DIY-Tipp: Darauf müsst ihr beim Streichen von Fenstern und Türen aus Holz achten

Egal ob ihr Mieter oder Eigentümer seid – Fenster und Türen aus Holz benötigen alle paar Jahre ein Update: Welche Farben und Hilfsmittel es gibt und wie ihr am besten vorgehen solltet, erklärt Blogger Nico.

Draußen machen sich die Pflanzen schick und drinnen wird fleißig geputzt und aufgehübscht: Der Frühling ist die perfekte Zeit zum Renovieren. Besonders jetzt, wo die Temperaturen (zumindest im Durchschnitt) ­von Woche zu Woche steigen und die Luft durch die wenigen Niederschläge trocken ist, bietet es sich an, zu Farbe und Pinsel zu greifen und Fenster oder Türen zu streichen – sofern sie es nötig haben 😉. Zumal auch die Baumärkte praktischerweise trotz Corona wieder für die breite Öffentlichkeit geöffnet sind.

Diese Argumente sprechen eindeutig dafür, sich diesem Thema in unserem geliebten Wohnblog zu widmen. Das liegt auch daran, dass wir auf diesem Gebiet vor kurzem selbst tätig werden mussten, denn in unserer kleine „Hütte“ warteten noch zwei alte Holztüren sehnsüchtig auf einen neuen Anstrich. Glücklicherweise haben wir in den letzten Jahren schon einmal ein paar Türen gestrichen und die Holzfenster in unserem alten Gartenhaus neu lackiert. Warum das ein Glück war? Weil wir dieses Mal von den Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit beim Streichen von Fenstern und Türen gesammelt haben, merklich profitieren konnten. Das möchte ich natürlich sehr gerne in Form von hoffentlich hilfreichen Tipps an euch weiterreichen.

Gute Vorbereitung ist mehr als die halbe Miete

Abkleben, alte Farbreste entfernen, Schäden ausbessern: Wenn ihr jemals einem professionellen Maler bei der Arbeit zugesehen habt, wisst ihr, wie wichtig die Vorarbeiten bei jedem Anstrich sind. Beim Fenster oder Türen streichen kommt diesem Schritt noch einmal eine besondere Bedeutung zu: Zierleisten, Glaselemente, Beschläge, stark haftende Altanstriche und natürlich die Aufhängung und Platzierung in der Wohnung machen die Vorbereitung für den Anstrich oftmals zur eigentlichen Herausforderung.

Das beginnt schon mit der Frage, wo der geeignete Platz zum Arbeiten ist. Wohnt ihr wie wir in einem Haus mit Garten, seid ihr da schon einmal im Vorteil gegenüber allen Menschen, die in einem großen Mietshaus leben. Denn in der Wohnung kann besonders die Vorbereitung für den Anstrich schnell zu einer unangenehmen Belastung werden. Zum Beispiel dann, wenn ihr alte Farbreste abschleifen oder auf starke Chemikalien zum Abbeizen zurückgreifen müsst. Deshalb mein Tipp: Überlegt euch rechtzeitig, wo ein geeigneter Ort sein könnte, um die Arbeiten durchzuführen. Wir haben uns bei unseren Türen jetzt einfach auf den Wetterbericht verlassen, die Türen an einem regenfreien Wochenende ausgehängt, in den Garten getragen und zum Bearbeiten auf zwei billige Holzböcke aus dem Baumarkt gelegt. Das funktionierte perfekt. Holzfenster könnt ihr auch sehr gut eingehängt lassen.

Im zweiten Schritt haben wir dann alle Beschläge und Scharniere entfernt und mit der Vorbereitung des Streichuntergrunds begonnen – meiner Meinung nach ist das die nervigste Prozedur beim Fenster und Türen streichen. Dabei ist es immer notwendig, lose oder gerissene Farbreste vollständig zu entfernen. Wie weit ihr den Untergrund darüber hinaus aufarbeiten wollt, ist mehr eine ästhetische Frage. Grundsätzlich habt ihr vier Möglichkeiten, die Oberflächen vorzubereiten: Ihr könnt die alte Farbe anlaugen, abschleifen, abbeizen oder abbrennen.

