Ich will meine Ölheizung modernisieren: Womit fange ich an?

Heizungs-Experte überprüft Heizungsanlage

Wer seine alte Heizung modernisiert, spart Energie, tut damit der Umwelt etwas Gutes und kann zudem Heizkosten einsparen. Zunächst einmal steht er jedoch vor vielen Fragen: Was ist in meinem Fall sinnvoll, welche Maßnahmen werden vielleicht sogar gefördert, wo bekomme ich Hilfe? Wer sich für eine moderne Öl-Brennwertheizung entschieden hat, wie unser Blogger Nico, der kann sich an unseren Tipps orientieren. Nico hat die Modernisierung nämlich gerade hinter sich.

Meine Freundin und ich haben uns den großen Traum vom eigenen Haus erfüllt. Unsere Wahl fiel auf ein charmantes, aber schon etwas betagtes Gemäuer. Diesem hauchen wir neues Leben ein, indem wir es sukzessive und zum großen Teil in Eigenregie umbauen. Dabei ist uns nicht nur die Ästhetik wichtig, ein umweltschonender Wohnstil liegt uns ebenfalls am Herzen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, unsere ältere Heizung zu modernisieren und gegen eine moderne Öl-Brennwertheizung auszutauschen. Bei der Suche nach einer zu uns und unserem Gebäude passenden Variante habe ich allerlei hilfreiche Infos recherchiert sowie Fachbetriebe ausfindig gemacht, die uns beraten haben.

Heizung modernisieren: Wann sich ein Austausch lohnt

Jede zweite Heizung in Deutschland ist älter als 20 Jahre und somit nicht auf dem heutigen Stand der Technik. Veraltete Heizkessel nutzen die eingesetzte Energie nicht optimal aus. Bei den ganz alten Heizgeräten kommen sogar mehr als 30 Prozent des Energiegehalts gar nicht als Wärme bei den Heizkörpern an, sondern gehen ungenutzt verloren. Moderne Öl-Brennwerttechnik verwertet rund 98 Prozent der zugeführten Energie und schont so – selbst unter Berücksichtigung der Investitionskosten – den Geldbeutel. Und noch mehr gute Gründe hatten wir, um auf Öl-Brennwerttechnik umzusteigen: Nicht nur der Heizölverbrauch wird durch die Modernisierung gesenkt. Auch ebnet die Umstellung auf ein modernes Heizsystem den Weg in Richtung erneuerbare Energien. Ein Öl-Brennwertgerät lässt sich nämlich zu einer Hybridheizung erweitern, die mehrere Energiequellen nutzen kann. Zum Beispiel die Einbindung einer Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Dazu kommt die Perspektive auf „grünes“ Heizöl mit zunehmenden Anteilen an CO2-reduzierten Brennstoffkomponenten. Damit leistet auch der flüssige Energievorrat im Tank einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Und das sind bei Weitem nicht alle Vorteile. Hier erfahrt ihr, welche Argumente noch für einen Umstieg sprechen.

Moderne Heizungsanlage
Ein modernes Öl-Brennwertsystem lässt sich leicht mit erneuerbaren Energien kombinieren und hat langfristig mit regenerativen Brennstoffen eine klimaneutrale Perspektive.

Kein generelles Heizölverbot: Modernisierung auch nach 2025 möglich

Und um gleich aufkommende Zweifel aus dem Weg zu räumen: Ein generelles Heizölverbot gibt es in Deutschland nicht. Auch nach 2025 sind Ölheizungen weiterhin erlaubt. Der Betrieb von bestehenden Heizungsanlagen kann wie gewohnt weiterlaufen. Und auch Modernisierungen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Eine davon ist die Einbindung von erneuerbaren Energien – wie die schon angesprochene Solaranlage auf dem Dach. Und auch Fördermittel sind dann „drin“. Der Einbau der erneuerbaren Komponente wird vom Staat gefördert.

In dem Fall gilt die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Diese wurde mit Beginn 2021 vom Bund neu aufgesetzt und ersetzt die euch vielleicht bekannten Programme der KfW und der BAFA zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich. Hier lohnt sich ein Fördermittel-Check. Welche Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen euch beim Modernisieren eurer Heizung zustehen, erfahrt ihr hier.

