Höher hinaus: Welche Vorteile ein Hochbeet bietet

Sie werden schneller warm, sind leichter zu beackern und sehen schick aus: Hochbeete bieten zum Beginn der Pflanzsaison zahlreiche Vorteile. Unsere Bloggerin Nina hat es selbst ausprobiert. In diesem Beitrag gibt sie euch Tipps, was ihr darin anpflanzen könnt und was es bei der Anlage eines Hochbeets zu beachten gilt.

Ich hatte hier vor Kurzem über meine Erfahrungen mit dem Vorziehen von Pflanzen berichtet und dabei auch erwähnt, dass ich jetzt zwei Hochbeete in unserem Gemeinschaftsgarten beackere. Daraufhin erreichte mich die Frage, ob ich darüber nicht auch einmal etwas schreiben könnte. Diese Anregung nehme ich natürlich sehr gern auf 😊! Alles begann vor einiger Zeit damit, dass ein paar Mieter in unserem Haus (mich eingeschlossen) die Idee gefasst hatten, den gemeinsam genutzten Garten hier und da aufzuhübschen. Unser Vermieter war von dem Vorschlag ebenfalls begeistert und hat uns sogleich das Okay gegeben. Ein Teil dieses Nachbarschaftsprojektes sind die zwei Hochbeete, um die ich mich jetzt kümmere.

Mit den Planungen haben wir sogleich im Sommer vor zwei Jahren begonnen. Für die Hochbeete hat sich das als glückliche Fügung herausgestellt, denn so konnten wir bereits im Herbst mit der Umsetzung beginnen. Warum das eine glückliche Fügung war? Weil ihr ein neues Hochbeet idealerweise im Herbst errichten und befüllen solltet, um es im neuen Jahr perfekt nutzen zu können. Denn auf diese Weise könnt ihr es mit dem vielen Grünschnitt befüllen, der zu dieser Zeit im Garten anfällt, und die Füllung kann sich über die Wintermonate setzen. Wenn ihr jetzt denkt: „Das ist aber doof!“, sei euch gesagt, dass das kein Muss ist, ihr könnt auch jetzt zum Frühjahrsanfang mit gutem Gewissen den Bau eines Hochbeets beginnen.

Das sind die Vorteile eines Hochbeets

Ich selbst habe schon lange für ein Hochbeet geschwärmt. Und zwar aus zwei Gründen: Zum einen finde ich, dass ein Hochbeet einem Garten optisch eine besondere Note verleiht, weil es viele neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Das gilt sowohl für die Materialien, die ihr dabei verwenden könnt, als auch für die Möglichkeit, in einem Garten durch ein Hochbeet schnuckelige Ecken zu schaffen. Zum anderen bin ich seit langem Hochbeet-Fan, weil es rückenfreundlicher ist. Denn wenn es etwas gibt, dass mich von der Gartenarbeit abschreckt, ist es das ständige Bücken.

Hochbeet mit Blumen: Bunte Vielfalt auf Augenhöhe

Heute weiß ich aber, dass das längst nicht alle Vorteile sind, die ein Hochbeet hat. Der wichtigste ist sicherlich, dass ein Hochbeet aus gärtnerischer Sicht den Pflanzen besonders gute Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen bietet: Wird es wie ein Hügelbeet aus mehreren Humusschichten angelegt, entsteht dadurch Wärme, die den Pflanzen guttut, und im Boden bilden sich besonders viele gesunde Nährstoffe, die das Wachstum von Kräutern, Blumen und Gemüse beschleunigen. Gärtner sagen, dass ihr aus diesem Grund in einem Hochbeet etwa dreimal so viel ernten und die Pflanzen wegen der guten Versorgung mit Nährstoff dichter aneinander setzen könnt.

Was auch wichtig ist: In einem Hochbeet könnt ihr die Pflanzen wesentlich besser vor Ungeziefer und Schädlingen schützen. So ist es zum Beispiel für Schnecken und Mäuse wesentlich schwieriger, an die Pflanzen zu kommen, um sie anzuknabbern. Außerdem könnt ihr die Pflanzen in einem Hochbeet deutlich einfacher pflegen und bei einem möglichen Schädlingsbefall viel schneller reagieren. Im Endeffekt bedeutet das: Wenn ihr Kräuter oder Gemüse in einem Hochbeet anbaut, fällt es viel leichter auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verzichten.

DIY oder Fertigbausatz: Wie ein Hochbeet entsteht

Wenn ihr den Entschluss gefasst habt, euren Garten mit einem Hochbeet zu verschönern, solltet ihr euch als erstes überlegen, wo ihr es aufstellen wollt. Dabei spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle. Zunächst solltet ihr euch fragen, was in dem Hochbeet angepflanzt werden soll. So gibt es Pflanzen für die ein sonniger, halbschattiger oder schattiger Platz besser geeignet ist. Alle Sorten von Gemüse und Obst, die viel Wärme benötigen, fühlen sich zusätzlich an Hauswänden in Südlage besonders wohl. Dann solltet ihr überlegen, wie der Boden unter dem Hochbeet beschaffen ist: Erdreich oder Pflaster? Beides geht, erfordert aber eine andere Konstruktion. Schließlich spielt auch die Optik eine Rolle: Wie lässt sich der Garten durch ein Hochbeet umgestalten? Hier sind Fantasie und Kreativität gefragt!