Wie ihr der alten Oberfläche zu Leibe rücken könnt

Abbrennen und Abbeizen sind sicherlich die drastischsten Methoden. Beim Abbrennen wird die alte Lackierung mit einem kleinen Brenner oder einer Heißluftpistole erhitzt, sodass sie Blasen wirft und beginnt abzublättern. Die alte Farbe kann währenddessen mit einem Spachtel entfernt werden. Ich würde allerdings nicht zu dieser Methode raten, weil beim Abbrennen giftige Gase entstehen und das Holz Brandschäden bekommen kann, die anschließend aufwändig weggeschliffen werden müssen. Bei Fenstern ist von dieser Methode generell abzuraten: Besonders mehrscheibiges Isolierglas platzt bei Hitze sehr schnell. Außerdem besteht immer ein gewisses Brandrisiko.

Abbeizen ist eine etwas sanftere Methode: Ihr löst die alte Farbe durch den Auftrag eines ätzenden chemischen Stoffs von dem Fensterrahmen oder der Tür. Dabei bleibt ein schleimiger Brei zurück, der mit einem Spachtel entfernt wird und den ihr hinterher als Sondermüll entsorgen solltet. Auch bei dieser Art der Vorbereitung zum Streichen von Fenstern oder Türen entstehen übrigens giftige Gase, sodass ihr am besten nur im Freien oder in sehr gut durchlüfteten Räumen abbeizen solltet und dabei immer Handschuhe sowie eine geeignete Schutzmaske und -brille tragen müsst. Maske und Brille solltet ihr zwar auch beim Abschleifen anlegen, jedoch ist der dabei entstehende Staub bei Weitem nicht so unangenehm wie die giftigen Gase. In geschlossenen Räumen solltet ihr den Ort der Renovierungsarbeiten allerdings gut abdichten, weil der feine Staub, den das Schleifpapier aufwirbelt, bis in die letzte Ritze vordringt. Bei alten Holztüren mit vielen alten Lackschichten und Zierleisten habe ich die beste Erfahrung mit einem kombinierten Vorgehen gemacht: Zunächst die gut erreichbaren Flächen mit einem elektrischen Schleifer mit groben und mittlerem Papier gut abschleifen und anschließend alle schwer erreichbaren Ecken und Zierkanten mit Abbeizer nachbehandeln. Anschließend alles feinkörnig nachschleifen.

Bevor ihr zu diesen drastischen Mitteln greift, könnt ihr euch aber die Frage stellen, ob es nicht vielleicht auch ausreicht, die alte Farbe einfach nur anzuschleifen oder anzulaugen und dann überzustreichen. Das ist beim Fenster und Türen streichen vielleicht nicht immer die beste Vorgehensweise für Perfektionisten, kann in vielen Fällen aber auch völlig ausreichend sein, um mit frischer Farbe auf Türen und Fenstern neuen Glanz in die eigenen vier Wände zu bringen. Generell gilt, dass diese aufwendige Art der Vorbereitung sowieso nur dann notwendig ist, wenn ihr Türen oder Fenster überstreichen wollt, die zuvor mit einer Farbschicht lackiert wurden. Bei einem lasierten oder geölten Holzuntergrund reicht es in der Regel vollkommen aus, die Oberfläche mit einer Lauge fettfrei zu machen und leicht anzuschleifen.

Bevor es ans Streichen geht noch zwei weitere Tipps. Erstens: Löcher oder andere Macken lassen sich sehr gut mit einem Holzspachtel ausbessern, nach dem Trocknen kurz mit feinem Schleifpapier nachbessern. Zweitens: Bei Holzfenstern reicht es von Zeit zu Zeit aus, auf der Außenseite nur den Wetterschenkel (das ist die breite untere Abschlusskannte des Fensters) überzustreichen, da die Farbe in diesem Bereich durch das Wetter am stärksten abgenutzt wird.

Außen oder Innen: Für die richtige Farbe sollte man genau hinschauen

Worauf ihr bei der Auswahl der richtigen Farbe achten solltet

Bei unbehandelten Fensterrahmen und Türen aus Holz gilt das gleiche wie für so ziemlich alle Hölzer, die gestrichen werden: Bevor eine Farbschicht aufgetragen wird, benötigt das Holz eine passende Grundierung, eventuell sogar eine Lage Holzschutzmittel. Daran solltet ihr auch dann denken, wenn ihr eine alte Tür oder ein altes Fenster zum Streichen so weit aufgearbeitet habt, dass alle alten Lasuren oder Lackschichten vollständig entfernt wurden. Denn Holz ist ein sehr anspruchsvolles Material, das atmen können muss und zugleich gut vor Feuchtigkeit und anderen Witterungseinflüssen geschützt werden sollte. Fragt am besten im Baumarkt oder Fachhandel nach der richtigen Grundierung für die Deckfarbe, die ihr zum Streichen verwenden wollt.

