Heizkörper reinigen und lackieren: Neuer Glanz und – wenn ihr wollt – neue Farbe für die Wohnung

Heizkörper reinigen und lackieren

Eure Heizkörper sind die Schmuddelkinder der Wohnung? Dann wird es Zeit, sie rechtzeitig vor dem Winter wieder schick zu machen. Wie das am besten geht und worauf ihr dabei achten müsst, erklärt Blogger Nico.

Falls ihr in diesem Jahr noch nach einem weiteren Projekt sucht, wie ihr eure Wohnung aufhübschen könnt, wie wäre es denn mit den Heizkörpern? Wer in einem älteren Haus wohnt, weiß aus eigener Erfahrung, dass nach einigen Jahren an Heizkörpern der Lack vergilben, abspringen oder abblättern kann. Wenn es ganz schlimm kommt, bilden sich mit der Zeit sogar hässliche Roststellen. Auf diese Weise wird der Heizkörper zum Schandfleck eines jeden Zimmers. Zwar lassen sich Heizkörper auch austauschen – die Hersteller haben mittlerweile viel Kreativität entwickelt, so dass moderne Heizungen optisch mitunter mehr mit moderner Kunst zu tun haben als mit einem klassischen Glieder- oder Plattenheizkörper. Der Austausch hat allerdings auch einen entsprechenden Preis und neu machen macht – mir zumindest – ja auch mehr Spaß als neu kaufen. Und damit solltet ihr auf jeden Fall beginnen, bevor die Heizsaison losgeht: zum einen müssen Heizkörper kalt sein, wenn sie gestrichen werden und zum anderen könnt ihr die Räume derzeit nach dem Streichen wesentlich besser lüften, um den Farbgeruch loszuwerden.

Schon eine einfache Reinigung kann Wunder wirken

Das Gute am Heizkörper lackieren ist, dass es relativ einfach geht und ihr einen großen Effekt erzielt: aus dem hässlichen Schandfleck wird ein glänzendes Schmuckstück. In vielen Fällen reicht es sogar schon aus, den Heizkörper einer gründlichen Reinigung zu unterziehen und unschöne Stellen mit einem Heizkörper-Lackstift auszubessern. Zum Reinigen wischt ihr den Heizkörper mit einem feuchten Lappen unter Zugabe von etwas Spülmittel ab. Bei den häufig verbauten Plattenheizkörpern, die aus zwei oder mehreren Platten mit einem dazwischenliegenden gefalteten Konvektionsblech bestehen, lohnt es sich, dabei auch gleich die Zwischenräume von Staub zu befreien. Die Reinigung des Heizkörpers hat zwei positive Nebeneffekte: Hat sich hier viel Staub angesammelt, verbessert die Reinigung das Raumklima, weil ein sauberer Heizkörper keinen Staub aufwirbeln kann, sobald er warm wird. Außerdem wird ein sauberer Heizkörper auch eine bessere Heizleistung haben, weil der Staub wie eine ungewünschte Isolierung wirkt.

Ein praktischer Tipp zur Reinigung: Viele moderne Plattenheizkörper haben oben und an den Seiten eine Verkleidung, die ihr ganz einfach abnehmen könnt – bei meinen Heizkörpern muss ich dazu nur auf jeder Seite eine kleine Schraube lösen, die mittig unter den Seitenteilen befestigt ist. Für die Reinigung könnt ihr zum Beispiel eine Heizkörper-Bürste oder einen Heizkörper-Reiniger mit Microfaserbezug (findet ihr beides im Baumarkt) verwenden oder ihr baut euch selbst einen Reiniger, indem ihr einen dünnen Stock mit einen alten Lappen umwickelt (meine favorisierte DIY-Lösung). Hat sich am Heizkörper schon viel Staub gesammelt, würde ich zuerst mit einem Staubsauger die Ritzen so gut es geht absaugen. Solltet ihr einen Dampfreiniger zur Verfügung haben, kann euch dieser ebenfalls hervorragende Dienste beim Reinigen des Heizkörpers erweisen. Befindet sich unter dem Heizkörper ein empfindlicher Boden, würde ich ihn dann aber bei der Reinigung mit Malerfolie oder etwas ähnlichem vor herabtropfendem Schmutzwasser schützen.

Heizkörper lackieren will gut vorbereitet sein

Wenn eine Reinigung allein nicht ausreicht und der Heizkörper lackiert werden muss, ist – wie so oft beim Streichen – eine gründliche Vorbereitung bereits die halbe Miete. Vergewissert euch zunächst, ob sich am Heizkörper Roststellen befinden. Sollte das der Fall sein, müsst ihr diese zunächst etwas genauer unter die Lupe nehmen, um sicherzustellen, dass der Rost nur auf der Oberfläche sitzt und sich nicht schon tiefer in das Metall hineingefressen hat. Im Zweifelsfall würde ich einen Experten fragen, denn tiefer sitzende Roststellen können zur Undichtigkeit der Heizung führen: Dann droht das Wasser aus dem Heizkreislauf in die Wohnung zu laufen. Deshalb muss ein Heizkörper bei zu starkem Rostbefall ausgetauscht werden. Sitzt der Rost auf der Oberfläche, könnt ihr den Heizkörper erhalten, müsst die Roststellen aber auf jeden Fall gründlich entfernen. Das geht von Hand mit Hilfe einer Drahtbürste oder mit Schleifpapier mit mittlerer Körnung. Benutzt ihr eine Bohrmaschine oder einen Winkelschleifer mit einem Aufsatz, solltet ihr darauf achten, dass ihr nicht aus Versehen zu viel Metall abtragt und den Heizkörper beschädigt – die rostigen Stellen müssen nach dem Abschleifen aber blank sein.

