Fliegen soll er am besten auch können: Auf der Suche nach einem neuen Teppich

Insel der Gemütlichkeit, inspirierendes Kunstwerk oder nüchterne Auslegware? Die Auswahl an Teppichböden hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Wir geben euch einen Überblick, welche Trends in den eigenen vier Wänden für mehr Wohlbefinden sorgen.

In der Generation unserer Eltern und Großeltern galt der Orientteppich als Statussymbol bürgerlicher Gemütlichkeit. Kein deutsches Wohnzimmer, das etwas auf sich hielt, kam um diese bunten Bodendecker herum.

Ein neuer Teppich kann Wunder wirken

Dabei kann ein neuer Teppich einen Raum wunderschön aufwerten. Gerade heutzutage, wo viele Mieter und Wohnungseigentümer den Boden in ihrer Wohnung mit Laminat oder Dielen auslegen, bildet die gewebte, getuffte oder gewirkte Auslegware einen harmonischen Kontrast, der Zimmer viel wohnlicher wirken lässt. Außerdem dämmen Teppiche den Raum gegen Schall und Lärm ab und speichern Wärme.

Dank moderner Herstellungsverfahren lassen sich neue Teppiche heutzutage auch maschinell in sehr guter Qualität herstellen. Das schont den Geldbeutel und lässt den Designern bei der Gestaltung, was Muster und Materialien betrifft, vielfältige Möglichkeiten. Was das bedeutet, wird dir spätestens bewusst, wenn du einen großen Teppichmarkt betrittst oder im Netz nach deinem Traum-Teppichboden suchst: Die Fülle an Farben und Stilen ist quasi unerschöpflich. Deshalb eine kurze Auflistung moderner Teppiche, die derzeit angesagt sind.

Das Gemütlichkeitswunder

Der Shaggy-Teppich ist sozusagen der Harmoniemeister unter den neuen Teppichen. Du erkennst ihn an seinem langen flauschigen Flor oder den langen Schlingen. Im Grunde genommen handelt es sich beim Shaggy-Teppich um eine Weiterentwicklung des griechischen Hirtenteppichs, dem Flokati. Früher wurden diese extrem kuscheligen Zimmergenossen in erster Linie für Jugendzimmer angeboten. Längst gibt es aber auch langflorige Teppiche, die sich optisch besonders für große Wohnzimmer eigenen. Nachteile haben Shaggy-Teppiche aber auch: Bei aller Gemütlichkeit sind sie sehr pflegeintensiv und außerdem nicht für Hausstauballergiker geeignet.

Die Naturbewussten

Wenn du in deiner Wohnung natürliche Materialien bevorzugst, solltest du nach einem neuen Teppich aus Naturfaser Ausschau halten. Naturfaser-Teppiche gibt es sowohl als Ausleg- als auch als Meterware zum Verlegen. Zumeist bestehen sie aus Pflanzenfasern wie Baumwolle, Jute, Sisal, Kokos, Hanf oder Seegras. Dabei ist es wichtig, beim Kauf zu beachten, dass all diese Fasern unterschiedliche Eigenschaften haben. So sind Teppiche aus Baumwolle sehr flexibel und können schnell zur Stolperfalle werden. Sisal, das aus den Blättern der Agave gewonnen wird, ist sehr abriebfest und wirkt antistatisch, sollte jedoch nicht feucht werden. Teppiche aus Hanf sind hingegen auch für Nassräume geeignet.

Gerade bei glatten Fußböden setzt ein Teppich Akzent

Je älter desto lässiger

Mit einem Vintage-Teppich kannst du besonders in sehr modern und nüchtern eingerichteten Räumen einen coolen Kontrapunkt setzten. Ein Vintage-Teppich hat den Look eines alten gebrauchten Orientteppichs, der eventuell auf einem Flohmarkt erstanden worden sein könnte. Dazu wird das Gewebe bei der Herstellung so gemustert, dass es den Anschein hat, als hätte der neue Teppich schon zahlreiche Abriebstellen und wäre farblich ausgebleicht. Viele Vintage-Teppiche haben kräftige Blau- oder Rottöne, die durch den Used-Look jedoch weniger aufdringlich wirken.

Draußen ist das neue Drinnen

Der neueste Schrei auf dem Teppichmarkt sind Outdoor-Teppiche. Sie sind wasserfest, witterungsbeständig und gut sauber zu halten. Ihre Robustheit erhalten Outdoor-Teppiche durch die Verwendung pflegeleichter Kunstfasern bei der Herstellung. In erster Linie sind sie natürlich für die Terrasse, den Garten oder den Balkon geeignet. Durch ihre grobe Anmutung können sie aber auch gut in der Wohnung zur Geltung kommen.

Und falls es doch ein echter Orientteppich sein soll? Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchen für ein paar hundert Euro. In einem handgeknüpften Teppich stecken oft mehrere Monat Arbeit. Allzu günstig geht das nicht. Deshalb raten Experten: Einen Orientteppich sollte man nur bei einem seriösen Händler kaufen und darauf bestehen, dass auf der Rechnung Material, Alter, Herkunft und Anzahl der Knoten aufgeführt sind.

 

Kurz & knapp:

Durch neue Herstellungsverfahren hat sich das Angebot an Teppichböden in den letzten Jahren stark erweitert. Dabei stehen maschinell hergestellte Teppiche ihren handgeknüpften Vorläufern qualitativ kaum noch nach. Dafür ermöglichen sie viele neue Möglichkeiten was das Design, die Verwendung von Materialien oder den Einsatz betrifft.

Über diesen Autor

Nina, 38, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Bei der Suche nach einem neuen Teppich für ihr Wohnzimmer hatte sie zunächst das Gefühl, von dem Angebot erschlagen zu werden. Nach einigen Recherchen hat sie schließlich jedoch ihren Traum-Teppich gefunden – und sogar auch gleich den Balkon mit einem Outdoorteppich ausgestattet.

 

Fotos: alexugalek – stock.adobe.com; Photographee.eu – stock.adobe.com

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