Aufstieg zu neuem Glanz: Stufe für Stufe die Treppe modernisieren

Bei all den anstehenden Arbeiten in seinem neuen Zuhause hatte MeinWohn-Blogger Nico die Treppe gar nicht auf dem Plan. Wozu auch? Schönes, geschwungenes Geländer, eine ordentliche Patina – und erst der Klang! Das Knarren und Ächzen verlieh dem Treppensteigen heimeligen Charakter. Doch bei genauem Betrachten waren die Stufen recht abgewetzt, zerkratzt und vermutlich nicht mehr ganz trittfest – und mit der Zeit nervte das Knarren auch. Also machte sich Nico an die Modernisierung – und erklärt hier, worauf dabei zu achten ist.

Zum Glück ist Holz langlebig. Statt also alle Stufen auszutauschen, lassen sich abgenutzte Stellen einfach abschleifen und neu versiegeln. Die dazu notwendigen Schleifmaschinen könnt ihr bei Baumärkten und im Holzfachhandel leihen. Damit am Ende alles einheitlich aussieht, solltet ihr jede Stufe in mehreren Schritten behandeln. Dabei empfehlen sich Schleifgänge in immer feineren Körnungen: Entfernt zunächst die alte Versiegelung und arbeitet euch dann voran, bis alles glatt ist. In die Ecken kommt ihr mit Ziehklinge und Schleifpapier.

Treppe schleifen
Step by Step: Für ein schönes Endergebnis sind mehrere Schleifgänge nötig – und zwar von oben nach unten. Ein Mundschutz verhindert das Einatmen von Staub.

Schönheitskur für alte Treppen

Eine Treppe muss viel aushalten, besonders, wenn die oberen Räume viel genutzt werden. Damit ihr nicht schon bald wieder schleifen müsst, empfiehlt es sich daher, die Stufen gleich mehrfach zu versiegeln. Mühselig, aber wichtig: Entfernt vor jeder Lackschicht jedes noch so kleine Staubkorn. Am besten eignet sich übrigens ein Lack auf Wasserbasis. Er erhält die Eigenfarbe, riecht und schadet nicht. So braucht ihr nicht ständig lüften und euch um giftige Lösungsmittel zu sorgen. Eine Woche solltet ihr den Lack anschließend nicht mit Schuhen betreten, erst dann ist er ausgehärtet. Eine Alternative ist die Behandlung mit Hartwachsöl, das sich später sogar stellenweise wieder ausbessern lässt.

Bei einigen meiner Treppenstufen genügte eine oberflächliche Behandlung leider nicht – sie mussten ausgetauscht werden. Ausgetretene, rundgelaufene Trittkanten sind ein unterschätztes Sicherheitsrisiko, und auch PVC oder Teppich auf die Stufen zu kleben, behebt das Problem nicht. Wer die Stufen nicht ganz austauschen möchte, kann sie mit Laminat oder einer Echtholzschicht überbauen – einer sogenannten Neuverblendung. Das ist weniger aufwändig und günstiger als ein Austausch. Zusätzlich lassen sich Gummierungen oder angeraute Trittkanten anbringen. Wichtig: Das Austauschen von Stufen solltet ihr besser dem Fachmann überlassen.

Treppenbau
Wenn einzelne Stufen oder gar ganze Treppen ausgetauscht werden müssen, ist ein Fachmann gefragt. Mit seiner Hilfe geht es am schnellsten, und es ist letztlich auch die sicherste Variante.

Knarzen und Knarren beheben

Als meine Treppe endlich wieder in neuem Glanz erstrahlte, waren manche Stufen noch immer nicht ganz still. Zum Glück bestand kein Grund zur Sorge: Holz arbeitet nun mal, das macht den Charakter dieses Baustoffs aus. Und es gibt Maßnahmen, um den Klang etwas zu dämmen. Hört zunächst genau hin und findet die betreffende Stelle, meist liegt sie an Verbindungspunkten. Habt ihr diese gefunden, könnt ihr mit einem Lappen etwas Leinöl auftragen. Das Öl zieht ins Holz ein und behebt das durch Austrocknen hervorgerufene Geräusch. Bewegen sich Teile gegeneinander, könnt ihr Acrylmasse oder Holzkitt in die Zwischenräume füllen. An verdeckten Punkten hilft auch ein kleiner Holzkeil oder eine gut platzierte Schraube.

Besonders am Herzen lag mir mein Treppengeländer: Ich wollte seine altmodische Eleganz bewahren, ohne auf Sicherheit zu verzichten. Wenn ihr wissen wollt, wie verlässlich euer Geländer ist, rüttelt kräftig daran und achtet auf Schadstellen an Stäben und Handlauf. Oft merkt ihr da schon, ob ihr einzelne Teile oder gleich das ganze Geländer austauschen müsst. Wenn ihr euch nicht sicher seid, lasst das Ganze unbedingt einen Fachmann begutachten! Der kennt die Sicherheitsnormen und entdeckt versteckte Schwachstellen. Einfache Faustregel: Dient die Restaurierung der Stabilität, solltet ihr es nicht in Eigenregie versuchen. Einzelne Stäbe etwa sind jedoch kein Problem. Für mein Geländer kam leider jede Hilfe zu spät – es musste ausgetauscht werden. Weil ich keine passenden Teile im Baumarkt finden konnte, ließ ich mir die Elemente und Formen vom Schreiner anfertigen. Zugegeben, das war nicht ganz billig – weil ich meine Treppe aber jeden Tag mehrmals benutze, erfreue ich mich bei jedem Auf- und Abstieg an ihrer zurückgewonnenen Schönheit.

Fotos: minicel73/stock.adobe.com, joserpizarro/stock.adobe.com, Agence DER/stock.adobe.com

Über diesen Autor

Nico, 29, war vom Eigenleben seiner Holztreppe überrascht: Bei jedem Auf- und Abstieg erinnerte sie ihn ächzend daran, endlich zu Schleifpapier und Lack zu greifen. Nun schreitet Nico stolz über die neuen Stufen – ohne einen Mucks.

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