Neben Roststellen müsst ihr auch alte abblätternde Farbreste vor dem Heizkörper lackieren gründlich entfernen. Dazu würde ich eine Drahtbürste nehmen und anschließend mit Schleifpapier nachglätten. Sitzt die alte Farbe noch fest auf dem Heizkörper, muss sie hingegen nicht abgetragen werden. Moderne Lacke haften sehr gut, weshalb es im Normalfall ausreicht, den alten Lack fettfrei und sauber zu machen. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, könnt ihr die Oberfläche zusätzlich chemisch oder mit Schleifpapier leicht anrauen. Anschließend nicht vergessen, den Heizkörper noch einmal gut zu säubern. Hat der vorbehandelte Heizkörper größere Stellen, an denen das blanke Metall durchscheint, sollten diese vor dem Lackieren grundiert werden. Zum Schluss werden alle Teile, die nicht gestrichen werden sollen, mit Malerkrepp abgeklebt. Achtet darauf, dass alle Ventile beim Heizkörper lackieren gut geschützt sind!

Die richtigen Farben zum Heizkörper lackieren

Ihr habt noch einen Rest alte Lackfarbe rumstehen und überlegt, damit den Heizkörper zu lackieren? Das ist keine gute Idee, denn Heizkörperlack muss hohe Temperaturen vertragen können und sehr dünn sein, damit die Wärme optimal transportiert wird. Aus diesem Grund solltet ihr zum Heizkörper lackieren ausschließlich speziellen Heizkörperlack verwenden. Den findet ihr in jedem Baumarkt oder Fachhandel für Malerbedarf. Es gibt zwei Arten von Heizkörperlack: Acrylharzlacke und Alkydharzlacke. Der Unterschied besteht darin, dass Acrylharz mit lösemittelfreien Bindemitteln auf Wasserbasis auskommt, während Alkydharz auf Lösemittel angewiesen ist. Lacke auf Acrylharz-Basis sind zwar etwas teurer, trocknen aber schneller und dampfen dabei keine stinkenden Lösemittel aus. Auch belastet ihre Herstellung die Umwelt weniger stark.

Heizkörper lackieren
Gerade ältere Heizkörper bieten sich durch viel Platz zwischen den Lamellen für einen Farbwechsel an

Wofür ihr euch auch entscheidet, verschätzt euch beim Kauf des Heizungslacks nicht mit der Menge! Durch die gefaltete Form haben Platten- und Gliederheizkörper eine wesentlich größere Oberfläche als es ihre Abmessungen vermuten lassen. Bei der Auswahl der Farbe könnt ihr übrigens nicht nur zwischen „seidenmatt“ und „glänzend“ wählen. Ihr könnt eure Kreativität beim Lackieren der Heizkörper auch farblich ausleben. Worauf ihr bei der Auswahl der richtigen Farbe für eure Räume achten solltet, hat Wohnbloggerin Nina in ihrer Farbenlehre für Zuhause sehr anschaulich dargestellt.

Pinseln, rollen oder spritzen, was wo besser funktioniert

Wenn ihr die Heizkörper zum Lackieren vorbereitet und die Farbwahl geklärt habt, geht es endlich ans Lackieren. Beim Auftragen des Heizkörperlacks werdet ihr schnell merken, dass Heizkörperlacke sehr dünnflüssig sind und sich deshalb sehr gut verarbeiten lassen. Dabei habt ihr die Wahl, den Lack zu pinseln, zu rollen oder mit der Farbpistole zu spritzen. Den Einsatz der Lackrolle würde ich nur bei Plattenheizkörpern mit einer glatten Oberfläche empfehlen. Lackiert ihr den Heizkörper mit dem Pinsel, achtet darauf, dass Lack und Pinsel zueinander passen: Acrylharzlack lässt sich besser mit Kunststoffborsten auftragen, während Naturborsten bei einem Alkydharzlack die erste Wahl sind. Lasst euch im Zweifelsfall beim Kauf beraten. Überlegt euch außerdem, welche Form der Pinsel haben soll, damit ihr am Heizkörper alle Stellen erreicht. Für verwinkelte Glieder- und Röhrenheizkörper gibt es spezielle Pinsel mit langem Stiel und abgebogenem Kopf.

Beim Heizkörper lackieren kann euch eigentlich nur ein Fehler passieren: Wurde zu viel Lack aufgetragen, bilden sich nach dem Lackieren kleine Nasen. Diese lassen sich jedoch, solange der Lack noch nicht angetrocknet ist, mit einem feuchten Lappenvorsichtig abnehmen. Da besonders Acrylharzlack sehr schnell trocknet, solltet ihr einen Heizkörper jedoch immer in einem Arbeitsgang lackieren, sonst besteht die Gefahr, dass der Lack ungleichmäßig verläuft. Wollt ihr es besonders gut machen, dann raut ihr den Lack nach dem ersten Anstrich leicht auf und tragt noch eine zweite dünne Lackschicht auf. Das führt oft zu einem besseren Ergebnis. Ich wünsche euch viel Erfolg beim Heizkörper lackieren!

 

Kurz & knapp:
Sind Heizkörper mit der Zeit unschön geworden, müssen sie nicht zwangsläufig ausgetauscht werden. Mit etwas Heizkörperlack, einer Drahtbürste, etwas Schmirgelpapier und dem richtigen Pinsel könnt ihr alten Heizkörpern neuen Glanz verleihen. Den Heizkörper zu lackieren ist außerdem eine Option für alle, die mit Farbe neue Akzente in ihrer Wohnung setzen wollen.

ÜBER DIESEN AUTOR

Für Nico, 30, heißt es am Wochenende „Schaffe, schaffe, Häusle (um)baue“. Der Grund: Er ist vor kurzem mit seiner Freundin in ein kleines Häuschen mit Garten gezogen.

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