Ölheizung modernisieren: Schritt für Schritt

Wenn es dann losgeht, ist eine gute Planung die halbe Miete: Damit die Erneuerung eurer Heizung reibungslos über die Bühne geht, haltet euch am besten an diese Abfolge:

1. Die passende Heizung finden
Die Entscheidung ist gefallen. Ihr wollt modernisieren und habt euch für eine moderne Öl-Brennwertheizung entschieden. Dann braucht ihr ein Gerät, dass auf eure Bedürfnisse und vor allem auf euer Haus abgestimmt ist – und zwar bestmöglich. Daher ist es wichtig, einige Dinge vorab zu klären: Wie viel Geld könnt/möchtet ihr investieren? Erfüllt euer Haus die nötigen Voraussetzungen (gibt es z. B. einen Lagerraum für den Energievorrat)? Welche Leistung braucht die neue Heizung? Da jedes Haus seine Eigenheiten hat, kann eine individuelle Beratung Klarheit schaffen. Lasst euch von einem Heizungsfachmann helfen. Hier erhaltet hier Hilfe bei der Suche nach einem passenden Experten.

2. Angebote vergleichen und Fördermittel beantragen
Sobald ihr euch für ein Heizsystem entschieden habt, könnt ihr Angebote bei ausgewählten Fachbetrieben einholen, Kosten und Konditionen vergleichen. Parallel solltet ihr die staatlichen Bezuschussungen im Auge behalten. Um sicherzustellen, dass euch keine Zuschüsse durch die Lappen gehen, empfiehlt sich die Inanspruchnahme des Fördermittelservices . Die Experten der febis Service GmbH unterstützen euch: sie prüfen das Handwerkerangebot auf Formalitäten, recherchieren geeignete Förderprogramme, berechnen die maximale Fördersumme und unterstützen bzw. übernehmen sogar die Antragstellung für die Förderprogramme, wenn ihr das wollt.

Wichtig: Die Profis wissen um die genauen Fristen und Abläufe, da die Förderung vor den eigentlichen Modernisierungsmaßnahmen beantragt werden muss.

3. Heizung modernisieren
Nun geht es ans Eingemachte. Ihr habt euch für ein Angebot entschieden, den Auftrag erteilt und stimmt die Termine mit eurem Fachbetrieb ab. Der Einbau der neuen Heizungsanlage ist meist nur eine Frage von Stunden. Sobald alles installiert ist, lasst euch die Anlage gut erklären und schreckt nicht vor Nachfragen zurück. Moderne Heizungen können zum Beispiel mit dem Internet verbunden und über eine App gesteuert werden. So habt ihr jederzeit die volle Kontrolle über die Innentemperatur eures Hauses und könnt sie ganz eurem Tagesablauf entsprechend anpassen.

Lieferung einer Heizanlage
Win-Win: Wer seine alte Heizung gegen ein modernes Öl-Brennwertsystem tauscht, heizt sehr effizient, kann die neue Anlage problemlos mit erneuerbaren Energien kombinieren und hat langfristig mit regenerativen Brennstoffen eine klimaneutrale Perspektive.

Nachdem meine Freundin und ich einen passenden Heizungsbauer in unserer Nähe gefunden hatten, konnten wir während eines Hausbesuchs alle Fragen klären. Schnell wurde klar, welches Model auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wir haben uns letztendlich für eine Hybridheizung entschieden: Eine auf dem Dach installierte Photovoltaik-Anlage versorgt uns mit Strom und unterstützt auch die Heizung. Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, springt unsere Öl-Brennwertheizung automatisch ein. Am Ende hat mich das gute Preis-Leistungsverhältnis überzeugt. Und die Aussicht, dass wir für die Zukunft gerüstet sind. Denn sobald treibhausgasreduziertes Heizöl in großem Stil zur Verfügung steht, können wir es in unserer modernen Heizung nutzen. Damit reduzieren wir unseren CO2-Fußabdruck nochmal deutlich – langfristig möglich sogar bis auf „Null“.

Kurz & knapp:
Eine alte Heizung frisst Energie und Geld auf. Zum Glück ist es nie zu spät, seine Heizungsanlage zu modernisieren. Eine moderne Öl-Brennwertheizung arbeitet effizient und kann jederzeit für die Nutzung erneuerbarer Energien umgerüstet werden.

ÜBER DIESEN AUTOR


Für Nico, 31, heißt es am Wochenende „Schaffe, schaffe, Häusle (um)baue“. Der Grund: Er ist vor kurzem mit seiner Freundin in ein kleines Häuschen mit Garten gezogen.

 

 

 

Fotos: IWO

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.