Das eigene Zuhause vermieten: Das solltet ihr wissen

Ich bin dann mal weg … Wer eine längere Reise oder einen beruflichen Einsatz im Ausland plant, für den gibt es vorab Einiges zu klären, zum Beispiel die Frage, was währenddessen mit dem eigenen Zuhause geschieht. Tines Freundin Andrea war vor kurzem ein halbes Jahr in Neuseeland – ihr Haus in Deutschland hatte sie in dieser Zeit vermietet. Worauf dabei zu achten ist, erzählt sie uns.  

Träumt ihr auch von einer Auszeit vom Alltag? Drei Monate Australien, bevor euer Großer in die Schule kommt, ein Forschungsjahr im bolivianischen Regenwald oder eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Sozialprojekt in Kenia – Möglichkeiten gibt es viele. Doch was geschieht während des Abenteuers mit eurem Haus? Hier gibt es mehrere Optionen: Ihr könnt den Schlüssel Freunden oder vertrauensvollen Nachbarn geben, die regelmäßig nach dem Rechten schauen, den Briefkasten leeren und die Pflanzen gießen. Oder aber ihr vermietet euer Zuhause. Diese Variante hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen ist eine bewohnte Immobilie eher vor Einbrüchen geschützt als eine leerstehende. Zum anderen wäre – wenn ihr über die Wintermonate verreisen solltet – regelmäßiges Heizen gewährleistet. Das ist wichtig, denn wenn Räume zu sehr auskühlen, kann sich Schimmel an den Wänden bilden, und auch die Heizungsrohre können bei Minusgraden einfrieren. Das beste Argument für eine Vermietung ist natürlich, dass ihr Miete gezahlt bekommt – ein schönes Plus für eure Reisekasse.

Eigentümerin lernt Mieter kennen
Wer sein Haus vermietet, sollte sich von seinen zukünftigen Mietern vorab ein Bild machen.

Wenn ihr euch für eine Vermietung entscheidet, solltet ihr unbedingt einen schriftlichen Mietvertrag aufsetzen – selbst wenn es sich bei euren Mietern um gute Freunde handelt. So beugt ihr möglichem Ärger vor und könnt euch jederzeit auf die getroffenen Vereinbarungen berufen. Folgende Dinge gehören in einen Mietvertrag:

Wohnfläche

In Deutschland gibt es eine Wohnflächenverordnung, die festlegt, wie Wohnflächen zu berechnen sind – daran solltet ihr euch halten.

Möblierung

Wenn ihr euer Zuhause samt Möbeln vermieten möchtet, gehört eine Möbelliste zum Vertrag. Darin führt ihr eure Einrichtung auf, vereinbart eine Pflege- und Fürsorgepflicht und haltet das Verbot fest, eigenmächtig Möbel aus der Wohnung zu entfernen.

Dauer

Da ihr ja wiederkommen wollt, setzt ihr einen befristeten Mietvertrag auf. Beginn und Ende sind darin klar definiert, ebenso der Grund für eure Abwesenheit.

Betriebskosten

Vor allem, wenn ihr lange, also beispielsweise mehr als ein halbes Jahr weg seid, ist es ratsam, dass der Mieter einen eigenen Vertrag mit den Lieferanten von Strom, Wasser, Gas oder Öl abschließt. Bei kürzerer Abwesenheit könnt ihr im Mietvertrag auch vereinbaren, dass der Mieter alle anfallenden Betriebskosten selbst trägt. Informiert euch am besten bei eurem Versorgungsunternehmen, inwieweit eine detaillierte Abrechnung möglich ist.

Mietvertrag unterzeichnen
Je genauer alles im Mietvertrag festgehalten wird, desto besser. So wissen beide Seiten auch später noch, worauf sie sich verständigt haben.

Nebenkosten

Auch die Zahlung der Nebenkosten, beispielsweise für die Müllabfuhr, den Schornsteinfeger und die Straßenreinigung, sollten im Mietvertrag geregelt werden. Als Vermieter seid ihr zu einer Nebenkostenabrechnung verpflichtet. Bei kürzeren Mietverhältnissen kann jedoch im Mietvertrag alternativ eine Nebenkostenpauschale vereinbart werden, mit der dann alle Ansprüche abgegolten sind. Das gilt auch für die Nutzung von Kabelfernsehen, Telefon und Internet.

Kehr- und Räumpflichten

Gibt es in eurer Gemeinde eine Kehrpflicht, dann übertragt diese im Vertrag auf euren Mieter. Dasselbe gilt für die Räumpflicht im Winter.

Gartenpflege

Ihr habt einen Garten? Wenn ihr nicht möchtet, dass er sich während eurer Abwesenheit in ein fröhlich wachsendes Biotop verwandelt oder gar während eines heißen Sommers vertrocknet, dann nehmt auch die Gartenpflege im Mietvertrag mit auf.

Bleibt die Frage nach der Höhe der Miete. Mein Rat: Informiert euch beispielsweise beim Mieterbund über übliche Mietsätze in eurer Wohngegend und orientiert euch daran. Bei der Wahl eures Mieters ist letztlich gesunder Menschenverstand gefragt – und ein Bonitätsnachweis. Hierfür eignen sich unter anderem die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate. So habt ihr nicht nur ein gutes Gefühl – sondern auch ein gutes „Einkommen“ während eurer Auszeit.

Fotos: Raxpixel.com/stock.adobe.com, fizkes/stock.adobe.com

Über diesen Autor

Abenteuerlustig: Andrea ist die beste Freundin von Tine und reist leidenschaftlich gern durch ferne Länder. Ihre Eigentumswohnung vermietet sie währenddessen am liebsten unter, um ihre Reisekasse aufzubessern.

Tags

Diesen Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.