Fast Food für Vögel im Winter

Naturschutz vor der Fensterbank: Nina hat sich in den letzten Wochen intensiv damit beschäftigt, welche Möglichkeiten es gibt, die Vogelwelt im Winter mit Futter zu unterstützen. Bei ihrer Recherche stolperte sie auch über die Frage, ob es das rustikale Blockhaus sein muss oder moderne Alternativen als Snack-Bar für die gefiederten Freunde besser sind. Und sie stieß auf Fehler, die ihr beim Füttern unbedingt vermeiden solltet.

Das Schöne am Leben im Grünen ist, dass die Natur gleich vor meinem Balkon beginnt. Ich liebe es, wenn ich gleich morgens im Bett vom Zwitschern der Vögel im Garten begrüßt werde. Damit das auch in Zukunft so bleibt, habe ich mich in diesem Jahr dazu entschlossen, endlich ein Projekt umzusetzen, dass ich schon länger vor mir hergeschoben habe: einen Futterplatz für Rotkehlchen, Amseln, Meisen, Finken und Co. zu bauen.

Am Anfang dachte ich, ich gehe einfach in einen Baumarkt, kaufe ein rustikales Holzhäuschen, stelle es auf meinen Balkon und fülle es mit Vogelfutter auf. Glücklicherweise habe ich mich vorher aber noch einmal schlau gemacht und dabei einiges über das Füttern von Vögeln gelernt, das ich so nicht wusste. Am Ende ist es für die gefiederten Freunde deshalb kein Vogelhäuschen geworden, sondern eine moderne Snackbar 😉

Balkon oder Garten? Den passenden Ort für die Futterstelle finden

Wer wie mein Blogger-Kollege Nico ein Haus mit Garten hat, verfügt über reichlich Platz, um Futterstellen direkt im Grünen zu platzieren. Am besten eignen sich Stellen, an denen die Vögel beim Füttern nicht so leicht von räubernden Katzen überrascht werden können. Dafür solltet ihr ein paar Meter Platz zu Büschen und Bäumen lassen und das Futterhäuschen so aufbauen, dass es nicht so leicht von den kleinen Gartentigern gekapert werden kann.

Und wie ist es mit dem Vögel-Füttern auf dem Balkon? Erstmal eine gute Nachricht für alle Mieter: Nach einem Urteil des Landgerichts Berlin darf der Vermieter das Aufstellen von Futterstellen dort nicht grundsätzlich verbieten. Ihr müsst allerdings sicherstellen, dass ihr damit keine Tauben anlockt und eure Nachbarn keinen Schmutz von der Futterstelle abbekommen! Und wenn das Futterhäuschen über den Rand eures Balkons hinausreicht, müsst ihr den Vermieter um Erlaubnis fragen.

Nachdem das geklärt ist, können wir zu den wichtigen Dingen kommen. Zunächst natürlich sollte auch die Futterstelle auf dem Balkon katzensicher sein. Grundsätzlich könnt ihr dort dann die gleichen Vogel-Snack-Bars aufstellen wie im Garten. Der Unterschied ist eigentlich nur, dass ihr besonders auf dem Balkon so schmutzfrei wie möglich füttern solltet. Denn die Hygiene ist einer der wichtigsten Punkte, die ihr bei der Vogelfütterung beachten müsst.

Warum die Hygiene beim Vögel-Füttern so wichtig ist

Warum das wichtig ist, könnt ihr euch sicherlich schon denken: Vögel hinterlassen beim Fressen viel Dreck. Sie sortieren Schalen und andere Füllstoffe aus, die dann herunterfallen, und verschmutzen die Futterstelle mit Kot. Letzterer kann für Tiere und Menschen gesundheitsschädlich sein, weil er Parasiten enthält. Das bedeutet: Wenn ihr Vögel füttern wollt, müsst ihr auch dafür sorgen, dass die Futterstelle regelmäßig gereinigt wird. Und das bringt uns zum nächsten Punkt. Denn das Füttern ist viel einfacher, wenn der Futterspender eine bessere Hygiene ermöglicht.

