Clever heizen mit Solarstrom und Öl

Ölheizung und Photovoltaik

Der Solarstrom vom eigenen Dach ist ja schon lange nichts Neues mehr. Dass ihr damit euren Wasserkocher und die Spülmaschine betreiben könnt, auch nicht. Aber kann man die Sonnenenergie auch zum Heizen nutzen? Kombiniert mit der Ölheizung? Ja, das funktioniert sogar ziemlich gut. Wir haben uns diese Kombination mal genauer angesehen.

Gratis-Strom aus heiterem Himmel: Wer eine Photovoltaikanlage (PV) auf dem Dach hat, bekommt an sonnigen Tagen den Strom frei Haus geliefert. Die Anlage wandelt die Sonnenenergie in elektrische Energie um. Meist kann davon jedoch nur ein kleinerer Teil tatsächlich für Kühlschrank, Spülmaschine, Fernseher und Co. im eigenen Haushalt genutzt werden. Der Rest landet im „großen“ Stromnetz, bringt dafür aber Bares. Bei neueren Anlagen rund 12 Cent pro Kilowattstunde für die nächsten 20 Jahre.

Euer selbst produzierter Sonnenstrom verursacht keine laufenden Kosten, und bei neueren Anlagen lohnt es sich auch finanziell, davon möglichst viel selbst zu verbrauchen – zumindest für die eigenen Haushaltsgeräte. Was dann noch „übrig“ bleibt, könnte zum Heizen mit einer Hybridheizung genutzt werden, die ihre Wärme aus Sonnenenergie und Heizöl gewinnt: die Öl-PV-Heizung.

Hybridheizung
Auf dem Dach Solarpanels, im Keller den Öltank – eine perfekte Kombination

Zu viel Strom produziert? Kein Problem!

Wie geht das Heizen mit Solarstrom und der Ölheizung? Ihr braucht neben der Heizung eine Photovoltaikanlage, einen Wärmespeicher und beispielsweise einen elektrischen Heizstab. Der Heizstab wird innerhalb des Wärmespeichers installiert und funktioniert wie ein Tauchsieder. Für ein intelligentes Zusammenspiel der beiden Energiequellen braucht ihr einen zentralen Regler. Scheint die Sonne nicht, übernimmt die Ölheizung. Scheint die Sonne hingegen im Übermaß, aktiviert die Software den PV-Heizstab.

Shine Energiemanager
Moderne Heizungszentrale: der Energiemanager

In der „Solarstromnahrungskette“ steht der Heizstab also ganz am Ende. „Wenn gerade ein großer Strombedarf im Haus herrscht, versorgt die Photovoltaikanlage daher zuerst Kühlschrank, Fernseher und Spülmaschine mit Strom“, erklärt Christian Halper, unser Experte für Hybridheizungen am Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) in Hamburg. Erst wenn alle anderen Elektro-Geräte „satt“ sind, ist der Heizstab an der Reihe. Der erhitzt das Wasser im Wärmespeicher. Und dieses Wasser kann dann zum Heizen oder als Warmwasser verwendet werden.

Heizstab
Der Heizstab im Wärmespeicher springt an, wenn genügend Sonnenenergie produziert wird

Die perfekte Kombi aus Sonne und Öl

So könnt ihr mehr von eurem eigenen Strom nutzen und werdet an sonnigen Tagen immer mehr zu echten Selbstversorgern. Das funktioniert übrigens auch dann, wenn ihr tagsüber gar nicht zu Hause seid. Denn wenn die Sonne scheint und kaum Strom im Haus gebraucht wird, erhitzt der Heizstab im Wärmespeicher bereits das Wasser, das ihr abends für die Badewanne braucht. Unser Experte meint: „Vor allem in den Frühlingsmonaten sind die Wetterbedingungen für das Heizen mit Solarstrom günstig: Draußen ist es noch kühl, aber die Sonne scheint bereits häufig und vergleichsweise intensiv.“

Aber was passiert in Herbst und Winter, wenn die Sonne selten scheint? Oder wenn der Sommer mal wieder ein Totalausfall ist? Für solche Tage ist eine zweite Energiequelle nötig, auf die wir uns zu 100 Prozent verlassen können. Deshalb ist die Hybridheizung aus Sonne und Heizöl eine sichere Lösung: „In Herbst und Winter haben wir wenig Sonnenschein, aber es wird viel geheizt“, erklärt Christian Halper. „Gerade in dieser Zeit ist die Kombination mit der Ölheizung sehr wichtig.“ Solarwärme für die sonnigen, Ölheizung für die grauen Tage – die Hybridheizung hält für euch das Beste aus zwei Welten bereit.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Wenn ihr schon eine Ölheizung habt, könnt ihr euer Heizsystem aufrüsten. „Moderne Ölheizungen verbrauchen weit weniger Öl – wer langfristig sparen möchte, sollte die Umrüstung auf eine Hybridheizung mit Photovoltaik dazu nutzen, auch die Ölheizung auf den neuesten Stand zu bringen“, sagt Christian Halper. So muss der Handwerker nur einmal kommen – und ihr schlagt zwei Fliegen mit einer Klappe: Solarstrom, der für das Heizen genutzt wird, und eine ohnehin schon sparsame Öl-Brennwertheizung.

Fazit: Heizen mit PV-Strom und Öl – das ist alles andere als Zukunftsmusik. Schon jetzt könnt ihr euer Zuhause so umrüsten, dass ihr euren Solarstrom zu großen Teilen selbst nutzen könnt. Und das gute Gefühl, wieder ein Stück mehr Selbstversorger zu sein, bekommt ihr noch dazu.

Weitere Infos zum Thema findet ihr hier und hier.

7 Kommentare

  1. Es ist ein 300 l Speicher mit 2x 4,5 kW Heizstäbe vorhanden . Auch ein SMA Home 2.0 .PV 10,8kWp
    Benötigt wird der Rest der Ansteuerung / Danke .mfg. G.Söhnlein .
    Erbitte Ihr Angebot.

  2. Danke für die tollen Tipps. Es schon davon zu lesen, dass diese Kombination dem Heizöl einen guten Wert verleiht. Man war ja schon geneigt, alles auf Gas umzurüsten.

  3. Danke, dass ihr hier die alternativen Beschaffungskonzepte unterstützt. Strom sammeln und selbst zu erzeugen beeindruckt mich schon seit langer Zeit. Gut, dass es auch in Kombination funktioniert.

  4. Sehr interessantes Thema und super Artikel. Das die Kombination aus beidem funktioniert ist super! Und wie oben im Artikel steht „Zwei Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen, finde ich super.

    Grüße, Leon

  5. Wow, ich dachte ich verstehe diese Thematik nie aber du hast das wirklich sehr gut beschrieben. Da verstehe auch ich die „Solarstromnahrungskette“! Ich werde mir in den nächsten Wochen eine Solaranlage einbauen lassen, keine Frage.

  6. Wir würden gern Stück für Stück umsteigen. Das Heizöl wird sicher noch eine ganze Zeit lang notwendig sein. Allerdings würden wir gern auch Sonne und Heizöl verwenden, um das Haus mit Wärmeenergie zu versorgen.

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