Blogovela The Tomato-Diaries Teil X

MeinWohn-Bloggerin Tine ist seit mittlerweile sechs Jahren stolze Hausbesitzerin und wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern auf dem Land. Bis dahin war es aber ein weiter Weg und sie hat eine Menge Hochs und Tiefs beim Hauskauf erlebt: Auszüge aus ihrem Tagebuch veröffentlicht sie hier. Im neunten Teil der Blogovela wurde endlich der Kaufvertrag für das Traumhaus unterschrieben und die ersten Kisten wurden gepackt. Im aktuellen Teil geht es jetzt um die letzten Umbauten und einen verfrühten Neuankömmling…

19. JULI 2011
Was für ein verrückter Tag! Wir waren heute Morgen noch beim Installateur, die letzten Details für unsere neue Heizungsanlage klären. Es wird jetzt ein neues Öl-Brennwertgerät, das wir mit einer Solaranlage und dem Ofen kombinieren werden. Ich wusste gar nicht, dass ein Holzkaminofen nicht nur das Wohnzimmer wärmen, sondern auch ein ganzes Heizsystem unterstützen kann. Und da wir eh einen neuen Ofen wollten, nehmen wir jetzt eben einen, der „wasserführend“ ist. Und die Solarkollektoren werden direkt mit installiert, wenn das Dach der Arbeits-Halle vom Herzblatt erneuert wird.

Hybridheizung auf zukunftsheizen.de

Während wir bei unserem Heizungsbauer gesessen haben, wurde mir dann zunehmend „komisch“: Der Rücken hat gezwickt und irgendwie konnte ich zwischendurch gar nicht ruhig sitzen und dem Installateur zuhören… Als wir danach noch was essen gegangen sind, mochte ich schon gar nicht mehr richtig zulangen und als das Herzblatt dann noch mal beim Haus vorbei fahren wollte, hab ich dann endlich geschnallt, dass „dieses komische Gefühl“ tatsächlich in wiederkehrenden Abständen auftritt – die Wehen hatten eingesetzt!! Aber das fing eben nicht an wie im Film: also keine Fruchtblase, die platzt und eine riesen Sauerei anrichtet, keine Super-Schmerzen, die mich direkt umgehauen haben und auch keine Hektik! Allerdings sind wir dann statt zum neuen Haus doch lieber in unsere Wohnung gefahren und haben im Krankenhaus angerufen, da der Stichtag ja eigentlich erst in 12 Tagen sein sollte. Die waren aber ziemlich entspannt und haben gesagt, dass wir uns keine Sorgen machen müssen und erst losfahren sollen, wenn die Wehen alle fünf Minuten kommen. Ich bin also noch vier Mal (!!) meine Checkliste für die Kliniktasche durchgegangen, hab noch zwei Mal geguckt, ob der Kulturbeutel auch wirklich vollständig ist – wollte dreimal anfangen noch was zu lesen, hab das Buch aber viermal wieder weggelegt… Als die Wehen dann tatsächlich heftiger wurden, hab ich meine extra zusammengestellte Playlist angestellt und versucht mich auf die Atemübungen aus dem Schwangerschafts-Yoga-Kurs zu konzentrieren. Es hat dann noch gefühlt Tage gedauert, bis wir endlich zum Krankenhaus sind, um dort dann zu hören, dass immer noch alles total entspannt ist und noch dauern wird… Und dann – nach einer Phase, die dann doch so ähnlich war wie im Film – war sie da – unsere Kleine!

Ziemlich erschöpft und abgekämpft haben wir unser kleines, wunderhübsches, einzigartiges Mädchen in unseren Armen und auf der Brust liegen gehabt. Ein unbeschreibliches Gefühl!  Dieses kleine, zarte Wesen, dass einen völlig aus dem „hier und jetzt“ herauskatapultiert: einerseits schwebe ich wie auf Wolken – anderseits bin ich fast schon ängstlich, dass ihr etwas passieren könnte. Ich kann noch gar nicht fassen, welches Spektrum an Gefühlen plötzlich über mich – und auch dem Herzblatt – hereingebrochen ist.