Dann kann endlich die Phase der Umsetzung beginnen. Dabei habt ihr die Wahl zwischen einem Bausatz (in Baumärkten und Onlineshops findet ihr eine große Auswahl) oder dem Selbstbau. Wofür ihr euch entscheidet, hängt in erster Line von euren handwerklichen Fähigkeiten, eurem Zeitbudget (Selbstbau bedeutet mehr Aufwand) und euren Ansprüchen an die Ästhetik ab. Für den Selbstbau kommen eher Hochbeete aus Holz oder Stein in Frage. Fertiglösungen gibt es hingegen aus Holz, Stein, Metall und Kunststoff. Wenn ihr euch für Holz als Baustoff entscheidet, sollt ihr außerdem einkalkulieren, dass die Hochbeete nach einigen Jahren morsch werden und ersetzt werden müssen. Dafür können Metalle und Kunststoff durch Rostanlagerungen beziehungsweise verblichene Farben mit der Zeit unansehnlich werden.

Das Aufstellen des Gestells ist aber nur der erste Schritt beim Anlegen eines Hochbeets. Daran an schließt der gärtnerisch spannendere Teil – das Befüllen. Ich hatte es zuvor schon angedeutet: Wenn ihr es perfekt machen wollt, wird mit der Füllung des Hochbeets bereits im Herbst begonnen. Dabei werden verschiedene Schichten aus organischem Material übereinander in das Hochbeet eingefüllt. Steht das Hochbeet auf der Erde, verhindert ein feiner Maschendraht das Eindringen von Wühlmäusen in das Beet. Ihr beginnt die Befüllung zum Beispiel mit einer Schicht aus groben Ästen und werdet dann immer feiner: Häcksel, Rasenschnitt, Grünabfälle, Rohkompost und ganz obendrauf kommt schließlich eine etwa 15 bis 20 Zentimeter dicke Schicht Muttererde mit Feinkompost.

Wie ihr die Schichten genau zusammenstellt, solltet ihr nicht nur von den Kompost-Materialien abhängig machen, die euch zur Verfügung stehen. Die richtige Befüllung hängt auch davon ab, was ihr im Hochbeet anpflanzen wollt. Fragt dazu am besten beim Gärtner eures Vertrauens nach. Übrigens könnt ihr das Hochbeet ruhig ganz bis zur Kante befüllen, denn durch den Verrottungsprozess fällt alles im Lauf der Zeit wieder in sich zusammen, so dass sich die oberste Schicht bis zum Frühjahr um 10 bis 15 Zentimeter abgesenkt hat. Noch ein Tipp für all diejenigen, die sich erst jetzt ans Hochbeet-Bauen machen: Wenn ihr gut abgelagerten Kompost habt, könnt ihr auch im Frühjahr mit dem Befüllen beginnen. Das hat ein Nachbargarten gemacht und nach meinem Eindruck sind die dort gepflanzten Kräuter auch nicht viel schlechter gewachsen als die in unserem Garten. Etwas natürlich schon, aber das liegt daran, dass unsere Hochbeete natürlich sowieso die besten in der ganzen Straße sind. 😉 Übrigens soll die Befüllung etwa alle fünf Jahre erneuert werden.

Das Hochbeet in der Praxis: Die Mühe hat sich gelohnt!

Letztes Jahr habe  ich in den beiden Hochbeeten Radieschen, Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Thymian, Kopfsalat, Kohlrabi, Karotten und Zucchini und ein paar Sommerblumen gepflanzt. Alles ist supergut gewachsen und das Ernten hat einen riesigen Spaß gemacht. Also gibt es von mir einen dicken Hochdaumen! Dabei gab es auch ein paar Lerneffekte: Zum Beispiel werde ich die Zucchini in diesem Jahr an den Rand pflanzen, weil die Dinger ganz schön groß werden können und sie dann anstatt sich im Innern breit zu machen über den Rand baumeln können. Und im nächsten Jahr werde ich das Hochbeet im Frühjahr mit einem Folientunnel zum Frühbeet tunen, damit ich nicht so lang auf die ersten Ernteerfolge warten muss. Außerdem stehen in diesem Jahr Tomaten und Erdbeeren neu auf der Pflanzliste.

 

Kurz & knapp:

Tipp für Stadtbewohner: Hochbeete sind auch perfekt für Urban Gardening. Der einzige Unterschied zum klassischen Hochbeet im Garten besteht darin, dass ihr zusätzlich eine Dränageschicht und einen Ablauf für das Wasser benötigt.

 

Über diesen Autor

Nina, 39, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Seit letztem Jahr kümmert sie sich in dem gemeinsam genutzten Garten um zwei Hochbeete, in denen sie Gemüse und Kräuter zum eigenen Verzehr anbaut.

Fotos: Wellnhofer Designs – stock.adobe.com; wiw – stock.adobe.com

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