Energieeffizienz feststellen: Wie wirtschaftlich ist meine Heizung?

Mit Hilfe des Energiekennwerts kann man relativ einfach feststellen, wie effizient eine Heizung arbeitet. Unser Blogger Nico verrät dir, wie du ihn ermitteln kannst – und wie sich der Wert und damit auch die Effektivität der Heizung verbessern lässt.

Eine Frage, die mir als Wohnblogger und Hobbyexperten für Ölheizungen immer wieder gestellt wird, lautet: Woran erkenne ich eigentlich, wie effizient meine Heizung tatsächlich arbeitet? Dahinter steht die übergeordnete Frage, wie man beim Heizen Kosten sparen kann und dabei sowohl der eigenen Brieftasche als auch der Umwelt etwas Gutes tun kann. Dass das ausgesprochen sinnvoll ist, steht außer Frage. Schließlich entfallen auf die Wärmeerzeugung im Haushalt, darunter fallen die Heizwärme und die Warmwasserbereitung, etwa zwei Drittel des gesamten Energieverbrauchs. Und obwohl die Heizölpreise momentan sehr moderat sind, kann man langfristig davon ausgehen, dass Energie in Zukunft eher teurer wird. Es ist also überaus lohnend, an dieser Stellschraube anzusetzen, um die Wirtschaftlichkeit der Heizung in den eigenen vier Wänden zu steigern.

Neben konkreten Einzelmaßnahmen, wie dem Austausch veralteter Thermostate, empfehle ich dazu immer einen generellen Check der Heizungsanlage. Dafür solltet ihr euch am besten einen Heizungsfachmann ins Haus holen, der die gesamte Heizsituation unter die Lupe nimmt. Was Ihr vorher schon mal selbst machen könnt: Ihr ermittelt über den Energiekennwert den Energieverbrauch eurer Heizung und damit die Energieeffizienz. Das geht einfacher als es sich vielleicht anhört und vermittelt euch zum Einstieg einen sehr guten Überblick.

Was ist die Energieeffizienz einer Heizung?

Bevor es ans Ermitteln des Kennwertes geht, will ich euch zunächst kurz erklären, was es mit der Energieeffizienz einer Heizung auf sich hat. Die allermeisten von euch kennen sicherlich die Energieeffizienz-Label für Elektrogeräte, die von D bis A+++ reichen und mit Ampelfarben von rot bis dunkelgrün versehen sind. Ein ähnliches Bewertungssystem der EU gibt es auch für Heizungen: das sogenannte ErP-Label. Es kann sowohl einzelne Bauteile einer Heizung wie den Heizkessel kennzeichnen – und ist dann auf jedem einzelnen Bauteil als ein Produktlabel angegeben – als auch das gesamte System. Bei Letzterem spricht man von einem Verbundlabel, das vom Heizungsinstallateur für die gesamte Heizungsanlage ermittelt wird. Beide Angaben haben zwar eine Aussagekraft über die Effizienz einer Heizungsanlage, sagen jedoch nur bedingt etwas darüber aus, wie hoch der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser in eurem Haus tatsächlich ist, worauf es ja am Ende ankommt.

Verbundlabel weisen die Effizienzklasse für die Bereitstellung von Raumwärme (Label links) für die Trinkwassererwärmung (Label rechts) getrennt aus.

 

Das klingt zunächst etwas verwirrend, hat aber einen einfachen Grund: Denn wie hoch der Energieverbrauch eurer Heizung tatsächlich ist, hängt nicht nur von der Heizungsanlage an sich ab. Darüber hinaus spielen noch weitere Faktoren eine gewichtige Rolle – etwa das Heizverhalten oder die Isolierung des Hauses. Aus diesem Grund soll der Energiekennwert gewissermaßen „ganzheitlich“ die Energieeffizienz festhalten, mit der die gekaufte Energie bei euch im Haushalt in Wärme umgewandelt wird. Dieser Ansatz ist sinnvoll, um zu ermitteln, wo ihr am besten ansetzen könnt, um mit dem geringsten finanziellen Aufwand die größte Verbesserung der Energieeffizienz zu erreichen. Schließlich besteht das Ziel darin, dass ihr es das ganze Jahr über in eurem Zuhause angenehm warm habt, dafür aber am Ende weniger Energie aufwenden müsst.

So ermittelt ihr den Endenergieverbrauch der Heizung

Der Energiekennwert (eigentlich „Energieverbrauchskennwert“) trägt diesem ganzheitlichen Ansatz zur Ermittlung der Energieeffizienz Rechnung, indem er angibt, wie viel Energie für die Wärmeerzeugung in eurem Haus pro Quadratmeter in einem Jahr verbraucht wurde.

Für den Einstieg müsst ihr für die Feststellung eures individuellen Energiekennwerts lediglich ein paar Informationen zusammensuchen – falls ihr sie nicht ohnehin schon wisst. Das sind: die beheizte Fläche des Hauses inklusive aller Bereiche, die zum Haus gehören und wie Flure auch indirekt mitgeheizt werden, und die Menge an Heizöl, Gas, Heizstrom oder Holz, die ihr in einem bestimmten Zeitraum – je länger, desto besser – verbraucht habt. Der Energieeffizienz-Rechner spuckt euch nach Angabe dieser Daten aus, wie hoch der Energieverbrauchs-Kennwert ist und verschafft euch anhand einer Vergleichsskala eine Orientierung darüber, wie gut die Energieeffizienz der Heizung im Vergleich ist.

Welche Schlüsse aus dem Energiekennwert für die Energieeffizienz der Heizung abgeleitet werden können

 

So richtig spannend wird es aber erst, wenn ihr mit einem Online-Tool wie dem Energiesparcheck für Ölheizungen vom IWO  das Potenzial möglicher Modernisierungsmaßnahmen simuliert. Das Tool zeigt euch, wie sich ein besserer Heizkessel, eine zusätzliche Dämmung oder der Ausbau eurer Heizung mit Solarenergie zur Hybridheizung auf euren Energieverbrauch auswirken – und wie das finanzielle Kosten-Nutzen-Verhältnis für jede Maßnahme aussieht. Wenn man mit dem Tool etwas spielt, fallen einem schnell zwei Möglichkeiten auf, wie man am besten Kosten sparen kann: Erstens decken sich bei einer Ölheizung die Kosten für den Austausch eines veralteten, ineffizienten Heizkessels durch einen modernen Brennwertkessel sehr schnell und zweitens erzielen Dämmmaßnahmen zwischen ungedämmtem Keller und dem beheizten Erdgeschoss oder zwischen der obersten Geschossdecke und dem unbeheizten Dachboden bei alten Häusern neben dem Austausch des alten Kessels unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt zumeist die größte Wirkung. Aber seht es euch am besten selbst an.

Kurz & knapp:
Hier könnt ihr ganz einfach den Energiesparcheck selbst durchführen: https://www.zukunftsheizen.de/energie-sparen/energiesparcheck.html

 

Ăśber diesen Autor

Nico, 30, baut mit seiner Freundin ein älteres Häuschen mit Garten um. Ganz oben auf seiner To-do-Liste stand, die Heizungsanlage mit einem modernen Öl-Brennwertkessel auszustatten, um sie zu einer Hybridheizung umzubauen.

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