch Ingwer nicht verschmähen: Die scharfe Knolle kann sich positiv auf euren Verdauungstrakt auswirken, bei Übelkeit helfen und Erkältungen vorbeugen. Salbei wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt, die bei Erkrankungen der Atemwege oder einer Entzündung im Mundraum helfen kann, während Thymian bei der Behandlung einer Bronchitis zur Lösung des Schleims verwendet wird.

Auf die Mischung kommt’s an – Kräuterteemischungen selbst machen

Durch das Mischen der richtigen Kräuter steigert sich ihre heilende oder wohltuende Wirkung. Zusätzlich bringen die vielfältigen Geschmackskombinationen einen neuen Schwung in eure Teetasse. Übertreiben solltet ihr es jedoch nicht: Beschränkt euch auf maximal sechs verschiedene Zutaten, wenn ihr Kräutertee selbst machen möchtet. Damit stellt ihr sicher, dass die einzelnen Aromen noch gut zur Geltung kommen. Verwendet dabei nur Kräuter, deren Ziehdauer gleich ist, da sich unterschiedliche Ziehzeiten negativ auf den Geschmack und die Stärke des Tees auswirken können. Falls euch das ein zu hoher Aufwand ist, könnt ihr euch einfach im Internet ein paar leckere Rezepte suchen.

Tipp: Das Auge trinkt mit! Wenn ihr bunte Blüten in eurer Teemischung gebt, lässt sich die Farbe des Tees beeinflussen.

Natur pur: Ihr könnt eine Vielfalt verschiedener frischer Zutaten verwenden, um Kräutertee selbst zu machen

Auf der Suche nach grünen Schätzen – Zutaten für Kräutertee selbst sammeln

Wenn ihr Kräutertee selbst machen möchtet und ihr keinen Kräutergarten habt, ist das Sammeln von Wildkräutern die einfachste Möglichkeit, an frische Zutaten zu gelangen. Am besten sucht ihr nach einem sonnigen Tag, wenn die Triebe besonders kräftig sind. Nach Regentagen ist es dagegen keine gute Idee: Nasse Kräuter neigen dazu, schnell zu schimmeln. Wichtig ist auch, wo ihr sammelt. Orte, an denen viel Autoverkehr herrscht oder die bekannte Treffplätze für Hunde sind, solltet ihr meiden. Wenn ihr eine gute Sammelstelle gefunden habt, ist die Auswahl der richtigen Kräuter der nächste Schritt. Wie bereits gesagt, solltet ihr nur mit genießbaren Pflanzen Kräutertee selbst machen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, welches Gewächs ihr vor euch habt, schaut im Internet oder in Büchern nach oder fragt am besten einen Experten. Sucht euch außerdem gesunde Pflanzen, denn welke Kräuter enthalten weniger Wirkstoffe und Geschmack.

Lagerung und Zubereitung

Eine Sammelregel solltet ihr beachten: Die Blätter werden mit Stängel abgeschnitten. Das geht schneller, ist besser für die Pflanzen und erleichtert euch außerdem die Zubereitung und die Konservierung eurer Ausbeute. Habt ihr genügend Gewächse gesammelt und nach Hause gebracht, könnt ihr direkt damit beginnen, Kräutertee selbst zu machen. Denn je frischer die Zutaten sind, desto besser schmeckt der fertige Tee. Wollt ihr jedoch Vorräte anlegen, müsst ihr die Kräuter zuerst trocknen. Das geht am besten an einem warmen und trockenen Ort. Alternativ könnt ihr sie aber auch bei 50 Grad Celsius im Ofen trocknen. Um Schimmel vorzubeugen, solltet ihr eure Zutaten komplett durchtrocknen lassen, bis diese sich ganz leicht zerreiben lassen. Lagern solltet ihr sie dann am besten kühl, dunkel und trocken in einem gut verschlossenen Behälter, zum Beispiel aus Weißblech.

Tipp: Wenn eure Zutaten muffig riechen, solltet ihr sie nicht mehr verwenden.

Um euch eine Tasse Kräutertee selbst zu machen, müsst einige frische oder getrockneten Blätter und Blüten in einen Teebeutel oder ein Teesieb füllen und mit aufgekochtem Wasser übergießen. Verschiedene Teesorten haben dabei unterschiedliche Ziehzeiten. Für den Geschmack gilt: Intensiver wird euer selbstgemachter Kräutertee durch eine längere Ziehzeit, besonders frische oder eine größere Menge an Zutaten.

Home is where my tea is – Kräutertee aus dem eigenen Garten

Kräutertee aus frisch gesammelten Zutaten selbst zu machen ist eine Sache, Kräuter im eigenen Garten anzupflanzen eine andere. Das solltet ihr beim Anlegen eines Kräutergartens wissen:

Sucht euch einen Platz, der viel Sonneneinstrahlung bietet, aber auch über etwas Schatten verfügt. Denn auch, wenn die meisten Kräuter es warm und trocken mögen, gibt es einige, die im Halbschatten besser gedeihen. Wie beim Sammeln ist auch hier die Auswahl der Pflanzen wichtig. Nicht alle Kräuter eignen sich zum Anbau im hiesigen Klima. In Deutschland fühlen sich zum Beispiel Fenchel, Minze, Kamille, Thymian, Salbei und Zitronenmelisse heimisch. Wollt ihr exotischere Kräuter anbauen, ist es sinnvoll, dafür ein Gewächshaus zu verwenden. Dort könnt ihr dann das ideale Wohlfühlklima für eure Kräuter herstellen. Achtet bei der Planung der Beete auch darauf, dass alle Gewächse gut erreichbar sind. Dadurch werden euch später die Aussaat und die Ernte sowie das Unkrautjäten leichter fallen.

 

Kurz & knapp:

– Verwendet keine giftigen Kräuter und informiert euch, wenn ihr euch bei einer Pflanze nicht sicher seid.
– Sammelt Kräuter nur an sauberen Orten und nach warmen, trockenen Tagen.
– Achtet bei Teemischungen darauf, nur Zutaten mit gleicher Ziehdauer zu nehmen.
– Plant das Anlegen eines eigenen Kräutergartens sorgfältig.

 

Über diesen Autor

Nina, 38, wohnt im Hamburger Speckgürtel, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. In der kalten Jahreszeit probiert sie gern neue Wohlfühlideen aus.

Fotos: KMNPhoto – stock.adobe.com; pat_hastings – stock.adobe.com

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