21. JULI 2011
Nachdem wir gestern und die letzte Nacht eigentlich nur auf unsere Kleine geglotzt haben und gar nicht genug von den niedlichen Geräuschen, die sie so macht, bekommen konnten, ging es heute nach Hause. Das Herzblatt hat die Babyschale, die wir nun schon einige Tage leer mit uns rumgefahren haben, geholt und dann sind wir in unsere kleine Wohnung. Und da es ja schließlich WochenBETT heißt, sind wir auch genau dorthin gegangen und haben uns mit unserer Kleinen eingekuschelt und sie einfach weiter angestarrt! Unsere Hebamme, die dann am Nachmittag kam, war auch ganz zufrieden mit ihr. Sie ist kerngesund und obwohl sie elf Tage zu früh gekommen ist, sind Größe und Gewicht total in Ordnung. 🙂

23. JULI 2011
Jetzt wird es aber auch Zeit, dass die Umbauten am Haus endlich fertig werden. Die improvisierten Baby-Möbel sind schon ein bisschen nervig… Da wir auf unseren 50 m² keinen Platz für einen richtigen Wickeltisch haben, hat die Kleine derzeit so einen Aufsatz für die Duschwanne. Der muss aber jedes Mal zur Seite geräumt werden, wenn wir duschen wollen und dann steht er im Bad blöd im Weg rum… Und dann hat Andrea uns noch so einen geruchsdichten Windeleimer (Es ist unglaublich, was es alles für „Must-Haves“ gibt, ohne die Nicht-Eltern wunderbar auskommen) samt Jahresabo an den speziell dazugehörigen Müllsäcken geschenkt, der jetzt auch noch in unserem Bad steht. Und ganz ehrlich: als ich heute mit der Kleinen ihren Kinderwagen eingeweiht hab, hat mich St. Pauli schon ein bisschen genervt! Überall parken Leute so, dass man mit einem Kinderwagen nicht richtig durchkommt und dann am Hafen war es so laut und voller Touristen, dass ich zum ersten Mal richtig genervt von der Großstadt war. Und das mir! Die ich immer betont habe, wie sehr ich Hamburg liebe und dass es tatsächlich die schönste Stadt der Welt ist und ich niemals woanders leben könnte. Ne, ich glaube, das Kapitel schließt sich gerade und ich freu mich jetzt schon darauf, dann nächste oder übernächste Woche meinen täglichen Spaziergang mit der Kleinen durch die Felder Niedersachsens zu machen. Da kann ich zwar nicht an jeder Ecke einen Kaffee (und derzeit auch das ein oder andere Stück Schokokuchen) kaufen, aber dafür hab ich da auch Platz mich frei zu bewegen und Natur zu atmen.

3. AUGUST 2011
Der Umzugstermin steht jetzt endlich fest! Nachdem wir mit dem Umzugsunternehmen ursprünglich die nächste Woche anvisiert hatten, werden wir jetzt doch erst in der letzten August Woche umziehen. Bis dahin ist dann auch das Dach vom Anbau fertig und die großen Bauarbeiten sind abgeschlossen. Allerdings hat das Herzblatt festgestellt, dass wir leider einen Verlust zu beklagen haben: Die Tomatenpflanze haben wir vielleicht etwas vorschnell umgesetzt. Dadurch, dass die Kleine jetzt da ist und sich niemand mehr so richtig um „unser altes Baby“ gekümmert und es gewässert hat, war sie schon ziemlich angeschlagen. Und nun haben die Handwerker beim Abriss des alten Dachs vom Anbau der armen Pflanze leider den Rest gegeben. Aber gut, der Plan war ja eh, dass wir nächstes Jahr selbst anziehen und das vielleicht sogar in einem Gewächshaus. Und dann kann die Kleine im Garten ja auch schon rumkrabbeln und uns dabei helfen 😉

Über diesen Autor

Tine, 37, lebt mit ihrem Herzblatt und zwei Kindern auf dem Land! Wenn sie genug gespart hat, findet hoffentlich das ein oder andere Smart-Home-Gadget seinen Platz in ihrem Haushalt.

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