Cleverer Lifehack für den Frühling: Gemüse in Pflanzensäcken auf dem Balkon anbauen

Gemüsepflanze wächst in einem Pflanzenbeutel

Pflanzensäcke bekommt ihr für kleines Geld im Gartenmarkt oder bastelt sie einfach selbst: Mit der richtigen Erde befüllt, eignen sie sich wunderbar, um eigenes Gemüse auch ohne Garten zu ziehen. Alles, was ihr über Pflanzensäcke wissen solltet, erklärt euch unsere Bloggerin Nina.

Im Gegensatz zu meiner Bloggerkollegin Tine habe ich keinen Garten. Trotzdem genieße ich viel Zeit im Grünen: auf meinem Balkon und in der Natur. Auch ohne Garten kann ich meinen kleinen Traum von der Selbstversorgerin verwirklichen – zumindest teilweise. Kräuter und Kresse baue ich bereits seit Jahren auf der Fensterbank oder auf dem Balkon an. Außerdem teile ich mir mit meinen Nachbarn ein paar Hochbeete im Gemeinschaftsgarten. Doch dieses Jahr möchte ich es auch mit eigenem Gemüse auf meinem Balkon probieren. Ganz ökologisch werde ich Kartoffeln, Tomaten und Erdbeeren im Pflanzensack züchten – ganz einfach und ohne viel Zubehör. Wie praktisch, wenn das schöne Grün auf dem Balkon auch noch Früchte trägt!

Doch welche Säcke eignen sich als Pflanzensäcke? Achtet in jedem Fall darauf, dass sie für die Pflanzen eurer Wahl groß genug sind. Abtropflöcher verhindern, dass Staunässe entsteht. In der Regel sollten Pflanzensäcke für Kartoffeln 80 cm und für Tomaten um die 50 cm hoch sein. Das sind dann kleine Hochbeete für den Balkon – ganz ohne Garten. Kleinere Modelle um die 20 bis 30 cm eignen sich für Kräuter. Übrigens: Gerade bei Kräutern solltet ihr die jeweiligen Standortvorlieben der Pflanzen beachten. Lavendel, Oregano, Thymian und Salbei bevorzugen in einer Pflanztasche sehr sonnige Plätze und nährstoffarme Erde. Schnittlauch, Basilikum, Petersilie und Majoran mögen hingegen feuchte, fruchtbare Erde. Natürlich haben auch andere Pflanzen ihre Vorlieben, auf die gehe ich weiter unten ein.

So einfach baut ihr Gemüse auf dem Balkon an

Bevor ihr eure Gemüsesprösslinge in den Pflanzsack setzt, solltet ihr sie vorziehen. Das geht am besten in einem Mini-Gewächshaus auf der Fensterbank. Wenn sie dann zu kleinen Pflänzchen herangewachsen sind, könnt ihr sie in den Pflanzensack setzen. Bei Kartoffeln ist das Ganze etwas anders: Die einzelnen Kartoffeln werden hochkant in einen leeren Eierkarton gelegt und offen auf die Fensterbank gestellt. So erhalten die Kartoffeln von allen Seiten Licht zum Vorkeimen.

Wenn es so weit ist und die frischen Sprösslinge bereit für den Pflanzensack sind, kommt ganz unten etwas Kies Steine in den Sack. Das sorgt für Stabilität, damit der Pflanzensack bei Wind nicht so leicht umfällt. Dann kommt Blumenerde hinein.

1. Kartoffeln

Für den Kartoffelanbau wird erst einmal nur das untere Viertel der Pflanzensäcke befüllt und die Kartoffeln eingesetzt. Sobald die Kartoffelpflanzen 15 cm gewachsen sind, wird regelmäßig Erde nachgefüllt, bis der Pflanzensack fast voll ist. Das mag euch merkwürdig vorkommen, regt aber die Kartoffeln zur verstärkten Knollenbildung an und steigert somit den Ertrag. Nach 100 Tagen sind die Kartoffeln dann erntereif. Wer denkt, dass die Ernte im Pflanzsack eher klein ausfällt, der täuscht sich. Schaut euch nur die Kartoffelernte im folgenden Instagram-Post an!

