Draußen hat jetzt Pause: Garten und Balkon winterfest machen

Wenn der Herbst voranschreitet, wird es Zeit, Pflanzen und Gartengeräte ins Bett zu bringen und auch den Balkon winterfest zu machen. Die MeinWohn-Bloggerinnen Tine und Nina verraten ihre Tipps, wie sie Beete und Kübelpflanzen überwintern.

Was Tine sagt:
Wenn ich durchs ganze Frühjahr und den Sommer hindurch gepflanzt, Unkraut gezupft, Rasen gemäht und gegossen habe wie eine Weltmeisterin, dann ist es auch ganz schön, wenn sich zum Herbst hin ein bisschen Ruhe einstellt. Den Winter über ruhen wir uns beide aus, der Garten und ich. Damit das Aufwachen im nächsten Frühjahr leichter fällt, habe ich mir ein paar Punkte auf meine Checkliste gesetzt.

Aufräumen: Jetzt ist die richtige Zeit

Um im nächsten Jahr frisch anfangen zu können, räume ich jetzt schon alles weg, was nicht mehr gebraucht wird. Das gilt zum einen für verwelkte einjährige Pflanzen, heruntergefallenes Laub auf dem Rasen, aber auch für wild verteiltes Kinderspielzeug, Gartenmöbel und -geräte, Krims und Krams. Ich warte gern auf den ersten Frost und ein bisschen Wind, weil dann schon viele Blätter abgefallen sind. Unsere Bäume sind noch nicht so groß – da wird das herabgefallene Laub einfach bei einer letzten Runde mit dem Rasenmäher eingesammelt und zusammen mit dem Rasenschnitt kompostiert. Auf den Beeten lasse ich es liegen, da schützt es meine Stauden vor dem Frost.

Frostschutz: So schaffen die Pflanzen den Winter

Wie in den meisten Gärten gibt’s auch bei mir einen Mix aus einjährigen Blühern wie Ringelblume, Kapuzinerkresse oder Mohnblumen. Die haben sich im Herbst teils schon selbst ausgesät, teils habe ich die Samen gesammelt, auf jeden Fall übersteht die Pflanze den Winter aber nicht. Das Gleiche gilt für meine Gemüsepflanze im Hochbeet. Meine Stauden wiederum, zum Beispiel die Hosta, die Pfingstrose, der Rittersporn, der Salbei und der Lavendel, brauchen gegen die Kälte ein bisschen Hilfe: Ich decke sie im Herbst mit Laub und Zweigen ab. Man kann auch Gartenvlies nehmen. Meine schönen hohen Ziergräser schneide ich auf keinen Fall ab, wenn wir den Garten winterfest machen, sondern binde sie einfach zusammen. Das gibt ihnen Schutz und meinen Beeten im Winter noch ein bisschen optischen Reiz.

Erst seit Kurzem habe ich auch Rosen im Garten. Die sollte ich mit Erde oder Stroh anhäufeln, wurde mir gesagt, oder den Stamm sogar mit Jute umwickeln. Ich bin gespannt, wie das klappt und ob sie im nächsten Jahr noch leben und wieder so schön blühen.

Gartengeräte: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Wir haben am Anfang den Fehler gemacht und den Rasenmäher nach der letzten Aktion einfach im Gartenhaus abgestellt – fertig. Im Frühling schoss, huch, plötzlich der Rasen in die Höhe und wir standen vor einem dreckverkrusteten Monster mit festgeklebten Grasresten. Überdies lachte sich der Händler in der Nähe kaputt, als wir den Mäher „mal eben zur Wartung bringen“ wollten. Das wollten nämlich auch alle anderen Gartenbesitzer. Seitdem machen wir das gute Stück im Herbst schon richtig sauber, kontrollieren Öl und Messer und kümmern uns um die Wartung vom Profi. Mehr motorbetriebene Gartengeräte haben wir noch nicht, es empfiehlt sich aber, die alle vor dem Winter durchzuchecken und dann an einem trockenen Ort zu lagern. Dahin sollten auch Hacke, Spaten und Co., damit sie gut in Schuss bleiben.