Mal anders: Eine „Futtertasse“ mit Landeplatz ist schnell gemacht und einfach praktisch

Rustikal oder modern: Welche Möglichkeiten ihr habt, Vögel zu füttern

Die klassischen, rustikalen Futterhäuschen aus Holz können mit ihren süßen Dächern, die das Futter vor Nässe schützen, und den putzigen kleinen Luken, die ungebetene (große) Vögel draußen halten, sehr niedlich aussehen. Da das Futter in ihnen offen liegt, müssen sie jedoch regelmäßig – am besten mit heißem Wasser und Handschuhen – gereinigt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sie zum Tummelplatz für Krankheiten wie Salmonellose oder Trichomonaden werden.

Moderne Futterspender sind da im Vorteil: Sie sind wie Silos aufgebaut, so dass die Vögel nicht im Futter herumspazieren und ihren Kot zwischen den leckeren Körnern hinterlassen können. Und sie haben noch einen zweiten Vorteil: Da das Futter von oben nach unten nachrutschen, müsst ihr nicht täglich Vogelfutter nachlegen. Gut für Faule! Gerade im Winter solltet ihr aber trotzdem dafür Sorge tragen, dass das Futter nicht nass wird oder gefriert, damit es nicht verdirbt. Dann kann das Silo-Snack-Bar sogar den ganzen Winter über hängenbleiben. Auf meinen Balkon habe ich unter den Futtersilos zusätzlich eine kleine Schale angebracht, auf der sich Futterreste und manchmal auch Kot ansammeln. Sie muss natürlich regelmäßig gereinigt werden, das ist aber wesentlich einfacher als den ganzen Balkon zu schrubben.

Vogelfutter für viele Arten

Nicht alle Vögel sind Körnerfresser. Die Arten unterscheiden sich in ihren kulinarischen Ansprüchen zum Teil erheblich. Grundsätzlich könnt ihr beim Vögel-Füttern zwischen Körnerfressern wie Meisen oder Finken und Weichfutterfressern wie Rotkehlchen oder Amseln unterscheiden. Manche Arten wie Sperlinge sind Allesfresser. Das ist wichtig zu wissen, weil ihr mit der Art des Futters unterschiedliche Vögel anlocken oder die Auswahl des Futters auf die Vogelarten in eurer Umgebung abstimmen könnt. Wenn ihr euch nicht sicher seid, fangt mit Sonnenblumenkernen und Meisenknödeln (ohne Netz!) an. Mit der Kombination deckt ihr die Speisekarte vieler Vögel ab. Dazu noch ein Tipp: Wenn ihr ungeschälte Sonnenblumenkerne als Futter bereitstellt, fallen zwar die Schalen als Abfall an, dafür sind die Vögel aber länger an der Futterstelle und lassen sich besser beobachten.

Wasser nicht vergessen!

Das alte Sprichwort „Niemand lebt vom Brot allein“ gilt auch für Vögel. Besonders im Winter bei kalten Temperaturen benötigen sie neben Festnahrung sehr viel Flüssigkeit. Normalerweise holen sie sich ihre Wasserration aus Teichen oder Pfützen. Wenn es trocken und kalt ist oder das Wasser vereist, kommen sie aber schnell in Not. Ihr könnt hier ganz einfach Abhilfe schaffen, indem ihr neben die Futterstelle eine kleine flache Schale mit täglich frischem Wasser stellt.

Kurz & knapp:

  • Was unsere Vögel zum Fressen gernhaben (eine Auswahl):
  • Geschälte) Sonnenblumenkerne: Amseln, Blau- und Kohlmeisen, Buch- und Grünfinken, Haus- und Feldsperlinge, Kleiber, Stieglitz
  • Gehackte Nüsse: Amseln, Blau- und Kohlmeisen, Buch- und Grünfinken, Haus- und Feldsperlinge, Rotkehlchen
  • Rosinen: Amseln, Haus- und Feldsperlinge, Rotkehlchen
  • Getrocknete Beeren: Amseln, Haus- und Feldsperlinge,
  • Fettfutter wie Meisenknödel: Meisen, Rotkehlchen

Mehr Infos dazu findet ihr auf der Webseite des NABU.

Über diesen Autor

Nina, 38, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und auf ihrem Balkon, seitdem sie damit begonnen hat, regelmäßig die Vögel zu füttert, noch ein kleines Stück mehr.

Fotos: nataba – stock.adobe.com; ZonsFoto – stock.adobe.com

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