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2. Tomaten

Natürlich könnt ihr auch das beliebteste Balkongemüse – obwohl es eigentlich eine Frucht ist – bei euch pflanzen. Ich rede natürlich von Tomaten. Diese sind allerdings nicht ganz pflegeleicht. Sie benötigen viel Wasser und haben einen hohen Nährstoffbedarf. Deshalb braucht ihr dafür einen Pflanzensack, der mindestens 15 Liter Erde fassen kann. In diesem Fall solltet ihr auch auf gut gedüngte Gemüseerde setzen. Apropos düngen: In der Regel müsst ihr erst nach einigen Wochen nachdüngen, sobald sich die Pflanzen gut entwickelt haben. Das macht ihr am besten mit einem Dünger, der sich mit dem Gießwasser vermischen lässt.

Tomatenpflanzen möchten auch im Pflanzensack gut behütet und vor der Witterung geschützt werden. Dafür benötigt ihr allerdings eine Überdachung, die den Tomaten genügend Sonne gewährt. Außerdem sollten eure Pflanzen die Möglichkeit haben, an Stäben oder Schnüren emporzuwachsen. Noch ein kleiner Tipp für angehende Tomatenzüchter: Beim Pflanzen von Tomaten sollte die obere Schicht im Pflanzsack mit Stroh bedeckt sein. Das verhindert lästiges Unkraut.

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3. Erdbeeren

Auch für die beliebten Erdbeeren – das sind übrigens Nüsse – benötigt ihr nicht unbedingt einen Garten. Erdbeeren wachsen am liebsten geschützt vor Schädlingen über dem Boden. Hier bekommen sie auch am meisten Sonne. Daher gibt es spezielle Pflanzensäcke mit Löchern oder Schlitzen, aus denen die Erdbeeren dann herauswachsen. Wenn ihr gern hängende Pflanzensäcke mit Erdbeeren haben, solltet ihr auf die Modelle aus dem Baumarkt zurückgreifen. Diese haben spezielle Öffnungen für die Pflanzen, sichere Griffe zum Aufhängen und eventuell auch einen Gießtrichter, der eine gleichmäßige Bewässerung ermöglicht. Ihr bepflanzt diese Pflanzbeutel, indem ihr sie mit nährstoffreicher Erde befüllt und dann von außen die vorgezogenen Hängeerdbeerpflanzen einsetzt. Diese Pflanzensäcke müsst ihr ganz vorsichtig und langsam gießen. Wenn ihr sie an einem geeigneten Platz aufhängt, werden sie euch über den Sommer viel Freude und köstlich süße Erdbeeren bringen.

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Pflanzensäcke selber machen

Wer ein Freund von DIY-Projekten ist, kann sich ohne viel Zubehör eine Pflanztasche auch ganz einfach selbst basteln. Hierfür eignet sich eine Konstruktion aus einer gebrauchten Plastiktüte im Jutebeutel oder einer robusten Gartenabfall-Tasche aus Kunststoffgewebe. Stecht unbedingt unten einige kleine Löcher in den Beutel, damit das Wasser abfließen kann. Dann füllt ihr ihn mit Steinen und Erde und fertig ist euer eigener Pflanzensack. Seid gern kreativ und tobt euch bei der Farbwahl eurer Pflanzensäcke aus – dann ist jedes Exemplar ein Unikat.

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Ich habe mir bereits drei Pflanzensäcke gebastelt und züchte gerade die Keimlinge im Mini-Gewächshaus auf der Fensterbank vor. Ich bin gespannt, wie sich das Gemüse in den nächsten Monaten entwickeln wird. Meine Freunde werden Augen machen, wenn ich ihnen im Sommer mein selbst gezüchtetes Gemüse zum Grillen serviere.

Kurz & knapp:
Wer gern eigenes Gemüse pflanzen möchte, ist nicht auf einen Garten angewiesen. Pflanzensäcke bieten eine perfekte Alternative und ermöglichen den Gemüseanbau auf dem eigenen Balkon. Man kann sie entweder selbest aus Tüten oder Gartensäcken herstellen oder fertige Modelle im Baumarkt kaufen. Sie sind eine kostengünstige Alternative für teure Pflanzkübel und versprechen eine ebenso gute Ernte.

ÜBER DIESEN AUTOR

Autorenportrait NIna
Nina, 40, liebt das stadtnahe Leben im Grünen und ihren Balkon. Dieses Jahr hat sie sich als Ziel gesetzt, mehr eigenes Gemüse anzubauen.

 

 

Foto: Angela – stock.adobe.com

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