Bei der Auswahl des richtigen Lacks ist unter anderem entscheidend, ob sich das Holz außen oder innen befindet. Für den Innenanstrich eignen sich am besten Lacke auf Wasserbasis, weil sie umweltschonender sind und keine lösemittelhaltigen Dämpfe abgeben. Allerdings gibt es bestimmte Holzarten wie Kiefernholz, die sich nicht so gut mit lösemittelfreien Farben vertragen. Es kann dann zu Verfärbungen kommen – wenn ihr Pech habt, sogar trotz vorheriger Grundierung. In diesem Fall müsst ihr zu Farben auf Acrylharzbasis greifen, die auch für Außenanstriche von Fenstern und Türen aus Holz geeignet sind. Außerdem würde ich unbedingt dazu raten, keinen allzu billigen Lacke zu verwenden, weil diese meiner Erfahrung nach oft zu weich sind oder nicht gut haften und dann schneller abblättern. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn ihr zuvor in die Aufarbeitung und den Anstrich der Tür oder des Fensters so viel Zeit und Mühe investiert habt.

Wenn ihr den Holzton oder die Maserung des Holzes zur Geltung bringen wollt, könnt ihr Türen und Fensterrahmen auch lasieren oder ölen. Letzteres würde ich aber nur im Innenbereich empfehlen. Auch hier solltet ihr euch bei der Auswahl von Farbe und Grundierung von einem Experten beraten lassen. So gibt es zum Beispiel Speziallasuren, die extra auf das Streichen von Türen und Fenstern ausgelegt sind.

Der Anstrich als großes Finale

Für mich ist das immer der Schritt beim Streichen von Fenstern und Türen, der am meisten Spaß mit sich bringt: Wenn die ersten Farbkleckser auf das aufgearbeitete und grundierte Holz fallen und sich die alte Tür oder das alte Fenster Strich für Strich zu einem neuen Blickfang des Hauses verwandelt. Noch mehr Spaß habt ihr beim Streichen, wenn ihr auch hier darauf achtet, kein schlecht verarbeitetes Werkzeug am Start zu haben. Denn es gibt jetzt kaum etwas ärgerlicheres, als sich ablösende Pinselborsten, die in der neu aufgetragenen Lackschicht kleben bleiben.

Für die Einkaufsliste empfehle ich euch zum Streichen einen Rundpinsel für die Ecken und Kanten und einen kleinen Flächenstreicher oder eine Rolle für die Flächen. Achtet darauf, dass eure Streichwerkzeuge für Lacke geeignet sind. Profis beachten beim Auftragen der Farbe oder Lasur zudem immer, dass sie in Faserrichtung streichen. Wer es perfekt haben will, lackiert Türen und Fenster mehrschichtig mit Zwischenschliff. Anstatt zu streichen oder zu rollen, könnt ihr die Farbe alternativ übrigens auch mit einer Farbspritzpistole oder einer Sprühdose auftragen. Anschließend muss die Farbe nur noch trocknen und dann heißt es: Viel Freude mit der (wie) neuen Tür oder dem (wie) neuen Fenster!

 

Kurz & knapp:

Der Profi als Alternative zum Selbermachen: Was kostet es, eine Tür oder ein Fensterrahmen streichen zu lassen?

Je nach Anzahl und Beschaffenheit der in Auftrag gegebenen Teile, könnt ihr inklusive Transport, Montage, Material und Arbeitskosten etwa rechnen mit:

– Holztüren: 130 bis 300 Euro pro Stück.

– Holzfenster (mittlere Größe, bei einfacher Erreichbarkeit): 50 bis 180 Euro pro Stück.

 

Über diesen Autor

Für Nico, 30, heißt es am Wochenende „Schaffe, schaffe, Häusle (um)baue“. Der Grund: Er ist vor kurzem mit seiner Freundin in ein kleines Häuschen mit Garten gezogen.

Fotos: benschonewille – stock.adobe.com; stockphoto-graf – stock.adobe.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.