Blogovela: The Tomato-Diaries Teil V

Mein-Wohn-Bloggerin Tine ist seit mittlerweile sechs Jahren stolze Hausbesitzerin und wohnt mit ihrem Mann und den zwei Kindern auf dem Land. Bis dahin war es aber ein weiter Weg und sie hat eine Menge Hochs und Tiefs beim Hauskauf erlebt, von denen sie hier in Auszügen aus ihrem Tagebuch erzählt. Im vierten Teil des Blogs wurde aus einer Besichtigung ein Traumhaus und unsere Wohnbloggerin hat mit einer Erkältung zu kämpfen. Im fünften Teil wird das Traumhaus nun noch mal genauer unter die Lupe genommen und Tine bekommt es mit zu viel Pesto-Nudeln zu tun…

DIENSTAG, 16. November 2010
So ein SCHEI… 😡 Jetzt haben wir gleich den Termin bei dem Haus in Gülzow und ich hab mir den Magen verdorben 😷. Nachdem ich endlich die blöde Erkältung los bin, ist mir nun schlecht. Ob das selbstgemachte Tomatenpesto nicht mehr gut ist? Das hatte ich aus den letzten noch übrig gebliebenen Tomaten von dem Strauch aus dem Sommer gemacht. Die mussten dringend weg – aber vielleicht war das schon zu spät und eine war schon überreif? Oder hab ich die Gläser nicht richtig sterilisiert? Hm…

FREITAG, 25. November 2010
Was ein Reinfall!!! Der Bausachverständige hat sich das Haus gestern mal etwas genauer angesehen und festgestellt, dass das längst nicht so gut in Schuss ist, wie wir dachten! Der hat gleich eine ganze Reihe von Dingen bemerkt, die wir überhaupt nicht auf dem Zettel hatten.

Bausachverständige vom TÜV findest Du auf
www.tuev-nord.de
www.tuev-sued.de

So ist die von uns so gefürchtete Ölheizung gar nicht das Problem. Die ist zwar nicht mehr ganz neu, könnte aber mit überschaubaren Kosten auf einen aktuellen Stand gebracht werden und dann sogar mit dem von uns erträumten Kamin verbunden werden. ABER: die eine Außenwand ist im oberen Bereich feucht und es müsste geklärt werden, wo diese Feuchtigkeit herkommt, ob sie vielleicht sogar noch andere Stellen betrifft und ob das mit einfachen Mitteln oder nur einer umfangreicheren Sanierung behoben werden kann. Dann ist das Dach zwar mit fünf Jahren noch ziemlich neu, aber laut Gutachter leider sehr „sparsam“ umgesetzt worden. Da wurde die allergünstigste Variante verbaut und es gibt noch nicht mal eine anständige Dämmung. Das Beheizen wird also immer mit enormen Wärmeverlusten verbunden sein und wenn wir oben die Heizung hochdrehen, würde die meiste Wärme relativ schnell verfliegen. Dann kann der vorhandene Zug gar nicht mehr so ohne weiteres für einen Kamin genutzt werden, der ist nämlich zugemauert worden… Und zu allerletzt ist dem Gutachter noch aufgefallen, dass das Grundstück insgesamt abschüssig zum Haus hin ist. Sollte es mal länger stark regnen, kann es passieren, dass das Wasser irgendwann Richtung Haus sickert. Und dann würde die Feuchtigkeit von unten in das komplette Gebäude einziehen. Das sind alles Sachen, die uns bei den ersten beiden Besichtigungen nicht aufgefallen sind und die wir auch nicht abgefragt hatten. Und wenn die ganzen Sachen gemacht werden müssen und dann noch die Änderungen, die wir eh vornehmen lassen wollten, dann wäre das Haus alles andere als günstig.

Außerdem haben sich der Besitzer und Makler jetzt plötzlich gar nicht mehr so freundlich gezeigt, als der Gutachter eine Sache nach der anderen angesprochen hat. Das fand ich irgendwie menschlich blöd. Die haben so getan, als ob wir nur nach Vorwänden suchen würden, um den Preis zu drücken… Aber mir scheint, ich bin im Moment eh sehr empfindlich. Dass das Haus jetzt gar nicht mehr so 100%ig toll ist, kommt mir schon fast wie ein Angriff vor: als ob das Haus uns ärgern wollte. 😳

Aber vielleicht macht mir auch dieses ständige Magengrummeln und die Rückenschmerzen zu schaffen. Ich muss wohl echt dringend wieder mit dem Pilates anfangen, Haussuche hin und Hochzeitsplanung her, aber es bringt ja auch nichts, wenn ich dann verheiratet und Hausbesitzerin aber dafür ein körperliches Wrack bin.

SAMSTAG, 04. Dezember 2010
Wir waren jetzt noch mal mit meinen Eltern in Gülzow und das Haus ist definitiv raus. 😥 Nachdem wir uns alles noch mal angesehen haben, waren wir uns alle einig, dass das Haus irgendwie nicht optimal zu uns passt. Das ist bestimmt kein schlechtes Haus, aber es wäre noch so viel zu tun, bis es tatsächlich dem entspricht, was wir wollen, dass sich das zeitlich und auch finanziell nicht wirklich lohnt. Und obwohl ich das rational auch genauso sehe, war mir auf dem Rückweg doch hundeelend. Ich hab die ganze Zeit Rotz und Wasser geheult und bin total enttäuscht, dass das alles nicht passt. Mittlerweile hab ich den Eindruck, dass mein Wunsch nach einem eigenen Haus schon fast größer ist, als beim Herzblatt. Der war ziemlich entspannt und meinte, dass es dieses Objekt dann eben nicht ist und wir ein anderes Haus finden werden, dass dann UNSERES wird. Aber mich trifft das total! Ich werde gleich mal zu Andrea fahren und mich gepflegt mit ihr betrinken. Ich brauche Zuspruch und Trost und das Herzblatt mit seiner nüchternen und vernünftigen Art, kann mich da gerade nicht „abholen“.

Über diesen Autor

Tine, 37, lebt mit ihrem Herzblatt und zwei Kindern auf dem Land! Wenn sie genug gespart hat, findet hoffentlich das ein oder andere Smart-Home-Gadget seinen Platz in ihrem Haushalt.

 

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2 Kommentare

  1. Oh, das kann ich gerade so gut nachvollziehen. Wir haben uns im Herbst auch über beide Ohren in ein Haus verliebt und jetzt wurde es uns quasi vor der Nase weggeschnappt… ich rede mir ein, dass es uns da ganz schnell auch so hätte gehen können wie euch, sobald ein Gutachter dabei gewesen wäre… ich hoffe jedenfalls dass wir, wie ihr, auch noch fündig werden (auch wenn die Messlatte jetzt etwas höher liegt nach dem schönen Objekt :/ )

  2. Ach, das ist uns dann später auch noch mal passiert. Aber am Ende haben sich die ganzen Rückschläge als Glücksfall herausgestellt, weil wir so tatsächlich in unser Traumhaus eingezogen sind und nicht in irgendeinen Kompromiss! Manchmal muss man einfach ein bisschen Geduld haben und wenn dann das richtige Objekt da ist, dann passt auch alles.
    Also Kopf hoch bei der Häuser-Suche! Liebe Grüße Tine

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