Die lassen nichts anbrennen: Rauchmelder

Im Mittelalter war der Rauchmelder ein echter Mensch. Er thronte auf einem Ausguck hoch über den Dächern und hielt Ausschau nach Feuer und Rauch. Das Problem: Wenn dieser Wachposten Alarm schlug, war die Rauchentwicklung schon weit fortgeschritten und es brannte lichterloh.

So konnte es nicht weitergehen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Rauchmelder deshalb zum Tier: Als Frühwarnsystem gegen Feuer mussten nun unbedarfte Vögel herhalten. Bei Rauch in der Stube fielen die gefiederten Freunde bewusstlos von der Stange und landeten auf dem Käfigboden, wodurch ein Alarm ausgelöst wurde und die Bewohner reagieren konnten. Feuer aus, Vogel tot.

Der Technik sei Dank: Moderne Rauchmelder kommen nicht nur ohne Tieropfer aus, sondern heulen automatisch los, bevor es brenzlig wird. Ihr einziger Nachteil ist ein echtes Luxusproblem: Wenn das Nudelwasser zu stark dampft, fangen sie mitunter aufgeregt an zu piepen – ein klassischer Fehlalarm. Ob smarte Rauchmelder zukünftig wirklich so intelligent sein werden, harmlosen Nudeldampf von echter Gefahr zu unterscheiden, ist daher eine der brennenden Fragen unserer Zeit.

Fotos: schulzie – stock.adobe.com

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