So tauscht ihr den Thermostat am Heizkörper

Mit einem intelligenten Heizungsthermostat könnt ihr eure Wohnung komfortabel beheizen und auch Energie sparen – wie viel hängt davon ab, wie ihr bisher geheizt habt. Wer rund um die Uhr die gleiche Temperatur in seiner Wohnung hat, obwohl er gar nicht da ist, sollte sein Optimierungspotenzial nutzen. Blogger Marc zeigt euch, warum ihr ein Thermostat auswechseln solltet und worauf ihr dabei achten müsst.

Als Wohnblogger werde ich in meinem Bekanntenkreis oft gefragt, wie sich in den eigenen vier Wänden möglichst einfach die Energiekosten senken lassen und wie sich die Heizung am besten nach unseren Wünschen einstellen lässt. Was mich in den anschließenden Gesprächen wundert, ist, dass sich noch immer viele Leute nicht zum Austausch des mechanischen Thermostats am Heizkörper durch ein elektronisch gesteuertes Ventil durchgerungen haben.

Was ihr beim Thema Heizungsthermostat grundsätzlich wissen müsst: Auch mit einem nicht elektronisch gesteuerten Thermostatkopf könnt ihr die Heizungstemperatur regulieren. Dafür ist der Thermostatknopf mit einem Stoff gefüllt, dessen Ausdehnung von der Raumtemperatur abhängt und der darüber die Heizwassermenge reguliert, die durch den Heizkörper strömt. Dabei steht der „*“ auf der Anzeigeskala häufig für eine Temperaturbegrenzung auf rund 8 °C (Frostschutz), die Zahlen von 1 bis 5 erhöhen die Temperaturbegrenzung jeweils um etwa 4 Grad. Auf Stufe „3“ bleibt der Raum etwa 20 Grad warm. Dazu ein kurzer Praxistipp: Damit das mechanische Thermostatventil richtig funktionieren kann, solltet ihr immer darauf achten, dass die Luftschlitze am Thermostatkopf nicht verstopft sind, beispielsweise durch Staub oder – auch das habe ich schon gesehen – alte Tapetenreste von der letzten Renovierung. Auch als Halter für Mützen oder Schals sollten sie nicht herhalten.

Was elektronische Thermostatventile besser können

Stichwort Wohnkomfort – was die Regelung der Temperatur angeht, sind elektronische Thermostate einfach genauer. Zwar halten auch die herkömmlichen Thermostate, was ihr einstellt, aber eben nicht immer aufs Grad genau. Außerdem müssen sie von Hand geregelt werden, wenn mal keiner zu Hause ist. Die elektronische Variante hält nicht nur die Gradzahl, sondern lässt sich auch auf verschiedene Temperaturen einstellen. Schließlich müssen Wohnräume nachts oder wenn niemand da ist nicht genauso beheizt werden wie wenn alle zu Hause sind. Wenn ihr die normalen Thermostate eurer Heizung gegen elektronische Regler tauscht, könnt ihr für jeden Heizkörper einen genauen Plan erstellen, an welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit der Heizkörper welche Temperatur haben soll. Das ist nicht nur praktisch, laut Stiftung Warentest lassen sich auf diese Weise zugleich etwa fünf bis acht Prozent der Heizkosten einsparen. Und zwar unter der Annahme, dass die Bewohner einen typischen Acht-Stunden-Arbeitstag haben und in ein warmes Zuhause zurückkommen wollen. Liegen die jährlichen Heizenergiekosten einer 70-Quadratmeter-Wohnung bei 1.000 Euro, lassen sich also 50 bis 80 Euro sparen.

Close-up Of Woman’s Hand Adjusting Temperature Of Thermostat Using Cellphone

 

Wie elektronische Thermostate das Heizen vereinfachen

Elektronische Thermostate erlauben eine sehr komfortable Steuerung der Raumtemperatur: Nach dem Tauschen könnt ihr für jeden Tag Temperaturen für mehrere Zeitintervalle festlegen und bei der Programmierung der Steuerung zwischen den einzelnen Tagen, Werktagen und Wochenenden unterscheiden. Wenn ihr in den Winterurlaub fahrt, reicht ein kurzer Tastendruck, um das Programm zu unterbrechen und die Heizung auf eine geringere Dauertemperatur herunter zu regeln. Und wenn ihr das Fenster zum Durchzug öffnet, könnt ihr per Knopfdruck dafür sorgen, dass der kalte Luftstrom den Heizkörper nicht zum Glühen bringt.

Wer ältere Heizkörper in seiner Wohnung hat, hat noch einen Vorteil beim Thermostattausch: Bei alten Thermostatventilen neigt der Stift im Unterteil des Ventils, das direkt am Heizkörper sitzt, mit der Zeit dazu, sich „festzufressen“, weil er verkalkt. Er muss dann – besonders am Anfang der Heizsaison – nach dem Abschrauben des Reglers mit sanfter Gewalt wieder „gangbar“ gemacht werden. Eine überaus nervige Prozedur. Elektronische Thermostate bringen bei diesem Problem Abhilfe, weil sie regelmäßig – zumeist einmal pro Woche – den Stift automatisch raus und rein bewegen, und so dieses Festfressen verhindern.

