Fahren mit dem Elektroroller: Fahrzeuge, Voraussetzungen und was ihr sonst noch wissen müsst

Welche Hersteller gibt es, welche Reichweite haben die Fahrzeuge, wie hoch sind die Kosten und welchen Führerschein benötigt ihr – unser Autor Nico hat sich schlau gemacht.

Früher mit der Mofa oder heute mit dem eigenen Motorrad: Ich habe es schon immer genossen, mir bei einem Ausflug den Wind um die Nase wehen zu lassen. Inzwischen bekommen die Benziner jedoch Konkurrenz von allerhand elektrischen Zweirädern. Da konnte ich nicht widerstehen und habe mir mal angeschaut, was so ein Elektroroller für Vorteile mit sich bringt. Und ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können: Selbst meine Freundin, die sich normalerweise wenig für meine Maschinen interessiert, ist von den leisen, abgaslosen Fahrzeugen begeistert. Anfangs haben wir uns aus Neugier einen Zweisitzer per App geliehen und damit ein paar Freunde am anderen Ende der Stadt besucht. Mittlerweile haben wir uns jedoch einen eigenen Elektroroller angeschafft, den wir vor allem am Wochenende für Ausflüge in die nähere Umgebung nutzen. Die wichtigsten Informationen und Tipps, die ich rund um Elektroroller sammeln konnte, habe ich euch hier zusammengefasst.

Für wen eignen sich Elektroroller?

Motorroller mit elektrischem Antrieb zeichnen sich durch niedrige Verbrauchskosten, aber auch eine begrenzte Reichweite aus. Für weite Fahrten eignen sich die Roller also weniger, auf Kurzstrecken können sie jedoch glänzen. Auch in puncto Umweltbilanz haben elektrisch angetriebene Zweiräder im Vergleich zu ihren Benzin-betriebenen Artgenossen langfristig die Nase vorn, vorausgesetzt sie halten eine Weile und die Benziner werden mit herkömmlichen Kraftstoffen und keinen neuen Fuels betankt. Wer also ein umweltfreundliches, platzsparendes Gefährt für kleinere Ausflüge sucht, ist mit einem Elektroroller gut beraten.

Für was braucht ihr einen Führerschein?

Ab 14 Jahren darf jeder einen E-Scooter fahren, wenn dieser versichert ist und über eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h verfügt. Ihr braucht dafür weder eine Prüfbescheinigung für Mofas, noch einen Führerschein. Auch einen Helm zu tragen ist nicht Pflicht, wird jedoch ausdrücklich empfohlen. Für Elektroroller, die 25 km/h fahren können, braucht ihr dagegen einen Mofa-Führerschein und auch ein Helm ist ab dieser Geschwindigkeit Pflicht. Flottere Roller bis 45 km/h gelten in Deutschland als Kleinkraftrad und setzen einen Führerschein der Klasse AM voraus, den ihr ab 16 Jahren machen könnt. Oder aber ihr besitzt einen PKW-Führerschein der Klasse B, damit dürft ihr die Roller auch fahren.

Wann lohnt es sich, einen Elektroroller zu leihen?

Einfach einen Elektroroller auszuleihen, ist in vielen Städten eine gute Option, um allein oder zu zweit relativ schnell von A nach B zu kommen. Bei den meisten Anbietern läuft der Verleih inzwischen per App, bezahlt wird mit Kreditkarte oder PayPal. Die Apps sind im Normalfall kostenlos, allerdings müsst ihr euch verifizieren lassen, bevor ihr auf den nächsten Leihroller springt. Der Anbieter muss also feststellen, wer ihr seid und ob ihr, je nach Elektroroller, über den erforderlichen Führerschein verfügt. Die Verifizierung erfolgt, abhängig vom Anbieter, entweder persönlich oder per Video über das Smartphone. Anschließend zeigt die App euch, wo sich der nächste Elektroroller in eurer Nähe befindet und wie man diesen entsperrt.

Informiert euch vorher genau, wie es bei eurem Anbieter mit Versicherung und Selbstbeteiligung aussieht. Generell gilt auch: Untersucht das Fahrzeug vor Fahrtantritt auf Beschädigungen, die noch nicht erfasst wurden, denn nach der Nutzung des Rollers könnt ihr für alle vorher nicht bekannten Schäden und Mängel haftbar gemacht werden. Am Ziel angekommen muss der Roller lediglich auf einen geeigneten Parkplatz gebracht werden.

Finanziell lohnt es sich besonders für etwas kürzere Strecken einen E-Scooter zu leihen, da einige Anbieter ihre Preise nach Fahrzeit berechnen. Auch eine Anmeldegebühr kann hinzukommen. Zu den verbreitetsten Anbietern für Elektroroller gehören die Unternehmen Coup und Emmy. E-Tretroller vermieten zum Beispiel Circ, Tier oder Lime.

App an und ab geht’s: Besonders für Stadtstrecken eigen sich Leihroller

Was gibt es beim Kauf eines Elektrorollers zu beachten?

Auf dem deutschen Markt findet sich inzwischen eine Vielzahl von Elektrorollern. In diesem Abschnitt findet ihr die wichtigsten Dinge für den Elektroroller-Kauf:

Kosten

Natürlich muss sich der Preis des Elektrorollers innerhalb eures Budgets befinden. Günstigere Roller sind bereits für 800 Euro zu haben, teure Modelle kosten dagegen schnell über 6.000 Euro. E-Tretroller gibt’s schon ab etwa 100 Euro aufwärts.

Akku und Reichweite

Was für einen herkömmlichen Motor der Tank ist, ist für den Elektromotor der Akku. Wenn es euer Portmonee zulässt, empfiehlt es sich also, bei diesem nicht zu geizen. Die meisten heutigen Akkus sind leistungsstark und robust. Während einige fest mit dem Roller verbaut sind, sind andere unabhängig vom Gefährt und können so überall geladen werden. Achtet vor dem Kauf darauf, was euch wichtig ist.

Abhängig von Akku und Verbrauch gibt es auch bei Reichweite große Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen. Die Reichweite der meisten Roller bewegt sich in einer Spanne von 40 bis 150 Kilometer. Einige Maschinen lassen sich zudem mit einem zweiten Akku ausstatten und können dadurch weitere Strecken zurücklegen.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel einen Einblick in den Kosmos der Elektroroller verschaffen. Viel Spaß bei eurer nächsten Spritztour!

Über diesen Autor

Nico, 29, ist vor zwei Jahren mit seiner Freundin aus Süddeutschland an den Stadtrand von Hamburg gezogen. Für ihn sind Elektroroller eine spannenndes Mobilitätskonzept für den Weg in die Stadt.

georgerudy – stock.adobe.com; scharfsinn86 – stock.adobe.com

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