Siesta für den Froschkönig: So wird der Teich winterfest

Den ganzen Sommer hat’s gequakt, gewimmelt und geplätschert: Damit das im nächsten Jahr munter weitergeht, brauchen besonders die Fische Hilfe, um durch den Winter zu kommen. Unser Teich ist ziemlich klein. Damit das Klima darin nicht mit vermodernden Pflanzenteilen ruiniert wird, entfernen wir alles, was an Laub hineinfällt und die abgestorbenen Teile der Uferbepflanzung und nehmen zur Not auch einen Schlammsauger zur Hilfe. Die Pumpe nehmen wir raus, damit sie nicht kaputt geht, und setzen stattdessen einen Eisfreihalter ein, damit die Fische noch Sauerstoff bekommen. Und dann warten wir alle zusammen aufs Frühjahr.

Was Nina sagt:
Ich muss keinen ganzen Garten winterfest machen. Mein „Draußen“ beschränkt sich auf ein paar Quadratmeter Balkon – aber die sind den ganzen Sommer über mein Wohnzimmer. Mich davon im Herbst zu verabschieden, fällt schwer. Den Balkon winterfest machen, ist darum fast schon eine Art Ritual, um die Saison zu beenden und mich gleichzeitig daran zu erinnern, dass es nächstes Jahr im Frühling weitergeht.

Meine Balkonmöbel würden in der Wohnung zu viel Platz wegnehmen – darum räume ich sie in einer Ecke zusammen und decke sie mit einer Haube ab. Nur die Kissen und alle anderen Sachen aus Stoff, die Stockflecken bekommen könnten, überwintern drinnen.

Schnell ins Warme: Manche Pflanzen überleben den Winter nur drinnen oder in einem Gewächshaus

Die Hauptsorge gilt den Kübelpflanzen: Der Limettenbaum kommt sowieso ins Wohnzimmer, sobald der erste Frost auch nur denkbar ist. Der Olivenbaum muss auch rein, ebenso meine Töpfe mit Hosta und Lavendel, weil die nicht alle frostfest sind. In der Wohnung wäre es dafür aber wiederum zu warm. Zum Glück haben die Besitzer der untersten Wohnung im Garten ein kleines Gewächshaus stehen. Da darf ich auch meine Balkonpflanzen kühl, aber geschützt überwintern. Das geht aber auch nur, weil sich die Töpfe noch mit einer Sackkarre bewegen lassen und wir einen Fahrstuhl haben. Zieht der Olivenbaum noch mal in einen größeren Topf um, muss ich ihn draußen lassen und gut einpacken.

Überhaupt, einpacken: Ich brauche nicht nur für die Pflanzen und Möbel Decken. Ich will selber auch eine – und einen bequemen, unempfindlichen Stuhl, der unverpackt bleibt. Denn es gibt immer diese besonders schönen, klaren Wintertage, an denen ich mich warm eingepackt mit einem Kaffee in die Morgensonne setze, ins Licht blinzle und weiß: Der nächste Frühling kommt bestimmt.

 

Mehr Tipps:

  • Zugefrorene Gartenteiche niemals mit der Spitzhacke befreien – die Erschütterungen können die Schwimmblasen der Fische platzen lassen.
  • Kleiner Frühlingsgruß im Herbst: Jetzt Zwiebeln für Tulpen, Narzissen und Traubenhyazinthen setzen und sich vorfreuen.
  • Wird es besonders kalt, braucht auch das Wurzelwerk von winterharten Pflanzen Schutz: Boden also gut abdecken bzw. Kübel mit Stroh und Jutesäcken einpacken.
  • Noppenfolie oder andere Kunststoffe als Schutz vor Frost? Lieber nicht: Sie lassen keinen Luftaustausch zu und können Schimmel und Fäule begünstigen.
  • Empfindliche Knollenpflanzen wie Dahlien sind zwar prinzipiell mehrjährig, müssen aber vor dem Frost ausgegraben und drinnen überwintert werden.
  • Achtung: Wer jetzt Zweige und Laub als Haufen aufschichtet, sollte den auch bis zum Frühling nicht mehr anrühren – kleine Tiere wie Igel nutzen ihn vielleicht als Winterquartier.

Über diesen Autor

Tine, 37, lebt mit ihrem Herzblatt und zwei Kindern auf dem Land! Wenn der Herbst anklopft, holt sie ihre Checkliste für den Garten raus.

Über diesen Autor

Nina, 38, wohnt im Hamburger Speckgürtel, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Und der rückt für sie zum Herbst hin in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit.

 

Fotos: Monkey Business – stock.adobe.com; Sonja Birkelbach – stock.adobe.com

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