Wie smart muss ein Thermostat sein?

Wenn ihr eure Thermostate an der Heizung tauschen wollt, habt ihr nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Herstellern, sondern steht auch vor der Frage: Wie „smart“ soll der Thermostat sein? Die einfachsten programmierbaren Heizkörperthermostate bekommt ihr schon für etwa 15 Euro pro Stück. Wenn ihr etwas mehr als das Doppelte investiert, kommt ihr zusätzlich in den Genuss einer smarten Heizungssteuerung: Das heißt, die Thermostate haben einen WLAN-Anschluss und ihr könnt jeden Heizkörper mit dem Smartphone oder Tablet programmieren und auch bei Abwesenheit steuern.

Braucht man das wirklich? Nun, wenn ihr mich fragt, bekomme ich glänzende Augen und sage: „Auf jeden Fall!“ Aber ich bin auch anfällig für Technik und deshalb bei dieser Frage nicht unbedingt objektiv. Neben der Freude an der technischen Spielerei, bieten euch smarte Thermostate jedenfalls den perfekten Einstieg in euer Smart Home. Das bedeutet in erster Linie ein Mehr an Komfort: So habt ihr die Möglichkeit, die Thermostate in ein bestehendes Smart Home-System mit einer Sprachsteuerung wie Amazons Alexa, Googles Assistant oder Apples Siri einzubinden und per Sprachbefehl wärmer oder kälter zu stellen. Oder ihr könnt die Heizungsregelung mit weiteren smarten Reglern koppeln. Zum Beispiel, indem ihr die Temperatur über einen weiteren Fühler im Raum reguliert oder den Thermostat mit einem Sensor am Fenster koppelt, der automatisch dafür sorgt, dass die Heizung beim Öffnen nicht hoch heizt.

Kurzanleitung für Dummies: So tauscht ihr den Thermostat an der Heizung

Smart oder nicht so smart ist so letztlich auch eine Frage eurer persönlichen Technikaffinität. Was ihr auf jeden Fall wissen solltet: Das Programmieren der Thermostate ist bei beiden Systemen kinderleicht – bei smarten Thermostaten über die App noch etwas komfortabler. Es muss pro Thermostat jeweils nur einmal erledigt werden. Dann läuft alles. Und etwa alle vier Jahren müssen die Batterien getauscht werden, wofür die Thermostate übrigens nicht extra abmontiert werden müssen. Damit sind wir auch bei einer Frage, die mir in Gesprächen über den Tausch von Heizkörperthermostaten immer wieder begegnet: „Kann ich das wirklich selbst machen?“

Könnt ihr! Der Tausch an sich verlangt kein großes handwerkliches Geschick oder Spezialwerkzeug. Was ihr dabei wissen müsst: Bei den Thermostatventilen gibt es eine ganze Reihe verschiedener Anschlussarten, die teils vom Hersteller, teils vom Jahrzehnt abhängen, in dem die Heizung montiert wurde. Die Problematik ist den Herstellern von elektronischen Heizungsthermostaten jedoch bekannt und sie legen deshalb den Geräten einen Satz verschiedener Adapter bei, mit deren Hilfe ihr den Thermostat montieren können solltet. Informiert euch im Zweifelsfall vor dem Kauf über die Webseite des Herstellers oder bei eurem Händler, ob eure Heizkörper unterstützt werden.

Zur Montage benötigt ihr – je nach Art der Befestigung – lediglich einen passenden Schraubenschlüssel, eine Zange oder einen Schraubendreher. Ihr beginnt mit der Demontage des alten Kopfes. Dazu dreht ihr zuerst das alte Ventil ganz auf und löst erst dann den alten Thermostatkopf. Jetzt müsst ihr nur herausfinden, ob der neue Thermostat mit oder ohne Adapter auf das Gewinde passt und gegebenenfalls den entsprechenden Adapter aufsetzen. Schon kann der neue Kopf aufgeschraubt werden. Danach führt das Thermostat eine Adaptierfahrt durch, um sich auf den Heizkörper zu eichen. Wenn anschließend keine Fehlermeldung erscheint, wart ihr erfolgreich und könnt mit der Programmierung beginnen. Viel Spaß!

Kurz & knapp:

Der Tausch der Thermostate an der Heizung sorgt nicht nur für mehr Wohnkomfort in der kalten Jahreszeit, er kann laut Stiftung Warentest auch helfen, die Energiekosten um fünf bis acht Prozent zu senken. Die einmaligen Kosten liegen bei 15 bis etwa 40 Euro pro Heizkörper. Das Tauschen der Thermostate ist ohne Spezialkenntnisse möglich.

Über diesen Autor

Marc, 45, lebt in Hamburg in Hafennähe. Die Thermostate an der Heizung in seiner Etagenwohnung hat er bereits vor einiger Zeit gegen smarte Regler ausgetauscht. Ein Schritt, den er bis heute nicht bereut hat.

 

Fotos: Andrey Popov – stock.adobe.com

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